Kretschmer sieht Ausgangssperren als letztes Mittel

Dresden (dpa/sn) - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht Ausgangssperren als letztes Mittel, um eine Ausbreitung des Corona-Virus in Sachsen zu verlangsamen. Dies geht aus einem Interview hervor, dass er der «Sächsischen Zeitung» in Dresden gab (Freitagsausgabe). Eine Ausgangssperre wolle niemand, da sie das Leben massiv einschränken würde, sagte er der Zeitung. «Deshalb setzen wir auf die laufenden Maßnahmen und schauen, ob diese in den nächsten 14 Tagen auch die erhoffte Wirkung zeigen», so Kretschmer.

Schon jetzt werde es aber deutlich mehr Kontrollen und Ansprachen durch die Polizei geben. Individuelle Strafen für Uneinsichtige seien «unumgänglich». Kretschmer zeigte sich enttäuscht darüber, dass sich viele Menschen nicht an die bereits beschlossenen Infektionsschutzmaßnahmen hielten und etwa Biergärten besuchten.

Trotz der in der Landesverfassung festgeschriebenen Schuldenbremse sei Sachsen handlungsfähig: Die Schuldenbremse, so Kretschmer, gelte nicht für Naturkatastrophen - «Und darum geht es jetzt», so Kretschmer. Nach der Krise seien aus Kretschmers Sicht etwa steuerliche Hilfen oder Unterstützung für Investitionen möglich. Auch an Unterstützung für Freiberufler und Lohnfortzahlungen für Eltern, die zuhause bleiben müssen, arbeite der Freistaat.

Kretschmer ist in den letzten Tagen durch Husten und Schnupfen aufgefallen. Er habe sich testen lassen und habe kein Corona, sagte er der «Sächsischen Zeitung».


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3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    2
    Krimitante81
    23.03.2020

    ralf66 So ist es!
    Ich möchte mich am liebsten gar nicht weiter äußern, weil mich das alles zu sehr aufregt. Es ist alles sehr Virusfreundlich gestaltet! Wenn nicht mal Kranken und Pflegepersonal mit Mundschutz versorgt wird, oder sie diesen nicht tragen....ich sag mal nicht wo^^...dann ist für mich irgendwo auch der Punkt jetzt, wo ich nicht mehr an dieses Virus glaube.
    Ich halte mich an die Regeln, was auf Arbeit schwer ist, aber für mich ist das alles so gewollt, geplant und ist aber aus dem Ruder gelaufen.
    Wie Sie schon erwähnt haben.....jedes Bundesland macht es anders.
    Wie eh und je!

  • 4
    0
    ralf66
    23.03.2020

    @Krimitante81, es ist viel wahres an dem was Sie schreiben, denn es gibt gravierende Widersprüche in der Abfolge und in der Härte der Maßnahmen die zur Eindämmung vom Corona-Virus getroffen werden. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man in Deutschland zu spät und zu lasch mit den Maßnahmen begonnen hat die wenigstens jetzt auf dem Weg gebracht wurden. Zu einer Zeit wo man wusste, um den 24. Februar herum, zur Faschingszeit, es gibt in den Bundes-Ländern NRW, Hessen, Bayern und BW infizierte Coronafälle, von den Fällen wo man es nicht wusste, die es aber schon gab brauchen wir gar nicht zu reden, der Virus sehr gefährlich ist, er sich rasant verbreitet, Todesopfer fordert, alles das konnte man am Verlauf in China sehen, hat man in diesen Regionen den Fasching feucht fröhlich durchgezogen.
    In NRW, Bayern und BW war dann innerhalb der nächste 14 Tage ein schneller Anstieg der Corona-Fälle zu verzeichnen und damit eine schnelle Ausbreitung des Virus zu sehen, in den anderen Bundesländern gab es ab Ende Februar bis in den März hinein auch die ersten Infizierten aber mit weniger Ausbreitungsgeschwindigkeit. Man tat am Anfang so, als könne man ziemlich erfolgreich zurückverfolgen, mit wem Infizierte in Kontakt standen und dann durch Quarantäne die Ausbreitung aufzuhalten, das gelang am Anfang vielleicht in den Bundes-Ländern wo es um die Faschingszeit noch keine Corona-Fälle gegeben hatte aber in NRW, Bayern, Hessen, BW war meiner Meinung nach, eine Ausbreitung des Virus, durch Zurückverfolgung der Kontaktpersonen und nachfolgender Quarantäne nicht mehr zu verhindern, dass kann man überall an den veröffentlichten Zahlen sehen. Zur schnellen Weiterverbreitung des Virus trug auch der unbeschränkte Reiseverkehr nach Italien, dann Österreich bei, die Grenzschließung mit Einstellung des Flugverkehrs in Krisenregionen wäre schon Anfang März gut gewesen, der Flugverkehr nach China und zurück hätte vielleicht schon ab Anfang Januar gestoppt werden müssen.
    Jetzt ist es so, dass es sehr schwierig werden wird, das Virus trotz der jetzt getroffenen Maßnahmen einzudämmen, es breitet sich erst einmal weiter aus, Ergebnisse wie die Maßnahmen wirken werden, wird man erst in zwei bis drei Wochen mit einer gewissen Tendenz wissen und in 4-6 Wochen vielleicht sicher wissen.

  • 3
    6
    Krimitante81
    21.03.2020

    ...und am Ende werden eh alle anderen Schuld sein, nur nicht unsere Politiker.

    Die Jugend wird ermahnt (soll zu Hause bleiben)... muß aber zusehen, wie die Eltern immernoch Tag für Tag auf Arbeit gehen und dann soll man begreifen, dass da ein ganz böser Virus umher schwirrt. Ältere (+ gefährdete) gehn rund um die Uhr einkaufen, damit auch ja kein IMMERNOCH ARBEITENDER irgendwas abbekommt.
    Alle ohne Schutz, denn es gibt keinen zu kaufen. Und damit man in der Quarantäne auch hübsch aussieht, muß man bis zuletzt die Friseurgeschäfte offen lassen. Das ist alles ganz wichtig und lässt einen den Ernst der Lage wirklich erkennen.
    Die langen Einkaufsschlangen in der Kälte heute werden bei vielen ab morgen bestimmt Coronasymptome hervorrufen.
    Es ist alles undurchdacht und einfach nur lächerlich!