Kaum Corona-Neuinfektionen in Sachsen - Demonstrationen gegen Maßnahmen

Die bestätigten Fälle nehmen weiterhin nur noch langsam zu. Auch Protest gegen staatlich verordnete Schutzregeln hat weniger Zulauf - und Gegenwind.

Dresden/Leipzig.

Trotz umfangreicher Lockerungen hat sich die Zahl bestätigter Corona-Neuinfektionen am Wochenende in Sachsen weiterhin nur wenig erhöht. Nach der Übersicht des Gesundheitsministeriums vom Sonntag kamen gegenüber Freitag insgesamt 25 Fälle dazu. Seit Beginn der Pandemie haben sich nun 5304 Menschen in Sachsen nachweislich mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert, die Zahl der Todesopfer liegt unverändert bei 210. Geschätzt wird, dass nun 4860 Betroffene wieder genesen sind.

Ungeachtet der Entwicklung haben am Samstag wieder mehrere Hundert Menschen gegen Restriktionen zur Eindämmung der Corona-Pandemie demonstriert. Kritiker der Maßnahmen sowie von Grundrechtseinschränkungen und befürchteter Zwangsimpfungen versammelten auf dem Leipziger Markt laut Polizei rund 300 Teilnehmer, ebenso viele waren es bei einem «Spaziergang» im Großen Garten in Dresden. Etwa 200 Vogtländer zogen am Samstagnachmittag durch Plauen. Alle Versammlungen verliefen den Angaben nach weitestgehend störungsfrei.

In der Leipziger Innenstadt protestierten zugleich Hunderte gegen Verschwörungstheorien und für Solidarität statt rechter Hetze. An dem Aufzug nahmen nach Polizeiangaben rund 350 Menschen teil. Auf Transparenten forderten sie, Grundrechte zu schützen oder einfach «Abstand zu Antisemitismus, Rechten und Verschwörungstheorien». Die Aufzüge blieben bis auf einige Ermahnungen und Verstöße gegen Corona-Schutzauflagen und Vermummungsverbot störungsfrei, wie die Polizei bilanzierte.

Unterdessen einigte sich die Koalition darauf, den Pflegebonus des Bundes in Corona-Zeiten um bis zu 500 Euro aufzustocken. Das Gesundheitsministerium rechnet mit Kosten von 30 Millionen Euro. Damit werde der besondere Einsatz der Beschäftigten in der Altenpflege honoriert, die bei Versorgung und Betreuung von Risikopatienten mitunter an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD).

Nach Angaben des Vize-Landeschefs der SPD, Henning Homann, bekommen die rund 70 000 Pflegekräfte im Freistaat zu den bis zu 1000 Euro vom Bund bis zu 500 Euro vom Land dazu. «Wer viel leistet und große Verantwortung trägt, verdient mehr.» Homann sieht den Bonus als «kurzfristige wichtige Anerkennung» und ersten Schritt. Ziel bleibe ein Pflege-Tarifvertrag, der gerechte Löhne sichere und Arbeitsbedingungen dauerhaft verbessere. (dpa/samü)

 

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19Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    mops0106
    01.06.2020

    @ralf: Ich habe diese Maßnahmen zur Sicherheit für kranke und alte/ kranke Menschen schon im März gefordert. Alle anderen Maßnahmen habe ich abgelehnt und lehne sie noch heute ab (obwohl ich sie einhalte). Ich habe Corona nie für einen besseren Schnupfen gehalten. Das Virus kann für die oben genannten Menschen wie jedes Virus dieser Art sehr gefährlich werden. Und Pandemievorsorge hätte spätestens seit 2012 getroffen werden müssen. Wenn mal eine Seuche etc. kommt, die für alle wirklich gefährlich ist, dann gute Nacht. Im Übrigen, ich bin krankheitsbedingt selbst stärker gefährdet, "darf" das also schreiben.
    Ich weiß, was ich geschrieben habe in den letzten Monaten und stehe zu meiner Meinung.

