Kretschmer: "Die meisten haben sich Friedrich Merz gewünscht"

Ministerpräsident Michael Kretschmer spricht im Kurzinterview über die Folgen der Wahl Annegret Kramp-Karrenbauers zur CDU-Bundesvorsitzenden für die Sachsen-CDU.

Hamburg.

2019 wird in Sachsen gewählt. In Umfragen liegen die Christdemokraten knapp vor der AfD. In der sächsischen CDU hätten es deshalb viele gern gesehen, wenn der Parteitag einen klaren Schlussstrich unter die Ära Merkel gezogen hätte. Torsten Kleditzsch sprach über die neue CDU-Vorsitzende mit Michael Kretschmer.

Freie Presse: Herr Kretschmer, die drei Kandidaten haben sich nach der Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer gegenseitig versichert, weiterhin in einem Team zusammenarbeiten zu wollen. Wie groß ist die Chance, dass dieses Team angesichts des knappen Ergebnisses hält?

Michael Kretschmer: Alle drei haben sich keine Verletzungen zugefügt. Sie haben in einem offenen Wettbewerb für ihre Positionen gekämpft. Dabei war von vornherein klar, dass nur einer gewinnen kann. Ich bin deshalb zuversichtlich, dass das funktioniert.

Trotz der inhaltlichen Differenzen?

So viele inhaltliche Unterschiede gibt es meines Erachtens gar nicht. Ich erkenne mehr Gemeinsamkeiten. Aber das Entscheidende ist, dass sich die neue Vorsitzende, von der ja viele Leute meinen, dass sie die Politik von Angela Merkel einfach 1:1 fortsetzt, klar positioniert. Wir brauchen einen neuen Antritt in vielen Fragen. Angefangen bei den sozialen Sicherungssystemen bis hin zur Autorität des Staates und der Sicherung der europäischen Außengrenzen. Da muss sie schnell klare und überzeugende Antworten anbieten.

Wie groß ist die Enttäuschung in der sächsischen Delegation, die sich ja mehrheitlich für Merz ausgesprochen hatte?

Die meisten haben sich in der Tat Friedrich Merz gewünscht. Aber auch wir sehen, dass es ein fairer Wettkampf war, in dem es nur einen Sieger geben kann.

Wird es mit diesem Ergebnis noch schwieriger bei den Landtagswahlen 2019 für Ihre Partei?

Wir wünschen uns, dass in der Koalition in Berlin nicht permanent gestritten wird, dass stattdessen eine vernünftige Atmosphäre entsteht. Und das traue ich Annegret Kramp-Karrenbauer zu. Alle anderen Dinge müssen wir in Sachsen alleine machen.

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