Keine Batterie-Forschungsfabrik für Sachsen

Leipzig (dpa/sn) - Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) hat enttäuscht auf die Standortwahl der Bundesregierung für eine Batteriezellen-Forschungsfabrik reagiert. «Im Sinne der stärkeren Förderung der ostdeutschen Länder, wie es von der Bundesregierung im Zuge der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Deutschland immer wieder zugesichert wird, wäre eine Entscheidung für Sachsen sehr nachvollziehbar gewesen», sagte Stange am Freitag.

Der Freistaat hatte für Großröhrsdorf im Landkreis Bautzen als Standort für die ausgeschriebene erste Batteriezellen-Forschungsfabrik geworben. Doch seit Freitagmorgen steht fest, dass Sachsen bei der Standortwahl nicht berücksichtigt wurde.

Der Hauptforschungsstandort soll in Münster sein. Weitere Standorte für einzelne Aspekte der Forschung seien in Salzgitter, Ulm und Karlsruhe sowie Augsburg vorgesehen, erläuterte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Die «Forschungsfertigung Batteriezelle» soll dazu beitragen, die Abhängigkeit von Asien bei der Elektromobilität zu beenden. Dafür will der Bund rund 500 Millionen Euro investieren.

Stange kündigte an, dass sie sich die Begründung für die Vergabe nach Münster genau ansehen wird. Trotz der Absage soll die Forschung zu modernen Speichertechnologien in Sachsen vorangetrieben werden.

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10Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    0
    Zeitungss
    01.07.2019

    Der Beitrag im Mittagsmagazin sagt eigentlich ALLES, wer es gesehen hat, darf sich seine Gedanken machen. Für die Wissenschaftsministerin war die Befragung schon peinlich, denn sie stand kurz vor dem Erklärungsnotstand, was man in solchen Fällen mit bla, bla und so weiter auffüllt und somit eine richtige Antwort umgeht. Bei der nächsten Wahl möchte man schließlich seine "Startrampe" nicht verlieren. Mit dem eigenen Wahlkreis hat das nun wirklich NICHTS zu tun, habe ich heute dazugelernt und man lernt bekanntlich nie aus.

  • 3
    1
    cn3boj00
    01.07.2019

    Die zuständige Ministerin kommt ja zufällig aus der Nähe von Münster. Ein Schelm wer arges dabei denkt. Der Osten ist nicht nur bei öffentlichen / staatlichen Einrichtungen, auch bei Wirtschaftsunternehmen die Kapital in eine Region bringen extrem unterrepräsentiert. Und - natürlich - bei Entscheidungsträgern in der Politik. Außer Mutti, die sich nur ums Ausland kümmert, ist gerade ein Ministerium von 15 mit einer Ostbiographie besetzt.
    Aber die braven Ostpolitiker wundern sich immer nur, dass wir nicht mit ihnen die "Erfolge" feiern sondern besorgt sind. Selbst aus den letzten Wahlen hat man nichts gelernt. Wann wacht der Kretschmer endlich auf? Als Ausgleich bekommen wir 50 Millionen Bäume.

  • 4
    0
    Nixnuzz
    01.07.2019

    Mittags-Magazin heute / Interview mit der Wissenschaftsministerin. Bla,bla, Fraunhofergesellschaft..6 Standorte....Ibbenbüren...Wahlkreis ...Wissenschaftsministerin..Egal - mir hat es gereicht!

  • 8
    0
    noersch
    01.07.2019

    Batteriefabrik in die ,,neuen Länder" fand ich gut ,aber woher kommt die Wissenschaftsministerin aus NRW,da gibt
    es keine Hoffnung für den Osten,wo kommen oder kamen die 3 letzten Bundesverkehrsminister her ,aus Bayern Hoffnung für eine baldige Fertigstellung der A72 Pustekuchen,Anschluß des Bahnverkehrs über Hof nach Nürnberg ebenso wir bauen in Richtung Tschechien,laut Söder.Die Möglichkeiten trotz Einstellung der Tagebaus und der Zuwendungen daraus bestimmen Bayern und NRW da haben Sachsen, Thüringen und Brandenburg sich bitte schön hinten anzustellen, wir bestimmen was im Osten gemacht wird!!!!Das ist so und das bleibt so ,ausser es wird eine andere Partei gewählt,da hat man jetzt schon vor den Landtagswahlen Muffen saussen ,denn die Menschen im östlichen Sachsen werden die Aussage über diese Kunkelei bestimmt anders bewerten als die Menschen aus Münster.