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    ralf66
    01.06.2020

    @mops 0106, sie widersprechen sich schon wieder, Sie haben bisher in all Ihren Beiträgen geschrieben, dass die Corona-Maßnahmen des Staates der Länder völlig übertrieben und unverhältnismäßig waren und sind, die im März getroffenen Maßnahmen waren für Sie wegen des R-Wertes der damals schon bei 1,0 gelegen hätte völlig unnötig, jetzt fordern Sie, dass man hätte schon viel früher wie im März 2020 materielle Vorkehrungen größeren Ausmaßes Bundesweit zum Schutz vor Corona treffen müssen, der Pandemie-Plan von 2012 hätte abgearbeitet werden müssen, wenn Corona nix weiter ist warum sollte denn der Staat dann solchen Aufwand betreiben, solchen Aufriss machen, was fordern denn Sie hier eigentlich ein? Corona für einen besseren Schnupfen halten aber auf der anderen Seite unverhältnismäßig hohe Forderungen stellen unglaublich so etwas, nehmen Sie's mir nicht übel, Sie schreiben wie Sie es brauchen, wer das hier nicht mitbekommt, der ist selber Schuld.

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    OlafF
    01.06.2020

    Das erwartete Katastrophenszenario ist ausgeblieben. Was jedoch noch ausbleibt ist die Aufarbeitung der " Kolateralschäden" und die Schäden am Vertrauen an die Legislative. Leeren " Coronastationen" stehen nun nachzuholende OP- Programme und nachzuholende Therapie-und Reha- Maßnahmen gegenüber. Es bleibt abzuwarten, ob das Vertrauen der Pflegekräfte und Ärzte, welche sich zeitweise mit "Putzlappen" vor dem Gesicht, ob fehlender MSN und FFB , schützen mussten , durch Heldengesänge und Geldprämien, wieder hergestellt werden kann? Was bleibt ist die Sehnsucht danach, die Lieben fernab von Zwang und Bevormundung wieder in die Arme schließen zu dürfen, ohne der ständig verwirrenden statt aufklärenden Zahlenpropaganda. Macht dies nicht auch einen Teil unserer gegenseitigen Daseinsfürsorge aus?

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    mops0106
    01.06.2020

    @klapa: Danke. Ich schreibe, wo es angebracht ist, lieber etwas persönlicher. Ich finde das besser, als sich Polemiken "um die Ohren zu hauen".

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    mops0106
    01.06.2020

    @ralf:
    Ich bediene mich nicht der Zahlen, wie ich sie brauche. Selbst das RKI sagt ja, dass die Dunkelziffer höher als ein Drittel ist.
    Nach dem Pandemieplan von 2012 sollte ausreichend Zeit gewesen sein für Vorsorge und Vorräte. Der Bund sagte, die Schutzmaterialien wären Ländersache. Die Länder verweisen an den Bund zurück. Sich darum kümmern und zahlen wollte niemand. Spätestens Ende Dezember hätte der Bund einkaufen gehen müssen. Aber da wurde immer noch nichts getan und noch eine Riesenfuhre Masken nach China geschickt. Also bleibe ich dabei: Bund und Länder haben versagt.
    Von den Schutzmaterialien, die zur Verfügung standen, hätten von Anfang an außer den Krankenhäusern auch die Heime versorgt werden müssen. Die Regierung hätte schon Anfang des Jahres ohne große bürokratische Hürden und ewige Genehmigungsverfahren Aufträge an Firmen in Deutschland geben müssen, um Masken zu fertigen. Auch hier hat die Regierung meiner Meinung nach versagt.
    Bei ausreichenden Schutzvorkehrungen/ -Materialien und ausreichend Personal in den Heimen hätte es Möglichkeiten für Besuche in Heime nicht nur geben können sondern müssen. Wie schlecht es auch hier aussieht, weiß jeder. Auch hier hat die Regierung versagt.
    Erst 78 Tage nach Bekanntwerden des ersten Falls hat unsere Regierung mit unserer "Rettung/ Schutz" erst angefangen!
    Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

