Kretschmer und Lindner für unabhängigen MP-Kandidaten

Dresden/Erfurt (dpa) - Die Vorschläge zur Lösung der Regierungskrise in Thüringen reißen nicht ab. FDP-Chef Christian Lindner und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) plädierten am Dienstag für einen unabhängigen Kandidaten für das höchste Regierungsamt in Thüringen. «Das einzige, was jetzt in dieser schwierigen Situation hilft, ist eine neutrale Persönlichkeit, die von allen getragen wird und die in einer vereinbarten Zeit von vielleicht zwölf Monaten dafür sorgt, dass in diesem Land Neuwahlen stattfinden können», sagte Kretschmer im ARD-Mittagsmagazin.

Lindner schlug im Berliner «Tagesspiegel» (Mittwochausgabe) den Thüringer Verfassungsgerichtspräsident Stefan Kaufmann als Übergangs-Regierungschef vor. «Bereits am Wochenende habe ich den Vorschlag ins Spiel gebracht, übergangsweise eine unabhängige Person zum Ministerpräsidenten zu wählen», sagte er.

Kretschmer kritisierte Rot-Rot-Grün in Thüringen für den Umgang mit der fehlenden Mehrheit nach der Landtagswahl. «Sie haben Ministerposten verteilt und wollten dann eine Ministerpräsidenten-Wahl durchführen. Das geht so nicht.» Seinen Thüringer Parteifreunden empfahl er, den früheren Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) nicht zu unterstützen.

Der Thüringer Union gab Kretschmer indes eine Mitschuld an der jetzigen Lage: «Die CDU hat durch falsches Verhalten mit der FDP da aus meiner Sicht auch eine schwierige Situation miterzeugt, die muss jetzt geklärt werden.»


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5Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 6
    2
    Nixnuzz
    11.02.2020

    @MuellerF: Dito. Nur wenn dieses Argument aus dem Munde eines Parteiführers kommt, der irgendwie mit in diesem Schlamassel hängt, hat das wohl mit Seriosität nix - aber auch rein garnix zu tun. Das ist eher verdeckter Wahlkampf und Wählerbetäubung durch Argumentationsbenebelung.

  • 5
    4
    MuellerF
    11.02.2020

    Wer soll denn diese "unabhängige" Person sein?
    Ein Ministerpräsident sollte schon einen gewissen Bekanntheitsgrad haben, da fallen irgendwelche Hinterbänkler schon mal weg.

  • 10
    2
    Lesemuffel
    11.02.2020

    Können die das nicht mal den Thüringern überlassen? Ständige Einmischung, halbgewalkte Vorschläge. Hat Kretzschmer nicht in Sachsen genug zu tun, wo er gestern feststellte, die "AfD wird immer aggressiver"? Nun actio gleich reactio. Und Lindner sollte selbst erst mal Regierungserfahrung sammeln. Vielleicht könnte er sich auch demonstrativ vor seine Parteifreunde stellen, die jetzt bundesweit bedroht werden. Fr. Kimmerich wurde angespuckt, von Demokraten?

  • 10
    2
    Hinterfragt
    11.02.2020

    Warum kümmert sich Kretschmer nicht um seine eigenen Probleme und Wahlversprechen in Sachsen ...?

  • 11
    2
    Freigeist14
    11.02.2020

    Unglaublich. Der Herr Lindner muss wieder als notorischer Selbstdarsteller in Verkennung der eigenen Bedeutung sich in Thüringen einmischen .