Karls Erlebnis-Dorf: Döbeln hofft auf mehr Touristen

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Mit dem Standort in Döbeln hat sich der Investor gegen einen Standort nahe Dresden entschieden. Es wird aber noch dauern, bis der Freizeitpark steht.

Döbeln/Bannewitz.

Pech für Bannewitz, Glück für Döbeln: Ursprünglich wollte der Investor Robert Dahl in der gut 11.000 Einwohner zählenden Gemeinde südlich von Dresden Sachsens erstes Erlebnis-Dorf errichten. Nahe der A17 sollte für 13 Millionen Euro ein landwirtschaftlich geprägter Erlebnispark für Familien entstehen. Nun ist klar: Bannewitz ist raus. Dahls Firma Karls wird in Döbeln (Mittelsachsen) bauen. Der Standort ist ebenfalls verkehrsgünstig gelegen - nahe der A14 und der B169. Das Vorhaben in Bannewitz kam offenbar nicht zustande, weil einer der Grundstückeigentümer nicht verkaufen wollte. So jedenfalls begründete Dahl seine Entscheidung gegenüber der "Sächsischen Zeitung".

Die Firma gilt als Deutschlands größter Erdbeerbauer. Bekanntheit erreichte der Familienbetrieb aus Rövershagen bei Rostock aber vor allem durch seine Freizeitparks, die unter dem Namen "Karls Erlebnis-Dorf" betrieben werden. An fünf Standorten in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg gibt es solche Parks schon. Sie sind eine Mischung aus Hofladen, gläserner Manufaktur, Restaurantbetrieb und Fahrgeschäften. Der Eintritt ist stets kostenlos, nur für einzelne Attraktionen müssen Gäste zahlen. 1993 hatte die Firma in Rövershagen den ersten Park eröffnet. Seitdem ist Karls kontinuierlich gewachsen. Das Konzept aus Familienfreundlichkeit, Abenteuererlebnis, Gastronomie und Manufakturen kommt offenbar an beim Publikum. Neben den Parks gehören auch eine Erlebnisgaststätte in Warnemünde und ein Rittergut mit Restaurant nahe Magdeburg zum Portfolio. Im zuletzt veröffentlichten Geschäftsbericht für das Jahr 2018 standen knapp 54 Millionen Euro Umsatz zu Buche. Unterm Strich blieb ein Gewinn von gut 6,4 Millionen Euro. Im Schnitt mehr als 600 Mitarbeiter hatte Karls zuletzt auf der Gehaltsliste. Und in den nächsten Jahren dürften, wenn alles gut geht, die Zahlen weiter nach oben gehen. Der Park im brandenburgischen Elstal wird ausgebaut. Und mit Döbeln entsteht zudem ein gänzlich neuer.

Döbelns Oberbürgermeister Sven Liebhauser (CDU) hatte bereits vor einem Jahr bei Dahl um den Standort geworben. Vor fünf Monaten habe man dann begonnen, intensivere Gespräche zu führen - bis jetzt eine Grundsatzentscheidung im Beisein Dahls getroffen worden sei, schildert Liebhauser. Der Verkauf des Grundstücks im neuen Gewerbegebiet ist demnach in Sack und Tüten. Viele positive Rückmeldungen habe er auf die Ansiedlungsnachricht erhalten, sagt der OB. Er ist überzeugt, dass die Stadt touristisch davon profitieren wird. "Ich denke, dass Döbeln allgemein an Bekanntheit gewinnen wird." Ein Strategiekonzept will die Stadt dafür erarbeiten.

Vorerst gehe es aber um formale Dinge, erklärt Liebhauser. Es müsse Baurecht geschaffen und ein Bebauungsplan erstellt werden. Bis sich die Baukräne drehen werden, wird es deshalb noch etwas dauern - zwei Jahre vielleicht, schätzt er. 17 Hektar Fläche hat sich der Investor gesichert. Platz finden sollen darauf Gastronomie, ein Hotel mit 200 Betten, eine Manufaktur, Attraktionen und 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche.

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55 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    2
    gelöschter Nutzer
    16.10.2020

    Der Karl liefert. Es gibt einen onlineshop. Da gibts die gute Erdbeermarmelade und auch Holzofenbrot.
    Jede Investition in Sachsen ist sinnvoll.

  • 8
    12
    Windhose
    16.10.2020

    Lesemuffel, der "Karl" liefert gar nichts. Hinfahren soll man und (viel) Geld ausgeben. Wieder wird eine unversiegelte Fläche von mind. 15 Fußballfeldern sinnlos verschwendet.

  • 1
    8
    tbaukhage
    16.10.2020

    Hat jemand Infos, ob der Anfang 2020 anvisierte Standort eines "Karls Erdbeerhof" am Dresdner Stadtrand noch spruchreif ist?

  • 17
    1
    Gegs
    16.10.2020

    Nicht nur die Erdbeeren; ist gibt dort auch allerhand andere herrliche Dinge, die keiner braucht, aber jeder haben will.

  • 16
    5
    Progress
    16.10.2020

    Gute Nachricht! Hoffentlich liefert er die süßen Erdbeeren dann auch bis Chemnitz.