Jugendweihefahrt nach Buchenwald: Wo das Gestern nach dem Heute greift

Eine Umfrage sorgte kürzlich für Aufregung: Demnach wussten 40 Prozent der befragten jungen Deutschen wenig oder nichts über den Holocaust. Warum sollten sie etwas darüber wissen? Eine Antwort lässt sich zum Beispiel in der Vorbereitung auf die Jugendweihen suchen, die derzeit noch bis Juni stattfinden - und zwar mit einem Besuch des einstigen Konzentrationslagers Buchenwald. Jugendliche aus der Region waren in den vergangenen Wochen dort. Es ist auch eine Suche nach Werten.

Buchenwald.

Floréal Barrier hatte eine Bitte. "Erklären Sie den jüngeren Generationen den Wert der Worte 'Frieden' und 'Freiheit'." Floréal Barrier war Franzose, ein Schriftsetzer, 1922 geboren. Er war Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs. Als sein Land im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen besetzt wurde, beteiligte er sich am Widerstand gegen die Nazis. Er wurde verhaftet. Und deportiert. Er kam ins Konzentrationslager Buchenwald.

Kann eine junge Generation den Wert des Friedens begreifen, wenn sie nichts als Frieden kennt? Wenn sie von Krieg "nur mal was gehört" hat? Im Schulunterricht, vielleicht ungeduldig auf die Pause wartend? Lassen sich Frieden und Freiheit begreifen, wenn man nicht weiß, was der Holocaust ist, der industrialisierte Völkermord an den Juden im Nationalsozialismus? Eine Studie des US-amerikanischen Fernsehsenders CNN sorgte vor einigen Monaten für Aufsehen. Sie besagte unter anderem, dass rund 40 Prozent der befragten Deutschen zwischen 18 und 34 Jahren angaben, "wenig" oder "gar nichts" über den Holocaust zu wissen. Das bestätige andere Studien zu diesem Thema, sagte daraufhin Patrick Siegele, Direktor des Anne-Frank-Zentrums in Berlin, im Interview mit dem Online-Magazin "Neon".

In einem eisigen Märzwind steht Ronny Winkler auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald, dem einstigen Konzentrationslager. Ob Jugendliche heute weniger über den Holocaust und generell über den Nationalsozialismus wissen als früher, will er nicht beurteilen. "Wissen zu vermitteln ist zuerst Aufgabe der Schule. Ich hingegen will, dass sie Bilder von hier mitnehmen, die sie im Geschichtsunterricht abrufen können." Ronny Winkler ist Mitglied im Sächsischen Verband für Jugendarbeit und Jugendweihe. Der Verband bietet Teilnehmern der Jugendweihe - die derzeit noch bis Juni stattfinden - zur Vorbereitung auch Bildungsfahrten zur Gedenkstätte Buchenwald an. Die 13 Mädchen und Jungen, die Ronny Winkler an diesem Samstag im März auf dem Gelände folgen, kommen fast alle von Chemnitzer Schulen.

Es nieselt in die Kälte hinein. Ronny Winkler will zunächst wissen, wer sich von den Jugendlichen von sich aus für die Gedenkstätte interessiert. Zwei Arme gehen nach oben. Und bei wem haben die Eltern gesagt, dass sie die Fahrt mitmachen müssen? Sieben Arme gehen hoch, der Rest enthält sich. Dann beginnt Ronny Winkler zu erzählen. Wie den Deutschen nach dem Ersten Weltkrieg klar wurde, dass sich ihr Land nicht so schnell erholen wird. Wie die Weltwirtschaftskrise hinzukam. Wie sich der Nationalsozialismus ausbreitete, wie sich viele vor dem aufstrebenden Hitler wegduckten. Mit seinem alleinigen Machtanspruch. Durchgesetzt mit der Ausgrenzung anderer - ausgegrenzt wurden Menschen wegen ihrer politischen Ansichten, religiösen Zugehörigkeit oder sexuellen Orientierung, Menschen anderer Völker, Behinderte, Arbeitsunfähige. Dass das KZ Buchenwald ein Arbeitslager für solche Männer war, dass der Tod durch Arbeit dort in Kauf genommen wurde. Ronny Winkler führt die Jugendlichen an eine Baracke. "Hier", erzählt er in den Nieselregen hinein, "waren teilweise die Häftlinge gezwungen zu entscheiden, wo Neuankömmlinge zu arbeiten hatten: im Steinbruch mit geringer Lebenserwartung oder beispielsweise in der Küche unter leichteren Bedingungen." Den Ankömmlingen wurde ihr Name genommen und eine Nummer zugewiesen. Frauen und Kinder kamen in aller Regel in andere Lager.

