Koalition will Ausbildung von Erziehern fördern

Dresden (dpa/sn) - Erzieherinnen und Erziehern sollen bei ihrer Ausbildung in Sachsen künftig kein Schulgeld mehr zahlen müssen. Das sieht ein Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU, Grünen und SPD vor, der am Mittwoch im Landtag auf der Tagesordnung steht. «Mit unserem Antrag wollen wir erreichen, dass das Schulgeld in der Erzieherausbildung bereits ab August 2020 vollständig wegfällt», erklärte die SPD-Abgeordnete Sabine Friedel am Dienstag in Dresden. Zudem soll es für die Betreffenden möglich werden, bereits erworbene Qualifikationen auf ihre Ausbildungszeit anrechnen zu lassen und sie gegebenenfalls zu verkürzen.

«Die Engpässe an einigen Einrichtungen zeigen uns bereits jetzt, dass Sicherung und stellenweiser Ausbau des Bedarfs zentral für den Freistaat sind», erklärte Grünen-Politikerin Christin Melcher. Im Koalitionsvertrag habe man sich darauf verständigt, eine «Fachkräftestrategie frühkindliche Bildung 2030» zu erstellen. Dafür brauche man Daten, die bei einem Fachkräftemonitorings erhoben werden sollen. Das Monitoring ist gleichfalls Bestandteil des Antrages.

Nach Ansicht der Landtagsabgeordneten Marika Tändler-Walenta (Linke) ist es mit einer Abschaffung des Schulgeldes aber nicht getan. «In konkurrierenden Ausbildungsberufen gibt es nicht nur deutlich bessere längerfristige Verdienstaussichten, sondern auch eine sofortige Ausbildungsvergütung.» An dieser führe kein Weg vorbei.

Die Linken hatten bereits 2018 die Befreiung vom Schulgeld für Erzieherinnen und Erzieher gefordert. Die AfD sprach sich im Wahlkampf 2019 dafür aus, die Erzieherausbildung durch staatliche Fachschulen fördern und ein angemessenes Ausbildungsentgelt zahlen, um die Attraktivität des Berufs zu stärken.

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