Kretschmer warnte CDU: Kein Weiter so nach Thüringen-Wahl

Berlin (dpa) - Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat seine Bundespartei vor einem Weiter so nach den massiven Verlusten bei der Landtagswahl in Thüringen gewarnt. Er habe eine schlaflose Nacht hinter sich und «die Sorge, dass bei der Bundes-CDU alles weiter geht wie bisher,» sagte Kretschmer am Montag vor Gremiensitzungen seiner Partei in Berlin. «Nur wenn man die Sachen wirklich klar beim Namen benennt und bereit ist, auch Konsequenzen zu ziehen, kann es hier einen Aufwärtsschub geben.»

Kretschmer zeigte sich äußerst besorgt, dass ein Viertel der Wähler mit der AfD eine Partei gewählt habe, «die man auch nach Gerichtsbeschluss als Nazis bezeichnen darf - zumindest den Vorsitzenden» in Thüringen.

Wichtig sei nun, dass die Fragen, die die Menschen beschäftigten, auch geklärt würden, verlangte Kretschmer. Es bringe nichts, immer nur darüber zu sprechen, welche Sorgen es in den neuen Länder gebe. Es sei nicht in Ordnung, dass das Thema Grundrente vor der Wahl nicht habe geklärt werden können. Er nannte auch die umstrittene Doppelverbeitragung der Renten oder die Sorgen der Landwirte. «Es muss jetzt hier zugepackt werden und gehandelt werden. Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die getan werden können, um Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Aber man muss es eben dann auch machen.»

Kretschmer hatte vergangene Woche in Sachsen mit Grünen und SPD Koalitionsverhandlungen für ein Dreierbündnis aufgenommen. Bei der Landtagswahl am 1. September war die CDU mit 32,1 Prozent stärkste Kraft vor der AfD (27,5 Prozent), Linke (10,4), Grüne (8,6) und SPD (7,7) geworden.

8Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    3
    Tauchsieder
    29.10.2019

    Der einzige Gewinner aus der Landtagswahl in Sachsen ist die AfD mit plus 17,8 % der Stimmen. Lediglich die Grünen legten noch um 2,9 % zu. Alle anderen Parteien haben deutlich verloren. Nur in dem man sich "verbiegt", um Teufel komm raus versucht eine Koalition zusammen zu zimmern, wird Kretschmer eventuell an der Macht bleiben. Ein Pyrrhussieg, da über ein viertel der Wählerstimmen unbeachtet bleiben, dafür aber Parteien mit am Regierungstisch sitzen, die gerade einmal zusammen die Hälfte der Wählerstimmen der AfD haben.

  • 4
    7
    gelöschter Nutzer
    28.10.2019

    @blacksheep: Frauke Petry ist seit 2017 nicht mehr in der AfD. Ich sprach von der Landtagswahl 2019.

  • 3
    9
    osgar
    28.10.2019

    @Blacksheep da verwechseln Sie etwas
    bei der letzten BT-Wahl hat Kretschmer seinen Wahlkreis gegen Chrupalla verloren,
    bei der Sachsen-Wahl hat er seinen Wahlkreis gewonnen.

  • 7
    6
    gelöschter Nutzer
    28.10.2019

    @Blackadder, wenn ich mich recht entsinne hat er seinen Wahlkreis gegen Frauke Petry verloren.

  • 4
    14
    gelöschter Nutzer
    28.10.2019

    @tauchsieder: Wenn ich mich recht entsinne, hat Kretschmer die Wahl in Sachsen vor der AfD gewonnen.

  • 10
    3
    Malleo
    28.10.2019

    Wie oft haben wir das schon gehört?

  • 14
    8
    Tauchsieder
    28.10.2019

    Tolle Ratschläge eines Wahlverlierers. Waren es nicht sogar mehr wie jeder vierte Wähler in Sachsen, der die AfD gewählt hat?
    Gerade er macht doch so weiter, sucht sich Mehrheiten die im Vorfeld der Wahl nicht möglich gewesen wären nur um an der Macht zu bleiben. Was soll man mit solchen Ratschlägen machen, ich überlasse es dem Leser dieses Kommentars darüber zu urteilen.
    Für mich käme da nur das duale Abfallsystem in Frage!

  • 11
    2
    gelöschter Nutzer
    28.10.2019

    Na den Rat ham se beherzigt, schwarz-rot ist was neues.



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