  • 1
    2
    Interessierte
    01.07.2019

    Wenn die Westler die Arbeitsplätze ´selber` benötigen , warum sollen die denn da welche in den Osten bringen ... ?

    Das ist wie vor der Wende ....
    Da waren 3 Millionen niedere Arbeitsplätze im Westen frei , welche die Ostler übernehmen konnten
    Und dann waren 2 Millionen hohe Arbeitsplätze im Westen im Überschuß , welche man im Osten unterbringen könnte , wenn man dort die Leute entläßt ...

    Damit war der Westen am Ende
    Und der Osten war ( an sich) auch am Ende
    Damit mußte der Osten weg , ehe man selber untergeht , ggf. durch den Osten
    Und das hatte doch gut geklappt mit gewisser christlicher Unterstützung und der Konterrevolution von Außen

  • 5
    0
    Malleo
    30.06.2019

    Anständige Leute, gehören CDU- Ministerinnen auch dazu(?), machen so etwas nicht.
    Geschmäckle hoch drei.
    Die Strukturgebeutelten werden es der CDU danken.
    So geht Wahlkampf für blau.

  • 7
    0
    Tauchsieder
    29.06.2019

    Erst der A...htritt von MP Söder an die ostdeutschen MP, den Kohleausstieg schon bis 2030 und jetzt dieser Affront. Damit ist dieses Abkommen des Kohleausstiegs bis 2038 und der damit verbundenen Ansiedlung von Zukunftstechnologien in der Lausitz nur noch Makulatur. Der Wähler ist doch nicht auf den Kopf gefallen, er weiß doch wie der Hase läuft. Es besteht seitens des Bundes kein Interesse hier ein Zeichen zu setzen. Man hätte hier diesem Abkommen ein ordentliches Fundament gegeben. Wie lang will sich hier der Rotschopf noch auf der Nase herumturnen lassen, kündigen sie doch dieses Abkommen auf Hr. MP.
    Sollte es am 1.9. wirklich dazu kommen, dass die AfD stärkste Partei in Sachsen und vielleicht nicht nur dort wird, dann sind es genau solche Zeichen und Sargnägel für die CDU.

  • 4
    2
    Nixnuzz
    29.06.2019

    Selbst als Wessi geht mir diese Entscheidung gegen den Strich. Zumindest in einen der 3 "Ossi"-Industriestaaten wäre dies sinnvoll anzusiedeln gewesen. Ford und BASF Freigesetzte dürften in Münster wohl auch nicht Ersatzarbeitsplätze aufsuchen??...

  • 6
    1
    Zeitungss
    29.06.2019

    Die großen Standorte der deutschen Autohersteller haben ihre Werke nun einmal in Münster, oder war es doch nur die Telekom ??? Wie es in Deutschland wirklich läuft, sollte auch der letzte Ostler inzwischen mitbekommen haben.

  • 5
    2
    cn3boj00
    29.06.2019

    Wieso sollte die Bundesregierung auch mal was sinnvolles für Sachsen tun. Sachsen hat ja keine Probleme. Un der Kohleausstieg ist ja dank der CDU / SPD in so weiter Ferne, da muss man ja jetzt noch nichts tun. Vielleicht gibt es ja irgendwann mal eine Produktionshalle zur Akkuherstellung in der Lausitz, nachdem sich die entsprechenden Unternehmen im Westen angesiedelt haben. So war es doch immer, und so wird es bleiben. Weil Versager das Land führen. Wo ist der Aufschrei von Kretschmer? Wieso steht der nicht bei Merkel auf der Matte? Wenn hier keine Hochtechnologieunternehmen angesiedelt werden ist es um den Wirtschaftsstandort Sachesen (der je eh nur verlängerte Werkbank ist) schlecht bestellt.



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