Erster ganztägiger Warnstreik legt Leipziger BMW-Werk lahm

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Vier Verhandlungsrunden haben in der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen bisher kein Ergebnis gebracht. Nun hat die Gewerkschaft eine weitere Streikwoche eingeläutet.

Leipzig/Limbach-Oberfrohna (dpa/sn) - Beim ersten ganztägigen Warnstreik in der aktuellen Tarifauseinandersetzung in Sachsen haben Beschäftigte des Leipziger BMW-Werkes ihre Arbeit niedergelegt. Die Aktion hat nach Angaben der IG Metall am Dienstagmorgen mit der Frühschicht begonnen. Die gesamte Produktion in dem Werk stehe still, sagte Gewerkschafter Bernd Kruppa. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens. Insgesamt waren rund 5500 Mitarbeiter zu dem 24-stündigen Ausstand aufgerufen. Auch beim Autoteilehersteller Vitesco in Limbach-Oberfrohna beteiligten sich laut IG Metall 200 Menschen am Vormittag an einer Aktion; am Abend war eine weitere bei Clarios in Zwickau geplant.

Schon seit Anfang März untermauern die Beschäftigten der Branche in Sachsen mit Warnstreiks ihre Forderungen an die Arbeitgeber. Dabei geht es um rund 4 Prozent mehr Geld sowie einen finanziellen Ausgleich für die längere Wochenarbeitszeit von 38 statt 35 Stunden im Vergleich zu Westdeutschland. Die Gewerkschafter sprechen von einem tariflichen Angleichungsgeld. Vor allem diese Forderung hat sich zu einem Knackpunkt entwickelt und wird vom Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie strikt abgelehnt. Die jüngste Verhandlungsrunde am Montag hatte kein Ergebnis gebracht.

Die Arbeitgeber nehmen Bezug auf den Pilotabschluss in Nordrhein-Westfalen und wollen diesen zügig übernehmen. Dabei verweisen sie auch auf die ostdeutschen Bundesländer Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo dies bereits geschehen sei. Darüber hinausgehende Forderungen würden abgelehnt.

Die Branche zählt in Sachsen rund 190 000 Beschäftigte, doch sind nicht alle Betriebe tarifgebunden. Schon vorige Woche hatte die Gewerkschaft erste ganztägige Warnstreiks geplant. Allerdings war der Arbeitgeberverband dagegen mit einer Einstweiligen Verfügung vor Gericht gezogen. Hatte er vom Arbeitsgericht Leipzig zunächst Recht bekommen, hatte das Landesarbeitsgericht in Chemnitz diese Entscheidung dann wieder abgeändert und die Warnstreiks für rechtmäßig erklärt. Für diesen Mittwoch bereitet die IG Metall weitere Warnstreiks vor.

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