Klingenthal: Bundespolizist vom Drogenschmuggel-Vorwurf freigesprochen

Zwickau/Klingenthal. Einer der drei im Jahr 2015 wegen unerlaubter Einfuhr von Drogen verurteilten Bundespolizisten aus Klingenthal ist in zweiter Instanz freigesprochen worden. Das Landgericht Zwickau entschied am dritten Verhandlungstag eines seit August laufenden Berufungsverfahrens, dass der ursprüngliche Tatvorwurf gegen den leitenden Beamten Sascha H. nicht erwiesen sei.

Das Amtsgericht Zwickau hatte den 42-jährigen Gruppenführer im November 2015 wegen der illegalen Einfuhr von Crystal in 14 Fällen zwischen März 2013 und Oktober 2014 zu neun Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Im Gegensatz zu den beiden mitangeklagten Bundespolizisten, die zu einem Jahr beziehungsweise neun Monaten Haft - ebenfalls ausgesetzt zur Bewährung - verurteilt wurden, akzeptierte Sascha H. den Richterspruch nicht. Er ging in Berufung.

Der ursprüngliche Vorwurf, dass er als Gruppenführer den beiden drogenabhängigen Beamten verraten habe, wann die Luft rein ist für die illegale Einfuhr in seinem Klingenthaler Grenzabschnitt, war schon vor dem Amtsgericht verpufft. Doch weil einer der Angeklagten Sascha H. des Drogenkonsums bezichtigte und von gemeinsamen Fahrten nach Tschechien berichtet hatte, sprachen ihn die Amtsrichter seinerzeit schuldig. Für seinen Verteidiger stand jedoch von Anfang an fest, dass es dafür keine Beweise gab. Sascha H. blieb stets bei seiner Aussage, nie Drogen geschmuggelt oder selbst konsumiert zu haben. Der Beamte blieb vom Dienst suspendiert, bezog aber weiterhin Gehalt. Wäre er jetzt erneut verurteilt worden, wäre die Entlassung aus der Bundespolizei eine Folge gewesen.

Die Wende im Prozess am Landgericht kam durch einen der seinerzeit mitverurteilten Beamten. Während der ihn bei den Vernehmungen durch den Ermittlungsrichter noch stark belastet hatte, trat er nun als Entlastungszeuge im Prozess auf. Er sagte aus, dass Sascha H. vom Erwerb der Betäubungsmittel nichts gewusst habe. Da bei diesem durch Drogentests auch keine Spuren von Betäubungsmittelkonsum nachgewiesen wurden, sprach das Gericht ihn letztlich frei. Die Urteile gegen die beiden anderen Beamten sind bereits rechtskräftig. (gt)

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