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    ralf66
    01.06.2020

    @Mops 0106, sind Sie wieder dabei das RKI-Zahlenwerk auszuwerten und sich den Zahlen zu bedienen die Ihnen am besten für Ihre Argumente in den Kram passen, immer gerade wie Sie es brauchen, schenken Sie den Mitteilungen und Zahlen des RKI Vertrauen oder auch nicht, dass fällt Ihnen aber selber bei Ihrem ganzen widersprüchlichen Geschreibe nicht mehr auf. Erst schreiben Sie es gäbe eine hohe Sterberate in den Pflegeheimen und das hier der Staat versagt hat, danach lamentieren Sie, dass Sie durch die getroffenen Corona-Maßnahmen in Alten- und Pflegeheimen ihre Verwandtschaft nicht besuchen dürfen.
    Denken Sie denn wirklich, dass in kurzer Zeit getroffene Maßnahmen so getroffen werden konnten, dass es jedem Menschen, jeder Partei in den Kram passt, dass alles so fein und sauber ausgearbeitet werden konnte, so dass alles jedem 100% gefallen hätte, dass bekommt man ja heutzutage nirgends, nicht mal im Normalfall egal auf welcher Ebene in der Familie, bei der Arbeit, in der Freizeit oder im Verein hin, geschweige bei schnell mit wenig Zeit in der Vorbereitung getroffenen Maßnahmen für ca. 83 Millionen Einwohner.

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    klapa
    01.06.2020

    Mops, diese aufrichtige und auch persönliche Art von Ihnen ist mir außerordentlich sympathisch.

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    klapa
    01.06.2020

    ralf66, ich enthalte mich aus Höflichkeit jeden Kommentars. Was Sie als höflichen Umgang ansehen, ist mir fremd.

    Lesen Sie noch einmal, was mops dazu meint. Eifern erstzt keine Argumente.

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    ralf66
    01.06.2020

    @Klapa, im Ton habe ich mich nicht vergriffen sondern die Wahrheit gesagt und die Realität ist, dass die paar wenigen Hotspotaltenheime im gesamten Bundesgebiet einen ganz kleinen Teil aller Alten- und Pflegeheime darstellen wo viele Corona-Opfer zu beklagen waren und das lag an den Vorkehrungen die man getroffen hatte und das können Sie nicht einfach damit wegdiskutieren in dem Sie nur vorbringen, dass dort Menschen ohne jede Begleitung und Zuspruch gestorben sind, nein, der größte Teil der alten Menschen in den Altern- und Pflegeheimen im gesamten Bundesgebiet ist durch die Corona-Maßnahmen in den Heimen, auch wenn Sie hart waren und sehr viel Entbehrungen mit sich brachten heute noch am Leben.

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    mops0106
    01.06.2020

    @klapa: Richtig. Laut RKI sind ein Drittel der Corona-Toten Bewohner von Pflegeheimen/ Dunkelziffer höher. Viele Länder/ Kommunen haben schon gemeldet, dass es 50/ 60 Prozent sind.

    Dass hier der Staat/ unsere Regierung (Bund/ Land) total versagt hat, sehen leider viele Menschen immer noch nicht, was sich in den hohen Werten für die CDU zeigt. Dazu musste man kein Wissenschaftler sein, um vorauszusehen, dass das so kommen wird. Ich habe mich dazu schon im März in mehreren Kommentaren geäußert und auch viel Gegenwind erfahren.
    (Und das mit dem Ton ist mir schon länger aufgefallen.)

    Im Übrigen: Meine Schwiegereltern sind beide im Heim (Pflegestation und betreutes Wohnen). Meine Schwiegermutter muss schon so ständig ins Krankenhaus. Wir konnten sie nicht besuchen. Sie hat ständig gefragt, wann endlich jemand von uns kommt. Jetzt ist die Katze noch gestorben und sie hat sich ganz aufgegeben. Falls sie wieder von der ITS kommt, dann auch nur noch auf die Pflegestation.

  • 4
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    klapa
    01.06.2020

    Nein, ralf66, ich hätte nichts anderes geschrieben.

    Wie Sie wohl auch wahrgenommen haben, sind die alten Leute in den Hotspot-Altenheimen in allen Teilen Deutschlands weggestorben wie die Fliegen, ohne jede Begleitung und ohne jeden Zuspruch. Das ist nicht menschlich für mich.

    Und wenn Sie das nicht wahrnehmen willen, verkennen Sie m.E. die Realität.

