Journalistenverbände kritisieren Vorgehen der Polizei

Berlin (dpa) - Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und die Deutsche Journalisten-Union (dju) haben das Vorgehen der Polizei gegen ein ZDF-Reporterteam am Rande des Besuchs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Dresden scharf kritisiert und «lückenlose Aufklärung» gefordert. «Das ist ein durch nichts zu rechtfertigender Eingriff in die Pressefreiheit», sagte DJV-Chef Frank Überall am Montag in Berlin. dju-Geschäftsführerin Cornelia Haß bezeichnete es als «erschreckend und beunruhigend», dass die «systematische Verletzung der Rechte» von Journalisten bei Großveranstaltungen mittlerweile offenbar «alltägliche Routine» sei.

Die ZDF-Reporter hatten am Donnerstag für die Sendung «Frontal 21» am Rande des Merkel-Besuchs eine Pegida-Demo gefilmt. Haß und Überall kritisierten, dass Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Polizei in Schutz genommen und zudem die ZDF-Reporter indirekt als unseriös bezeichnet habe. Die Journalisten hätten sich professionell verhalten, sagte Haß. «Die Polizei dagegen hat sich von pöbelnden Wutbürgern vor den Karren sperren lassen, anstatt die Reporter vor den Angreifern zu schützen, damit sie ungehindert ihren Auftrag der Berichterstattung erfüllen können.»

Der DJV lud Ministerpräsident Kretschmer und seinen Innenminister Roland Wöller (CDU) ein, das «offenbar gestörte Verhältnis» der Polizei zu Journalisten auf dem Verbandstag am 4. November in Dresden zu erklären. Haß verlangte ein «deutliches Bekenntnis von Politik und Polizei zu Rechtsstaatlichkeit und Demokratie».

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