Kretschmer appelliert an Anstand der Sachsen

Dresden (dpa) - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat an den Anstand der Sachsen appelliert, Ausfälle und Attacken gegen ausländische Mitbürger nicht zuzulassen. Rechtsextremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit seien die größten Gefahren für die Demokratie.

Dem müssten nicht nur Polizei und Rechtsstaat entschieden entgegentreten, sondern jeder für sich in seinem eigenen Lebensumfeld, sagte Kretschmer im sächsischen Landtag während einer Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit.

«Wenn ein ausländischer Mitbürger in einem Bus oder einer Straßenbahn oder auf der Straße angegriffen wird und beschimpft wird, dann ist das einmal die Frage von Haltung und von Anstand, und auch die Frage, ob man dieses Unrecht zulässt. Aber es ist auch eine Frage: Wie sind wir alle miteinander Vorbild für die jungen Leute in diesem Land?», sagte Kretschmer.

In den vergangenen 28 Jahren sei viel erreicht worden. Man könne mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Aber: «Wenn wir wachsen wollen, müssen wir offen sein für neue Menschen, die zu uns kommen, für Fachkräfte und für Zuwanderer. Und deswegen ist es wichtig, dass in diesem Land, in diesem Freistaat Sachsen, eine positive, weltoffene und auch freundliche Stimmung gegenüber Menschen aus anderen Regionen herrscht», sagte der Ministerpräsident.

Landtagspräsident Matthias Rößler kritisierte unterdessen «selbstgerechte Pauschalurteile» über das Bundesland Sachsen und die Stadt Chemnitz. Es grassiere eine undifferenzierte Kritik, sagte Rößler. Die Gesellschaft müsse raus aus der Dauerempörung.

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9Kommentare
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  • 1
    1
    Interessierte
    06.10.2018

    Das stimmt sogar , osgar , von der Huttenstraße kenne ich jemanden , der beschrieben hat , wie es dort zugeht und ständig die Polizei kommt...
    Aber in der Stadt war es bis 2015 noch ´relativ` ruhig und noch keine Überfälle - von hinten etc.

  • 0
    2
    osgar
    06.10.2018

    Die Chemnitzer hatten sich nie beschwert?
    So ein himmelschreiender Unsinn. @Interessierte vielleicht sollten Sie mal mit ein paar Anwohnern reden (Huttenstr. oder Adalbert-Stifter-Weg z.b.)

  • 1
    1
    Interessierte
    06.10.2018

    Diese Erstaufnahmeeinrichtung Ebersdorf war die einzigste Einrichtung in Sachsen , wo die Flüchtlinge ´für ganz Sachsen` aufgenommen wurden über 15 Jahre .
    Wie viele waren dann das über die Jahre insgesamt , um die ..........?

    Da hatten wir Chemnitzer uns - über 15 Jahre - nie beschwert
    Und Dresden und Leipzig hatten damit gut gelebt - und ohne Sorgen
    In dieser Zeit konnten die ihre Städte in aller Ruhe zu Leuchttürmen aufbauen
    Hatte denn das Land Sachsen wenigsten die Kosten übernommen - oder Chemnitz ?

  • 1
    4
    franzudo2013
    04.10.2018

    Das ist kompletter Unsinn. Es gibt Staaten und in diesen leben Buerger mit Rechten und Pflichten. Selbstverständlich sind alle Menschen und jeder hat eine Identität und eine Staatsbürgerschaft. Daraus ergeben sich Regeln des Zusammenlebens, des Wechsels und des Reisens zwischen den Ländern.
    Diese Regeln sind seit 2015 ausser Kraft gesetzt. Ohne Regeln keine Klarheit.
    Der Italiener ist eben italienischer Staatsbürger oder deutscher Staatsbürger, was durchaus praktische Konsequenzen hat.
    Sie wussten aber sicher ohnehin, was ich meine?!

  • 4
    6
    Interessierte
    04.10.2018

    Wir Sachsen sind sehr anständig und auch sehr tolerant , aber das wissen Sie doch selbst , Herr Kretschmer …

    Wir haben sogar die Wessis vergöttert , auch noch nach der Wende , als die hierher gekommen sind als Brüder und Schwestern oder als Flüchtlinge und ´uns`helfen wollten und auf den Straßen die Leute abgeworben haben , was deren Kinder heute nach 28 jahren wieder machen ...

    Und wir haben auch die Flüchtlinge aus dem Ausland akzeptiert von 1990 bis 2014 , welche in den Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht wurden …
    Aber was dann kam und wie die sich benommen haben und immer noch benehmen , das wird eben langsam ein bißchen zu viel ….

  • 4
    3
    DTRFC2005
    04.10.2018

    @franzudo2013: Eine Klare Regel wäre zum Beispiel das einfache aber treffende Wort - Mensch -. Mit den Worten Ausländer, Migrant oder was auch immer in diese Richtung geht, habe ich so meine Probleme. Ein schon lange hier lebender oder hier geborener Italiener wäre laut Definition ein Ausländer oder Deutscher mit Migrationshintergrund, was auf Grund der Völkerwanderung ohnehin völliger Quark ist, den hier haben sich nun mal alle oder die meisten Rassen vermischt. Ich würde selbst einfach von Menschen unterschiedlicher Herkunft oder Nationalität sprechen. Das ist unverfänglich, nicht herabwürdigend und vermutlich treffender.

  • 13
    7
    BlackSheep
    03.10.2018

    Die Gefahr für die Demokratie sind nicht die "Rechten, Extremisten usw". Die Gefahr für die Demokratie ist diese Politik die die einheimische Bevölkerung weitestgehend ignoriert.

  • 15
    9
    233213
    03.10.2018

    Immer wieder diese Warnung vor den bösen Rechten, man kann es langsam nicht mehr hören. Als ob hier in Sachsen ständig Angriffe auf Ausländer in Bussen, Straßenbahnen und auf der Straße stattfinden.
    Die Angriffe von Ausländern auf Deutsche erwähnt Herr Kretschmer mit keinem Wort.
    Wurde in Chemnitz nicht ein Deutscher von einem Migranten ermordert und weitere schwer verletzt?

  • 14
    5
    franzudo2013
    03.10.2018

    Mitbürger ist ein tolles Wort. Ausländischer Mitbürger ist noch besser. Wann wird aus einem Ausländer ein Inlaender? Herr Kretschmer, schaffen Sie Klarheit, was ein Bürger, ein Migrant, ein Gast ist.
    In der Schweiz gibt es da recht transparente Regeln. In Deutschland wird von Spurwechsel gefaselt. Wenn diese Klarheit geschaffen ist, werden Ihre Appelle wieder glaubwürdiger.



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