Kipping in Sachsen zur Linken-Spitzenkandidatin gewählt

Glauchau (dpa/sn) - Die Linken in Sachsen ziehen mit Katja Kipping als Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf. Die Bundesvorsitzende aus Dresden erhielt am Samstag beim Landesparteitag in Glauchau 84,8 Prozent der Delegiertenstimmen. Sie hatte keinen Gegenkandidaten. Vor vier Jahren hatte sie bei der Wahl auf Platz eins der Landesliste zur Bundestagswahl 79,9 Prozent der Stimmen erhalten. Kipping war als einzige Kandidatin schon im Februar von einem Kleinen Parteitag für den Spitzenplatz auf der ansonsten offenen Liste nominiert worden. Auch die übrigen acht sächsischen Bundestagsabgeordneten wollten in Glauchau erneut bewerben.

Vor der Wahl der Landesliste hatte Sarah Wagenknecht die Delegierten auf den Wahlkampf eingestimmt. Die Fraktionsvorsitzende im Bundestag warnte vor zunehmender sozialer Ungerechtigkeit. Die Linke sei die einzige Wahl für «all diejenigen, die die wachsende soziale Spaltung in diesem Land nicht gut finden», sagte sie. «Alles andere wäre ein weiter so in die soziale Kälte.» Während die deutsche Exportwirtschaft «vor Kraft kaum noch laufen kann und Dividenden sprudeln», hätten 40 Prozent der Bevölkerung heute weniger in der Tasche als vor 20 Jahren.

«Die Ereignisse, die wir in Europa sehen, zeigen doch: Es darf kein neo-liberales weiter so geben», sagte sie mit Blick auf die Wahlerfolge von Populisten wie Marine Le Pen von der rechtsextremen Front National bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Mit ihrer Austeritätspolitik habe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu beigetragen. «Die wichtigste Wahlhelferin von Le Pen war Madame Merkel», sagte sie. «Unsere Stimme wird Merkel nicht für eine weitere Amtszeit bekommen. Das unterscheidet uns von allen anderen (Parteien).»

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3Kommentare
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  • 2
    2
    30.04.2017

    Ich denke, mit Katja Kipping wurde eine gute Wahl getroffen. Diese intelligente Frau ist auch nach außen glaubhaft. Mit Sarah Wagenknecht werden die Linken an Ansehen verlieren. Ihre Reden im Bundestag sind oft irgendwie witzlos und schaden der Partei. Sie müsste baldigst ersetzt werden.

  • 7
    1
    Freigeist14
    29.04.2017

    Wie es um die innere "Einheit" steht sieht man an der unsäglichen,unverschämten und arroganten Diskussion um die Weigerung,Täve Schur in die "Hall of Fame " des Sports aufzunehmen.

  • 5
    3
    Interessierte
    29.04.2017

    Da sollte man sich jetzt vielleicht mal fragen , warum das so ist , diese soziale Ungerechtigkeit und diese Benachteiligung .....

    Wahrscheinlich , weil die Westdeutschen gar kein Interesse haben , dies auszugleichen , die holten und holen immer noch hier nur raus , was zu holen ist und dann will man - hier und an uns ? nur verdienen , irgendwelches einvernehmliches Interesse besteht da nicht , wir ´Schwestern+Brüder` sind nur ein unnötiges Übel , was dazu gekommen ist und man nun irgend etwas draus machen muß , auch , wenn es auf eine ganz skrupellose Art ist ...

    Die hatten über diese 28 Jahre keine Ahnung vom Osten , außer dass das hinter der Elbe eine Diktatur und ein Kommunismus war , was immer ´die` darunter verstanden ; und dass man dort Russisch sprach und kochte , was eben deren Interessenlosigkeit und die somit entstandene Dummheit in Richtung Osten ausdrückt ?

    Und da man mit dem Osten nichts anfangen konnte , hat man begonnen , über ihn und die Menschen zu herrschen , da hat man erst einmal alles abgebaut und dann nach seinen Belangen alles wieder aufgebaut , da hat man sich das Beste an Arbeitskraft geholt und den Rest zum Sklaven gemacht ; und was man ´selber` nicht brauchte , hat man dem Erdboden gleich gemacht ...
    Das wäre so , wie wenn man Polen , die Tschechen oder Rumänien übernehmen und dem Westen anpassen müßte ...

    Auch eine Susanne Fröhlich bestätigte hier , das ´sie´ nichts vom Osten wußten ..
    http://www.ardmediathek.de/tv/Fr%C3%B6hlich-lesen/Fr%C3%B6hlich-lesen/MDR-Fernsehen/Video?bcastId=7545196&documentId=39941844
    ..



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