Still hören die Jugendlichen zu. Martin, einer von ihnen, 13 Jahre, sagt, dass er von sich aus an der Fahrt teilnehmen wollte. "In der Schule haben wir das Thema nur grob angerissen. Es interessiert mich aber." Und seine Mitschüler? "Das Interesse ist mittel. Es hängt auch vom Wetter ab, weil viele wissen, dass man in Buchenwald draußen rumlaufen muss." Weiß er, was der Holocaust ist? "Nein", sagt Martin; der Junge neben ihm, Maximilian, 13, weiß es auch nicht.

Etwa vier Stunden führt Ronny Winkler die Gruppe an diesem Samstag über das Gelände. Mitunter lässt die Aufmerksamkeit der Schüler nach, tuscheln und lachen sie, schauen aufs Handy, verteilen Gummibärchen. Dennoch kehrt Ruhe oft dann zurück, wenn Ronny Winkler sie zu einem neuen Bereich führt und zu erzählen beginnt. An den Resten vom Bärenzwinger zum Beispiel. Warum, fragt er, gab es hier Bären? Um Häftlinge abzuschrecken, mutmaßt einer der Jugendlichen. Oder als Erholung für die Bewacher, sagt Martin. Ronny Winkler nickt. "Die Bären gab es für die SS-Leute und ihre Familien, die saßen hier bei Kaffee und Kuchen und haben den Tieren zugeschaut und nebenan, durch den Stacheldraht, konnten sie auf die Gefangenen schauen. Aber den SS-Leuten war egal, wie es den Gefangenen ging, es waren ja ausgegrenzte, 'nicht wertvolle' Menschen." Und plötzlich zieht Winkler in die Gegenwart um. "Wenn ihr einen Betrunkenen im Park seht, der Hilfe braucht, helft ihr ihm", fragt er. Keine Reaktion. "Wer würde helfen?", bohrt Winkler nach. Zögerlich gehen ein, zwei Hände nach oben, erst danach auch weitere.

Die Frage ist nicht aus der Luft gegriffen. Menschen werden bis heute ausgegrenzt, schief angeguckt, weil sie anders sind als eine wie auch immer zu definierende Norm. Diese Frage baut zugleich eine Brücke zu einer anderen Frage: Was haben die Verbrechen der Nationalsozialisten von damals mit uns in der Gegenwart zu tun? Viele sagen heute: Ich bin an den Verbrechen von damals nicht schuld! Lasst mich damit in Ruhe! Aber: "Heute geht es natürlich nicht um Schuld", sagt Rikola-Gunnar Lüttgenau, Sprecher der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. "Vielmehr geht es darum zu verstehen, dass unsere heutige Demokratie, das Grundgesetz, der Schutz der Menschenwürde Antworten auf die Verbrechen der Nationalsozialisten sind." Das Gestern zeigt uns, wohin es führen kann, wenn eine Gesellschaft beginnt, mit dem Finger auf andere zu zeigen - auf Juden, Flüchtlinge, Politiker, sozial Schwache. Die Gedenkstätte verbuche seit zwei Jahren, also während des gesellschaftlichen Rechtsrucks, ein verstärktes Besucherinteresse, so Lüttgenau. "Viele Menschen erkennen, dass zivilisatorische Errungenschaften nicht selbstverständlich sind, und wollen sich der historischen Ursprünge vergewissern." Jugendliche, so seine Erfahrung, kämen hier zwar nicht ahnungslos her, aber das Wissen über Holocaust und Nationalsozialismus sei ausbaubar. Vor allem fehle eben jenes Bewusstsein darüber, dass Frieden und Freiheit, wie wir sie heute kennen, aus dem Schrecken darüber entstanden sind, wozu Menschen im Nationalsozialismus fähig waren. Und dass im Umkehrschluss gilt: Nicht-Demokraten können heute auch alle Errungenschaften wieder wegfegen - wenn man sie lässt.

Die Jugendlichen aus Chemnitz sehen an diesem Samstag im Kino auf dem Gelände der Gedenkstätte einen Film, in dem ehemalige Häftlinge erzählen - von einem Häftling, der einen anderen umbrachte, um dessen Kartoffelschalen essen zu können; von Bergen an Leichen jener, die an Entkräftung, Krankheit und Misshandlung gestorben sind. Martin sitzt vorgebeugt da und hört aufmerksam zu, ein anderer hört über Stöpsel im Ohr Musik, sieht aber auf die Leinwand. Bevor der Film losging, beugte sich ein älterer Herr in der Sitzreihe zu Martin. Woher kommt ihr, fragte er. Aus Chemnitz. Ah, was wisst ihr denn über das Thema hier? Martin: Nicht viel. Der Mann: Passt gut auf, es ist wichtig, dass ihr den Schrecken seht.

