Kretschmer wirbt für «neuen Umgang» mit Corona-Pandemie

Wie geht es in der Corona-Krise weiter? In einer Bund-Länder-Schalte verständigen sich die Länder mit Kanzlerin Merkel über mögliche weitere Lockerungen. Sachsens Regierungschef will dabei weg von grundsätzlichen Verboten.

Berlin/Dresden (dpa/sn) - Bei weiteren Lockerungen in der Corona-Krise zeichnet sich zunehmend ein unterschiedliches Vorgehen in den einzelnen Bundesländern ab. So warb etwa Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei der weiteren Bewältigung der Corona-Krise für eine größere Eigenverantwortung. «Staatliche Maßnahmen waren dann richtig, als das Ansteckungsrisiko sehr, sehr groß war», sagte Kretschmer am Mittwoch im ZDF-«Morgenmagazin». Jetzt müsse man aber den Einzelnen wieder mehr in die Verantwortung bringen. Das Virus werde Deutschland in den nächsten Monaten begleiten. Daher müssten nun Erfahrungen gesammelt werden, wie man verantwortungsvoll damit umgehen könne. Wichtig sei auch, dass regionale Besonderheiten berücksichtigt würden.

Auch Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte zuletzt von «sehr guten Zahlen» in Sachsen gesprochen und sich optimistisch für weitere Lockerungen gezeigt - etwa bei der Gastronomie. Am Dienstagnachmittag lag die Zahl der Neuinfektionen im Freistaat bei 21 - damit waren rund 4770 Menschen nachweislich erkrankt.

Am Mittwoch wollte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder in einer Schaltkonferenz das weitere Vorgehen in der Corona-Krise absprechen. Danach will das sächsische Kabinett zusammenkommen und sich am Abend dazu äußern.

Im Vorfeld hatte sich Kretschmer für einen «neuen Umgang» mit der Corona-Pandemie ausgesprochen. «Weg von grundsätzlichen Verboten und hin zu einem grundsätzlichen Ja», sagte der CDU-Politiker dem «Spiegel». «Wir müssen wieder so viel wie möglich zulassen, immer unter genauer Abwägung und mit entsprechenden Hygiene-Konzepten.»

«Wir müssen uns mittelfristig an ein Leben mit dem Virus gewöhnen, in dem aber so viel wie möglich normal funktioniert.» Er sprach sich deshalb für ein Ampel-Warnsystem aus. «Wenn regional Infektionen gehäuft auftreten, wird erstmal auf Gelb gestellt. Und wenn wir das nicht in den Griff bekommen, geht die Ampel auf Rot.» Dann müssten Schulen zunächst lokal wieder geschlossen werden oder Kontaktsperren wieder gelten, um die Situation beherrschbar zu machen.

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