Kretschmer: Rechtsextremismus als drängendes Problem

Dresden (dpa) - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Rechtsextremismus als «drängendes Problem» bezeichnet. Immer wieder könne man sehen, dass Worten Taten folgten - zuletzt bei dem Attentat in Halle, sagte der Regierungschef am Freitag in Dresden bei der Vorstellung eines Buchprojekts «Sachsen - eine Hochburg des Rechtsextremismus?». Es sei wichtig, sich mit dem Thema Rechtsextremismus wissenschaftlich auseinanderzusetzen und Erklärungen zu liefern, betonte Kretschmer. Zugleich warnte er vor einer Vorverurteilung: «Es geht darum, bittere Wahrheiten zu diskutieren und auszusprechen, ohne ein schnelles Urteil zu fällen.»

Wissenschaftler haben für ein Buchprojekt das Thema Rechtsextremismus in Sachsen unter die Lupe genommen. Dafür untersuchten verschiedene Autoren etwa Wahlverhalten, Einstellungen, militante Szenen und Protestkulturen von Menschen im Freistaat. «Immer wieder wird Sachsen mit radikalem Rechtspopulismus verbunden», sagte Mitherausgeber Steffen Kailitz vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden. Das sei kein neues Phänomen, sondern bereits seit der deutschen Einheit Thema. Zugleich nehme Sachsen keine Sonderrolle ein und unterscheide sich kaum von den Einstellungen in anderen Ost-Bundesländern, hieß es.

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