Wieder draußen in der Kälte, bleibt Ronny Winkler mit den Jugendlichen auf dem damaligen Appellplatz stehen; dann an dem Ort, wo einst die Schlafbaracken standen, in denen es die Männer auf engstem Raum miteinander aushalten mussten. "Wildfremde lagen hier eng an eng nebeneinander in den Betten", sagt Winkler. Einige Schritte weiter, wo der Wald anfängt, bleibt er wieder stehen. Hier befand sich der Kinderblock für die wenigen Kinder, die es hier zeitweise auch gab. Sie waren zunächst bei den Erwachsenen untergebracht, drohten dort aber bei der Essensausgabe zwischen den hungrigen und misshandelten Männern unterzugehen. Einige Insassen setzten sich dafür ein, die Kinder in einem extra Block unterzubringen. Das wurde genehmigt. Es ging ihnen dort nicht gut, aber besser. Es war, so Winkler, ein Akt der Solidarität mit den Schwächsten. Die Chemnitzer Jugendlichen starren auf die Gedenktafeln. Den Ausführungen Winklers hört auch der ältere Mann zu, der im Kino einige Sitze neben Martin saß. Er nickt und erklärt schließlich, dass er seinen Großvater besucht, der hier gestorben sei. Dann geht er weiter.

Von den 13 Jugendlichen an diesem Samstag im März haben die wenigsten schon mal vom Holocaust gehört. Aber nach vier Stunden in der Gedenkstätte haben sie Bilder von der geschwundenen Menschlichkeit damals im Nationalsozialismus im Kopf. Was sie am stärksten beeindruckt? Die Vorstellung, in den Baracken mit Fremden auf engstem Raum zu hausen, antworten viele. Andere nennen den Kinderblock, weil sie es gut finden, dass unter diesen Umständen zumindest an die Kinder gedacht wurde. Manche sagen, sie fanden alles schrecklich. Für Celina, 15, bezieht sich das auch darauf, "dass man hier tote Menschen einfach wie Gegenstände aufeinandergestapelt hat". Ihn selbst, sagt Ronny Winkler, beeindrucke immer wieder die erste Baracke, wo über die Arbeitsverteilung entschieden wurde. "Es ist schlimm, keine Entscheidungsfreiheit zu haben und dass andere gezwungen werden, über dein Leben zu bestimmen. Wir müssen uns klar darüber sein, wie wichtig es ist, dass wir selbst entscheiden können, was wir tun und wohin wir gehen wollen." Es geht um Freiheit und Frieden.

Floréal Barrier gehörte zur Widerstandsorganisation der Häftlinge im KZ Buchenwald, war an der Übernahme des Lagers durch die Häftlinge im April 1945 beteiligt. Zuvor waren SS-Wachmannschaften vor der US-Armee geflohen. Barrier arbeitete später als Schriftsetzer und setzte sich auch für die Gedenkstätte Buchenwald ein. Er starb im Oktober 2015. Seine Biografie kann wie die anderer ehemaliger Häftlinge auf der Internetseite der Gedenkstätte nachgelesen werden.

Könnte es wieder so weit kommen wie damals im Nationalsozialismus? Ein Großteil der Jugendlichen an diesem Samstag glaubt das nicht; ein Junge wägt ab und meint, es würde sicher nicht mehr "ganz so schlimm" werden, und ein Mädchen sagt, man wisse nie, was "mit einem Verrückten" an der Macht passiert.

 


Sächsischer Verband für Jugendarbeit und Jugendweihe

Der Verband ist ein freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Seit 1990 bietet er die Ausrichtung von Jugendweihefeiern und entsprechende Vorbereitungsprogramme an. Der Verband fühlt sich eigenen Angaben zufolge weltlich-humanistischen Werten und Traditionen verpflichtet. Zu den Vorbereitungsprogrammen gehören neben Knigge-, Styling- oder Kochkursen auch Freizeit- sowie Bildungsreisen, darunter beispielsweise zur Gedenkstätte Buchenwald.

www.jugendweihe-sachsen.de

 


