Kretschmer: Im Herbst könnte neuer CDU-Chef gewählt werden

Berlin (dpa) - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält es für möglich, dass ein Nachfolger von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer nicht schon vor der Sommerpause gewählt wird. «Ich würde den Parteitag im Herbst so organisieren, dass dort eine Wahl für den Parteivorsitz stattfindet. Im Anschluss wird dann mit der CSU über die Kanzlerkandidatur beraten», sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenportal «Focus Online». Das sei mit großer Wahrscheinlichkeit dann der Parteivorsitzende der CDU.

In der CDU-Parteizentrale wird bereits sondiert, ob ein Wahlparteitag im April, Mai oder Juni möglich wäre. Dafür ist ein Beschluss des Vorstands nötig. Der reguläre Wahlparteitag ist für die erste Dezemberwoche in Stuttgart terminiert. Dort soll das neue Grundsatzprogramm der CDU beschlossen werden.

Kramp-Karrenbauer werde den Übergangsprozess «in Verantwortung organisieren», sagte Kretschmer. «Sie wird uns am 24. Februar einen Vorschlag machen.» Auf die Nachfrage, ob es dabei schon um einen konkreten Vorschlag gehen solle, sagte Kretschmer: «Ja». Aus dem Konrad-Adenauer-Haus wurde am Freitag betont, Kramp-Karrenbauer werde am 24. Februar über den aktuellen Stand der Gespräche mit möglichen Kandidaten informieren. Sie will diese in der kommenden Woche aufnehmen. Offen war, ob es bis kommenden Freitag bereits eine Entscheidung über den Kandidaten für den CDU-Vorsitz geben könnte.


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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 10
    1
    FreierBürger
    15.02.2020

    Es wäre sicherlich anzuraten, daß sich Herr Kretschmer, so er nicht eigene bundespolitische Ambitionen verfolgte, mit seinen Vorschlägen in der Öffentlichkeit etwas bedeckter zeigte. Er hat ja nun auch gerade mit Ach und Krach eine eigene Regierung, bei selbst eingefahrenen herben Wahlverlusten, zustande gebracht. Wenn er in diesen Tagen vorschlägt, daß Thüringen eine Übergangsregierung aus Fachleuten bilden solle, bis eine neue gewählt sei, so muß man fragen, wo denn in seiner eigenen Regierung die Fachleute seien!
    Mit seinen Vorschlägen zur Bundes-CDU wird er deren Niedergang nicht aufhalten können. Die drei zur Zeit gehandelten Nachfolgekandidaten sind 'Gewächse' der degenerierenden CDU und werden in bezug auf die Zukunft nur Übergangskandidaten sein, sozusagen natürlicher Verschleiß der Merkel-CDU.