    Und das Sie sich im Toin vergreifen, fällt Ihnen in Ihrem Eifer nicht einmal auf.

  • 4
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    ralf66
    01.06.2020

    @klapa, wenn in Pflege- u. Altenheime oder in anderen medizinischen Einrichtungen auf Grund unterlassener Maßnahmen die Leute weggestorben wären wie die Fliegen, dass hätte Sie obendrein noch familiär selber betroffen würden Sie hier und da bin ich mir sicher, ganz etwas anderes schreiben!
    Jetzt wo alles bisher nicht so schlimm verlaufen ist, warum das so ist kommt Euch weniger in den Sinn, es wird mit keiner Silbe erwähnt, dass die getroffenen Maßnahmen zu der guten Begrenzung der Pandemie in Deutschland beigetragen haben, jetzt reißt Ihr die Klappe auf, behauptet Ihr würdet alles besser wissen oder gewusst haben, wie man hätte mit der Pandemie umgehen müssen.

  • 7
    6
    klapa
    01.06.2020

    Immer mehr Verfassungsrechtler warnen davor, das Infektionsschutzgesetz über das Grundgesetz zu stellen.

    Notlagenmaßnahmen würde nicht die Außerkraftsetzung von Freiheitsrechten zugunsten eines Obrigkeits- und Überwachungsstaates rechtfertigen, meint der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier.

    Das Infektionsschutzgesetz sei dafür, auch auf Grund seiner unkonkreten Formulierung, keine Rechtsgrundlage

  • 6
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    klapa
    01.06.2020

    Das, was Pflege- und Altenheimbewohner in den letzten Wochen und auch jetzt noch auf Grund der restriktiven Auslegung hygienischer Vorgaben zu erleben haben, grenzt an Entmüdigung.

    Der Betreiber einer Einrichtung in Werdau will nichts von Infektionsfällen in seiner Einrichtung gewusst haben und war lange Zeit nicht einmal telefonisch erreichbar. Sind hier irgendwelche Konsequenzen geplant?

    Die Alten resp. Senioren bzw. Kranken sind neben den Kindern die Schwächsten der Gesellschaft. Sie haben keine Lobyy. Ihre für uns alle relevanten produktiven Leistungen, die zu Reichtum und Wohlstand der Allgemeinheit beigetragen haben, liegen hinter ihnen. Man erinnert sich nicht mehr daran.

    Sie verursachen nur noch Kosten und so werden unsere Eltern und Großeltern behandelt.

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    Steuerzahler
    01.06.2020

    Ein Pflegebonus für die Beschäftigten der Altenpflege. Und was ist mit den Beschäftigten der Pflege in den Behindertenheimen? Dort sind die Behinderten, egal ob 18 oder 40 seit Monaten mehr als eingesperrt und die Pfleger und Betreuer müssen sehen, wie sie klar kommen mit Besuchsverbot, Schließung der Werkstätten, Änderungen im Tagesablauf usw. usf. An diesen Betroffenen scheint das Interesse weitgehend vorbei zu gehen.

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    AliceAndreas
    31.05.2020

    @1371270

    Völlig richtig! Und das schon seit 1,5 Monaten !!

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    BuboBubo
    31.05.2020

    "Für mich ist die Corona-Epidemie, zumindest in Sachsen, komplett überstanden."

    Gratuliere, 1371270!

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    Howil1962
    31.05.2020

    Nein, es ist noch nicht überstanden. Leider. Das Virus ist in der Welt und es kann erst überstanden sein, wenn es eine Impfung oder wenn 60 bis 70% der Menschen die Krankheit in irgendeiner Form durchlitten haben. Gleichwohl gestattet uns die niefrige Infektionsrate eine annnähernd normale Lebensführung. Auch wenn noch eine Menge bis dahin fehlt

  • 21
    35
    1371270
    31.05.2020

    5 Fälle bei 4 Mill. Einwohnern in Sachsen ist für mich so gut wie Null!
    Da ist das Wort "Anstieg" in der Überschrift einfach lächerlich.
    Für mich ist die Corona-Epidemie, zumindest in Sachsen, komplett überstanden.