Die Geschichte von Buchenwald 

Konzentrationslager 1937 bis 1945: Im Sommer 1937 lässt die SS auf dem Ettersberg bei Weimar das Konzentrationslager Buchenwald bauen. Dort sollen, so heißt es heute auf der Internetseite der Gedenkstätte Buchenwald, politische Gegner bekämpft, Juden, Sinti und Roma verfolgt sowie "Gemeinschaftsfremde" wie Homosexuelle, Wohnungslose, Zeugen Jehovas und Vorbestrafte aus dem deutschen "Volkskörper" ausgeschlossen werden. Im Krieg werden Menschen aus ganz Europa nach Buchenwald deportiert. In dem KZ und seinen 139 Außenlagern sind insgesamt fast 280.000 Menschen inhaftiert. Sie müssen Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie verrichten. Über 56.000 Menschen sterben an Folter, medizinischen Experimenten und Erschöpfung. In einer Tötungsanlage werden über 8000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen. Widerstandskämpfer bilden im Lager eine Untergrundorganisation, um gegen die SS vorzugehen. Die Amerikaner erreichen im April 1945 Buchenwald.

Sowjetisches Speziallager 1945 bis 1950: Das "Speziallager Nr. 2 Buchenwald" ist eines der Lager und Gefängnisse in der Sowjetischen Besatzungszone, die von der Besatzungsmacht zur Internierung von Deutschen benutzt werden, in Buchenwald sind das vor allem Funktionsträger der NSDAP, aber auch Jugendliche und Denunzierte. Rechtsförmige Verfahren, so heißt es bei der Gedenkstätte, gab es nicht. Insassen sterben vor allem an Hunger. Im Februar 1950, kurz nach der Gründung der DDR, wird das Lager aufgelöst.

Nationale Mahn- und Gedenkstätte der DDR: Am Südhang des Ettersberges lässt die DDR 1958 ein monumentales Denkmal errichten. Im Zentrum des Gedenkens stehen deutsche kommunistische Widerstandskämpfer. Damit soll auch der Führungsanspruch der SED in der DDR untermauert werden.

Neukonzeption der Gedenkstätte seit 1990: Nach dem Ende der DDR wird das Konzept der Gedenkstätte Buchenwald überarbeitet, um künftig aller ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers angemessen zu gedenken. Auch an das sowjetische Speziallager wird seither erinnert. (kl)

www.buchenwald.de

Bewertung des Artikels: Ø 3.8 Sterne bei 4 Bewertungen
14Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    2
    dwt
    06.05.2019

    @Hinterfragt:

    Man muss nicht Links sein, um Rassismus zu verabscheuen.

  • 3
    5
    Malleo
    05.05.2019

    simple..
    Lesen Sie bei black und lassen Sie die Phantasie schweifen.

  • 3
    5
    SimpleMan
    04.05.2019

    @Malleo Was soll von Plauen ausgehen? Soll das irgendetwas mit dem Fahnenzug vom III. Weg zu tun haben?

  • 4
    6
    Malleo
    04.05.2019

    black...
    Nanu,
    hatte wir 1989 nicht eine Diktatur und heute eine Demokratie?
    Sehr daneben!!
    Aber 89 ging es auch von Plauen aus.
    Gibt es doch Parallelen?

  • 4
    5
    Blackadder
    04.05.2019

    @Mallei: "Wie geht das, mit Anstand und Geschichtskenntnis einen Politikwechsel herbeizuführen?"

    1989 ging das auch.

  • 4
    4
    DTRFC2005
    04.05.2019

    @BlackSheep: Ich bin durchaus nicht zufrieden mit der Politik, aber wie schon andere bemerkten, muss man nicht noch mit radikalen Parteien sympatisieren und diese wählen. Sie finden es falsch diese Wähler zu kritisieren und zu deffamieren? Sie irren, denn es ist nur meine Meinung. Na, dann lauschen Sie doch auch mal hier in den Kommentaren oder den Sozialen Netzwerken, wie genau diese Wählerschaft auf diejenigen schaut und über diese spricht, die nicht ihrer Ansicht sind. Wie positionieren Sie sich denn dazu? Ist das für Sie in Ordnung oder darf unsere Demokratie unterschiedliche Ansichten aushalten?

  • 2
    1
    Hinterfragt
    04.05.2019

    Richtig @dwt, und deshalb wähle ich "Die Linke" NICHT ...

