Konzept für einen Schlachthof in Sachsen scheint zu stehen

Im Freistaat fehlt es an Schlachtkapazitäten. Ein neuer Schlachthof soll das Problem lösen - und zugleich für mehr Tierwohl sorgen. Die Standortsuche läuft.

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1212 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    5
    Kellmar
    28.08.2020

    Viele der Kommentare, die auf meinen gefolgt sind, lassen darauf schließen, dass die Verfasser sich noch nie tiefgründig mit der Thematik befasst haben. Ehe Sie das nicht getan haben, bin ich für keine unfundierte Boulevarddiskusion nicht zu haben.

  • 3
    0
    saxon1965
    28.08.2020

    @cn3boj00: Sie haben den Daumen drauf!

    @TWe: Ich stimme ihnen zu, aber ich sehe den "Schwarzen Peter" auch nicht nur beim Verbraucher. Besonders die Handelsketten/Aufkäufer sind in der Pflicht den Produzenten entsprechende Preise zu zahlen. Sie machen von allen Beteiligten den größten Gewinn.
    Der Gesetzgeber wiederum hat die Aufgabe Gesetze zu schaffen und zu kontrollieren!!! die dem Tierwohl gerecht werden.
    Natürlich sollte auch der Verbraucher, wenn er finanziell in der Lage ist, zu hochwertigen Lebensmitteln greifen, die eine gute Umweltbilanz haben und dem Tierwohl verpflichtend produziert wurden.
    Wie widersprüchlich Teile unserer Gesellschaft denken, sehen sie an der Forderung nach artgerechter Haltung und der gleichzeitigen ablehnenden Einstellung gegenüber der Jagd in Deutschland in Zusammenhang mit dem Töten von "Bambis".

  • 8
    1
    TWe
    28.08.2020

    Ein nicht zu unterschätzender Aspekt der Diskussion ist das allgemeine Preisniveau für Lebensmittel in unserem Land. Dieses dürfte zu den niedrigsten in Europa gehören, trotzdem in vielen Ländern (z. B. Osteuropa) die Verdienste deutlich unter denen in unserem Land liegen.

    Ausgehend davon zählen die deutschen Discounter-Riesen (Aldi, Lidl/Kaufland) auch zu den Branchen-Führern in Europa. Die örtlichen Produzenten haben sich dieser Entwicklung konsequenterweise angepasst. Niedrige Preise sind das Oberziel, Qualität wird dem untergeordnet. Sehr deutlich ist das zu sehen und zu schmecken, wenn in der einen Pfanne ein Schnitzel vom Discounter und in der anderen Pfanne eins vom örtlichen Erzeuger brutzelt...

    In der Konsequenz ist das aber nur das Spiegelbild unseres eigenen Nachfrage-Verhaltens, in dem der niedrige Preis höher als die Qualität bewertet wird.

    Die Argumente zum Tierwohl sind voll und ganz berechtigt. So lange wie wir unser Verhalten nicht anpassen und ausgehend davon bereit sind, für Lebensmittel mehr auszugeben, laufen sie allerdings ins Leere. Die Kräfte des Marktes sind erfahrungsgemäß immer stärker als moralische Argumente.

  • 16
    5
    censor
    28.08.2020

    @701726 Und den Kühen essen sie noch das Futter weg. ;-)

    Ja, es stimmt. Vegetarier und vor allem Veganer machen sich offenbar viel zu wenig Gedanken, was in ihrem "Futter" alles drin ist und vor allem -wie es produziert wurde. Ein Blick ins Kleingedruckte der Zutatenlisten ist aufschlussreich, wenn man vegane Wurst, Käse und Schnitzel im Kühlregal hernimmt.

    Das ist die blanke Chemie!

  • 18
    5
    701726
    28.08.2020

    Haben die sogenannten Vegetarier mal nachgedacht wie sie mit ihren Soja, Palmenöl, Kokosöl usw.die Umwelt zerstören .

  • 21
    2
    cn3boj00
    28.08.2020

    Es ist leider eine Tatsache, das wir zu viel tierische Produkte essen. Dennoch, lieber @Kellmar, sind die meisten Nutztiere im Verlauf der menschlichen Evolution genau zu dem Zweck gezüchtet worden. Ob man Fleisch isst oder nicht muss jeder für sich entscheiden. Nicht der Verzehr, sondern die Erzeugung sind das Perverse unserer Zeit. Da helfen Hinweise auf Verzicht oder auf Hofläden recht wenig. Man stelle sich vor, alle Menschen würden in Zukunft ihr Fleisch statt im Supermarkt im Hofladen holen wollen.
    Trotzdem verstehe ich die Richtung der Diskussionen nicht. Immer wieder wird auf den zu niedrigen Preisen herumgehackt, und das will man über Steuern nun regulieren. Das ist doch das Pferd am Schwanz aufgezäumt. Wieso schaut man nicht mal zu unseren Nachbarn? In manchen Ländern kostet Fleisch mindestens doppelt so viel wie bei uns. Und auf 80% der Milchkartons steht "aus Weidemilch". In den meisten europäischen Ländern gibt es Weidetierhaltung, die bei uns fast vollständig verschwunden ist. Aus Kostengründen, weil es nicht nur um die eigenen Verbraucher geht, sondern um die Exportweltmeisterschaft.
    Wenn der Staat aber lenkend in die Tierhaltung eingreift, indem er nun endlich Kastenstände und andre Tierquälereien verbieten und Freilandhaltung fördern würde, gäbe es rein marktwirtschaftlich eine andere Kosten- und damit Preissituation. Das aber tut man nicht, wegen der Exportproduktion.
    Außerdem muss der Handel mitgenommen werden. Da hackt man immer auf dem Verbraucher herum, aber wie sieht die Realität aus? Schaut doch einmal ins Fleischregal, wo man Fleisch mit dem Label zur Haltungsform kaufen kann. 95% des Angebotes ist Haltungsform "1", also allerniedrigstes Niveau. "3" oder "4" sucht man meist vergeblich. Ich denke ich bin nicht der einzige, der besseres kaufen würde, wenn es denn im Angebot wäre.

