Insiderwissen: Nagelsmanns Wiedersehen mit Hoffenheim

Kein Spiel wie jedes andere. Julian Nagelsmann trifft mit Leipzig erstmals auf seinen Ex-Club Hoffenheim. Beim Wiedersehen setzt der Trainer auch auf Hoheitswissen.

Leipzig (dpa) - Für eine Reise in die Vergangenheit muss Julian Nagelsmann am Samstag nur in sein neues «Wohnzimmer» gehen. Dort, in der Red Bull Arena in Leipzig, wird der neue RB-Trainer auf viele bekannte Menschen treffen, die im Bauch des Stadions aus dem Bus von Gegner TSG 1899 Hoffenheim steigen werden. «Wenn man neun Jahre bei einem Club war, dann ist das natürlich etwas Besonderes. Ich freue mich einfach auf das Wiedersehen», sagte Nagelsmann.

Für den 32-Jährigen ist es kein Bundesliga-Spiel wie jedes andere. Das fängt schon bei der Vorbereitung an. Nagelsmann kann seinen aktuellen Spielern gehöriges Insiderwissen mit auf den Weg geben. «Es ist natürlich ein Vorteil, wenn man die Jungs kennt. Ich weiß, was dem einen oder anderen Spieler weniger gefällt. Umgekehrt wissen sie das natürlich von mir auch», sagte Nagelsmann vor dem ersten Wiedersehen mit der TSG am Samstag (15.30 Uhr/Sky). Am Ende sei es in gewisser Weise ein Nullsummenspiel.

Die Drähte in den Rhein-Neckar-Kreis sind immer noch bestens. So machen sich einige 1899-Profis einen Scherz daraus, Nagelsmanns Videoanalysten Benjamin Glück während der Leipzig-Spiele mit SMS zu befeuern. «Ich habe auch immer noch einen guten Draht zu Alexander Rosen. Wir tauschen uns oft aus», sagte Nagelsmann.

Auch die Beziehung zu Hoffenheim-Gönner Dietmar Hopp sei völlig intakt. «Ich habe ihm viel zu verdanken, er aber auch mir. Und da schreibt man sich eben ab und an mal eine SMS», erklärte der Trainer und schob dann grinsend hinterher: «Ich habe nicht das Bedürfnis, dass er mir jeden Abend eine gute Nacht und süße Träume wünscht.»

Muss er auch nicht. Für die herzlichen Momente eines Abends hat Nagelsmann schließlich Ehefrau Verena und Sohn Maximilian. Und gegen Hoffenheim ruhen für die Dauer des Spiels ohnehin jegliche wohlgesonnenen Emotionen. «Da wollen wir einfach die drei Punkte», betonte Nagelsmann.

Die könnten je nach Ausgang des Spiels zwischen Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach und Bayern München sogar für die Tabellenführung reichen. Personell hat Nagelsmann im Vergleich zu den Vorwochen wieder mehr Optionen. Stürmer Yussuf Poulsen ist wieder fit, das gilt auch für Nationalverteidiger Marcel Halstenberg. Bei Abwehrkante Dayot Upamecano zwickt zwar noch das Knie, aber der Franzose sollte in der Startelf stehen.

Bei Hoffenheim sind die Abwehrsorgen dagegen größer. Der Club muss womöglich auf seine beiden wichtigsten Abwehrspieler verzichten. Für den Einsatz von Kapitän Kevin Vogt und Benjamin Hübner gebe es «große Zweifel», sagte Trainer Alfred Schreuder. Vogt hatte zuletzt mit Wadenproblemen zu kämpfen, Hübner verpasste schon das Heimspiel gegen Düsseldorf wegen eines Infekts. Das Duell mit Ex-Trainer und Förderer Nagelsmann definitiv verpassen wird Sebastian Rudy, der nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt fehlt.

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