  • 4
    2
    DTRFC2005
    04.05.2019

    @BlackSheep: Ich bin durchaus nicht zufrieden mit der Politik, aber wie schon andere bemerkten, muss man nicht noch mit radikalen Parteien sympatisieren und diese wählen. Sie finden es falsch diese Wähler zu kritisieren und zu deffamieren? Sie irren, denn es ist nur meine Meinung. Na, dann lauschen Sie doch auch mal hier in den Kommentaren oder den Sozialen Netzwerken, wie genau diese Wählerschaft auf diejenigen schaut und über diese spricht, die nicht ihrer Ansicht sind. Wie positionieren Sie sich denn dazu? Ist das für Sie in Ordnung oder darf unsere Demokratie unterschiedliche Ansichten aushalten?

  • 5
    1
    Nixnuzz
    04.05.2019

    @Blackadder: Von mir auch was grünes. Stimmt. Wahlen liefern oft ein Stimmungsbild bzw. die Wochen davor, wenn 4 - 6 Meinungsabfrager ihre Statistiken auffüllen und publizieren. Die Wahlprogramme bzw. ihre kurzfritigen Plakate sind doch nur die Spitze eines Eisberges, dessen politisches Un-wesen unterhalb des Tagesgeschäftes treibt. Vielleicht erstickt der tägliche Konsum vielfach die sozialen Probleme und deren Schieflage. Nur ob da einseitige nationale radikale Gedanken und Lösungen im Welthandels- und Produktions-Netzwerk etwas sofort und zielgerichtet ändern, wag ich mehr als zu bezweifeln. Vielleicht sollte uns mehr interessieren, wenn in China ein Sack Reis umfällt - weil der genau in der Handelskette mit einem Alu-Giesser hier oder Kleinteil-Plaste-Spritzer hier liegt. Wir sind vielleicht noch Spitzenmäßig..weil Teile unserer Produktion in China für Wert befunden wird, eingebaut und auf dem Weltmarkt vertickt zu werden. Und wenn unsere soziale Marktwirtschaft nur per Mord und Totschlag überarbeitet werden soll, finden wir uns am Ende der Weltmarkt-politischen Nahrungskette ganz weit hinten - als Import oder Sekundär-Produkte-Land wieder. Hiesiger Überlebenskampf ahoi??

  • 5
    4
    Malleo
    03.05.2019

    black..
    Wie geht das, mit Anstand und Geschichtskenntnis einen Politikwechsel herbeizuführen?
    Mit Nachdruck für Sie: Die AfD ist eine Konsequenz von Merkel, wie
    auch Trump eine Konsequenz ist!

  • 16
    8
    dwt
    03.05.2019

    Man muss schon sehr arm sein, um als Protest radikale zu wählen.

  • 15
    10
    Blackadder
    03.05.2019

    @Blacksheep: Es ist durchaus möglich, mit der Politik unzufrieden zu sein ohne gleich eine rechtsradikale Partei zu wählen. Mit etwas Anstand und Geschichtskenntnisen ist das sogar sehr gut möglich.

  • 10
    14
    BlackSheep
    03.05.2019

    Ein Roter ist von mir, in dem Fall will ich es begründen. Wir haben nun mal die Situation das wir nur zur Wahl Einfluss auf die Situation im Staat nehmen können. Vor dem Hintergrund finde ich es falsch die Wähler einer Partei zu kritisieren und sich nicht mit denen zu beschäftigen die die Wähler in die Arme dieser Partei treiben. An der Entwicklung derAfD Bundesweit sieht man doch mehr als deutlich das viele mit der Politik zu Zeit unzufrieden sind, aber anstatt sich damit zu beschäftigen genügt es auch Ihnen DT... die Wähler zu diffamieren.

  • 17
    11
    DTRFC2005
    03.05.2019

    "Heute geht es natürlich nicht um Schuld". Leider definieren das viel wie : "Ich bin an den Verbrechen von damals nicht schuld! Lasst mich damit in Ruhe! " Natürlich geht es in der heutigen Zeit nicht um die Schuld derer, die 1933 Anstifter, Mitläufer und Wegducker waren. Den Schuh muss sich keiner der nach 1945 ( oder etwas eher als Kind ) anziehen. Aber, wenn man diese geschichtliche Tragödie verharmlost oder als Lüge bezeichnet und erkennen lässt, das "Menschen werden bis heute ausgegrenzt, schief angeguckt, weil sie anders sind als eine wie auch immer zu definierende Norm. " als richtig definiert, ist man Schuld an der heutigen gesellschaftlichen Verrohung, dem Gegeneinander, Hass und Angst. Wer dies noch fleißig befeuert und genaudiejenigen wählt, die diesen damaligen Brandstiftern im Geiste allzu ähnlich agieren, der darf sich mit Recht den Schuh an der heutigen und zukünftigen Situation anziehen.



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