Klepsch für Widerspruchslösung bei Organspende

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch hat sich für eine Widerspruchslösung bei der Organspende ausgesprochen. Sie sei sich mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) einig, «dass die doppelte Widerspruchslösung ein wichtiges Instrument ist, um die Zahl der Organspenden in Deutschland zu erhöhen», sagte die CDU-Politikerin am Dienstag nach einem Treffen mit Spahn. Die meisten Bürger hätten eine positive Einstellung zur Organspende. «Umso bedenklicher ist es, dass nur wenige einen Organspendeausweis besitzen», betonte Klepsch.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Debatte um die Organspende und die Widerspruchslösung angestoßen. Sein Ziel ist, dass automatisch jeder als Spender gilt, der zu Lebzeiten nicht ausdrücklich widersprochen hat. Auch die Angehörigen können nach dem Tod widersprechen. Bisher gilt das umgekehrte Prinzip, wonach Organentnahmen nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt sind.

Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der Linken im sächsischen Landtag sprach sich für den Vorschlag von Spahn aus. «Die verschwindend geringen Transplantationszahlen stehen in keinem Verhältnis zum Bedarf, es müssen dringend mehr Spenderinnen und Spender her», sagte Susanne Schapers. Wichtig sei aber ein transparentes und niedrigschwelliges Verfahren für den Widerspruch.

In Sachsen warten derzeit in den vier Transplantationszentren landesweit nach Angaben der Vermittlungsstelle Eurotransplant in Leiden (Niederlande) 490 Patienten auf ein lebensrettendes Organ, vor allem eine neue Niere, Leber oder Lunge.

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