  • 16
    5
    Julk1988
    28.08.2020

    Schön wie immer wieder gegen Fleischkonsum Stimmung gemacht wird. Wenn diejenigen so ehrlich wären und ihren Worten Taten folgen lassen würden wäre der Bedarf nur ein Bruchteil dessen von heute. Aber da die meisten Menschen lieber erzählen als handeln (Scheinheiligkeit) wird massenhaft Billigfleisch produziert und konsumiert. Und das bekanntermaßen unter widerwärtigsten Bedingungen im Tierwohl und in den Arbeitsbedingungen.

  • 16
    6
    censor
    28.08.2020

    Dennoch sollte die Frage der Ernährung immer dem einzelnen Bürger selbst überlassen bleiben. Staatlich verordnete "Veggi-days" oder gar Fleischverbote, wie es manchen Dunkelgrünen vorschwebt, sind nicht zielführend.

    Nicht nur in dieser Beziehung entwickeln sich Teile des politischen Spektrums zurzeit in Richtung eines totalitären Verbote-Systems, das Bürger mehr gängelt als ihnen Eigenverantwortung überträgt.

    Das vereinbart sich nicht mit einem freiheitlich-demokratischen Gemeinwesen.

    Wichtig ist es, die Menschen aufzuklären und ihnen die Entscheidung selbst zu überlassen.

    Ähnlich wie bei den Aufdrucken auf Tabakwaren könnte man abschreckende Bilder aus Massentierhaltung über die Regale der Billigmarken hängen, Videos und Reportagen verbreiten und so die Sinne der Verbraucher für das Grundproblem schärfen.

    Wenn man es dann noch schafft, Löhne, Renten und andere Lohnersatzleistungen zu zahlen, die es jedem Bürger erlauben, unter Tierwohl-Bedingungen erzeugtes Fleisch zu kaufen, dann wäre es noch besser.

    Aus meiner Sicht kann eine Veränderung im Tierwohl in erster Linie nur über das Verbrauchsverhalten ausgeübt werden. Der Verbraucher muss seine Marktmacht ausüben und Tierquälerisch erzeugte Produkte liegen lassen.

    Fleischsteuern bleiben dagegen nur irgendwo hängen. Vor 20 Jahren erklärte die damalige Rotgrüne Bundesregierung sogar ungeniert, mit den Einnahmen einer höheren Tabaksteuer die Rentenkasse zu entlasten.

    Die Wiedereinführung regionaler Schlachthöfe ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. 1. werden die Wege für die Schlachttiere kürzer, was zu weniger Stress bei den Tieren führt. Kürzere Wege sparen Transportkosten und kompensieren zumindest Preiserhöhungen, die durch kleinere Schlachtmengen entstehen.

  • 12
    11
    872889
    28.08.2020

    Einfach weniger Fleisch essen und das Problem ist (fast) gelöst. Den eigenen Körper wird’s freuen und das Tierwohl auch.

  • 26
    4
    censor
    28.08.2020

    @Kellmar
    "Wie kann man von Tierwohl sprechen, wenn man es tötet?"

    Der Mensch hat sich nicht aus dem Tierreich erhoben und ist zum homo sapiens geworden, weil er Fleisch gemieden und nur Pflanzen gegessen hat. Im Gegenteil: tierische Proteine sind ein wesentlicher Zellbestandteil unseres Körpers, besonders des Gehirns.
    Auch fleischfressende Tiere töten, um zu leben. Das ist Teil des natürlichen Kreislaufs. Auf das "Wie" kommt es an.

    Es beginnt bei der Tierhaltung schon im Stall und bei der Aufzucht. Wenn man tierquälerische Praktiken unterlässt und die Tiere mit Respekt behandelt - von der Geburt bis zum Schlachten - dann kann man sie auch mit ruhigem Gewissen verzehren.

    Ich bin auch gegen diese extreme Massentierhaltung und mir vergeht auch der Appetit, wenn ich Geflügelfarmen mit fast nackten lebenden Hähnchen und eng eingepferchte Schweine in diesen heimlich gedrehten Videos sehe.

    Das Fleisch dieser Tiere liegt als Massenware in den Discountern u Supermärkten in Plastik im Billigregal, das kg unter 5€.

    Wenn man sowas dort liegen lässt und bei Händlern kauft, wo Tierwohl versichert wird (zB Hofladen, Direktvermarkter auf den Wochenmärkten) ist es zwar etwas teurer, aber wenn es den Tieren zu Lebzeiten gut ging, esse ich gerne ein Schnitzel weniger.
    Und die Qualität ist wirklich besser. Das mag an den fehlenden Stresshormonen liegen.

  • 20
    4
    saxon1965
    28.08.2020

    Es geht in die richtige Richtung!

  • 13
    31
    Kellmar
    28.08.2020

    "Schlachthof" und "Tierwohl" in einem Satz ist an Perversität nicht zu überbieten. Wie kann man von Tierwohl sprechen, wenn man es tötet? Die Menschheit sollte sich mal grundlegend Gedanken darüber machen wie Sie mit der Natur und dazu gehören auch die sogenannten "Nutztiere" umgeht. Das Corona-Virus haben wir diesem respektlosen Umgang zu verdanken.