Kim Phuc Phan Thi mit Dresdner Friedenspreis geehrt

Sie ist das Mädchen auf dem berühmten Foto des Vietnamkriegs: 1972 wurde Kim Phuc Phan Thi Opfer eines Napalm-Angriffs auf ihr Dorf. Heute setzt sie sich für Frieden und Vergebung ein.

Dresden (dpa/sn) - Die Vietnamesin Kim Phuc Phan Thi hat am Montag den 10. Internationalen Dresdner Friedenspreis erhalten. Der Verein Friends of Dresden würdigt damit das Engagement der 55-Jährigen für Versöhnung und Vergebung. Ein Foto aus dem Vietnamkrieg von 1972 zeigt sie nach einem Napalm-Angriff auf ihr Dorf als junges Mädchen - nackt, schreiend und schwer gezeichnet. Sie habe sich der Vergebung verschrieben, nicht dem Hass, sagte Gerhart Baum vom Verein Friends of Dresden, der die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung vergibt.

Das preisgekrönte Bild von Kriegsfotograf Nick Ut trug mit dazu bei, dass sich die Haltung der US-Bevölkerung zum Vietnamkrieg änderte. «Mit ihrem Schmerz, ihrem Mut, ihrer Vergebung und ihrem Mitgefühl ist sie ein Vorbild für uns alle», sagte der Herzog von Kent, der ihr die Preisskulptur in der Semperoper überreichte. «Die Welt braucht mehr Engagement für Frieden», sagte Kim Phuc. Der christliche Glaube habe ihr die Kraft zur Vergebung gegeben. «Ich möchte dazu aufrufen, sich der Macht der Vorurteile, des Hasses und der Bitterkeit entgegenzustellen.»

Der Dresdner Preis wird seit 2010 an Persönlichkeiten verliehen, die sich im besonderen Maße um Frieden und Völkerverständigung verdient gemacht haben. Dazu gehören der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow, Pianist und Dirigent Daniel Barenboim, der Herzog von Kent, Whistleblower Daniel Ellsberg und Kriegsfotograf James Nachtwey.

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