Kriegsgedenken in Dresden: Kretschmer mahnt zu Verantwortung

Dresden (dpa) - Mit einer Kranzniederlegung für die Opfer der alliierten Luftangriffe auf Dresden hat am Donnerstag das Gedenken an die Zerstörung der Stadt vor 75 Jahren begonnen. Rund 200 Menschen versammelten sich dazu auf dem Heidefriedhof im Norden der Landeshauptstadt, unter ihnen Landtagspräsident Matthias Rößler und Bürgermeister Detlef Sittel (CDU) als Vertreter der Stadt. «Es ist wichtig, dass wir uns erinnern, weil sich Geschichte dann nicht wiederholt, wenn wir sie kennen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen», sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in einer Mitteilung zum Jahrestag. «Wir alle tragen Verantwortung für unsere Demokratie und ein friedliches Miteinander.»

Die von mehreren Initiativen organisierte Ehrung ist traditionell Auftakt der offiziellen Gedenkveranstaltungen für die geschätzt 25 000 Toten der Bombardierungen zwischen dem 13. und 15. Februar 1945. Viele von ihnen sind auf dem Waldfriedhof bestattet.


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10Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 13
    6
    KTreppil
    14.02.2020

    Ich finde es empörend, dass es zu Störungen dieser Gedenkfeier kam. Wer nimmt sich so etwas heraus? Auch wenn unter den Opfern Täter waren, niemand der späteren Generation hat das Recht, dies zu beurteilen und die Bombenangriffe damit zu relativieren. Empörend ebenfalls, dass der Tenor einiger Kommentare, die Störungen rechtfertigt. Irritiert bin ich, dass diese Vorfälle in der Freien Presse keine Erwähnung fanden, oder hab ich was überlesen...?

  • 5
    7
    ralf66
    14.02.2020

    Ich wusste nicht, dass heute noch Vergeltung als das Maß aller Dinge gilt!

  • 13
    7
    vonVorn
    14.02.2020

    Leider hat man aus den Geschehnissen von damals überhaupt nichts gelernt. Man tritt die Demokratie in diesem Land mit Füssen, wie man in Thüringen gesehen hat.

  • 14
    3
    mops0106
    14.02.2020

    Leider ist hier im Artikel nichts über die Störer des Gedenkens zu lesen, die lautstark Parolen grölten und Transparente mit diffamierenden Losungen hochhielten.
    Der Landtagspäsident Matthias Rößler gibt hinterher ein Interview, in dem er sich zu recht entsetzt zeigt, sagt aber auch, dass er sich nicht erklären kann, wie man so was machen kann?

  • 19
    6
    Echo1
    14.02.2020

    So wie das Gedenken offiziell begangen wird ist in Ordnung. Der faschistische Staat
    hatte Zerstörung, Tod und Elend über Europa gebracht. Und die Bombartierung
    war die Antwort darauf.
    Krieg ist menschenverachtend. Es gibt den
    sauberen Krieg nicht. Es wurde weder von
    den Deutschen, noch von den Alliierten
    Rücksicht auf Zivilisten genommen.
    In Bezug auf die USA mit dem Abwurf von
    2 Atombomben auf Japan zum Kriegsende
    würde ich doch auch die Bombartierung
    vor 75 Jahren nicht als gerecht ansehen. Das waren alles keine unvermeidliche Kollateralschäden.

  • 17
    13
    Maresch
    14.02.2020

    "Ich frage euch: Wollt ihr den totalen Krieg? Wollt ihr ihn, wenn nötig, totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt noch vorstellen können?" (Joseph Goebbels, 1943)

    Was hat das dumme Volk nicht vor Begeisterung geklatscht und ja geschrien...

  • 15
    18
    Distelblüte
    14.02.2020

    @ralf66: Ich möchte dazu Katja Meier zitieren, die gestern dazu twitterte:
    "Viele haben heute in Dresden an die Zerstörung der Stadt vor 75 Jahren gedacht. Es kann aber kein Erinnern an die Bombardierung Dresdens ohne ein Erinnern an die Schreckenstaten des Nationalsozialismus und die Opfer des nationalsozialistischen Terrors geben. Der 13. Februar in Dresden war die Folge des 30. Januars 1933 und der Ermordung von Millionen Menschenleben sowie die Zerstörung vieler europäischer Städte durch den Vernichtungskrieg der Nazis."
    Quelle: https://twitter.com/Ka_Meier/status/1228081158249996288

    Persönliches Gedenken ist das eine. Durch Politiker instrumentalisiertes Gedenken, ohne die Ursachen dafür im Blick zu behalten, lehne ich ab.
    Die Bombardierung Dresdens ist eine der schrecklichen Folgen des Vogelschisses.

  • 34
    0
    juergenhorst
    14.02.2020

    "... die Würde des Menschen stirbt im Krieg und zwar in jedem Krieg, weil der Krieg keine Würde kennt, nicht die der Täter und nicht die der Opfer. …" (Christoph Sieber) … dem ist nichts hinzuzufügen

  • 26
    11
    ralf66
    13.02.2020

    @Distelblüte, was war denn Ihrer Meinung nach der Bombenangriff auf Dresden?

    Ich denke, jeder der es für notwendig erachtet, gedenkt oder trauert um die Opfer dieses schlimmen Bombenangriffs, wie sie oder er es für richtig hält.

  • 14
    32
    Distelblüte
    13.02.2020

    "Die von mehreren Initiativen organisierte Ehrung"
    Hinter dieser unschuldig klingenden Formulierung verbergen sich ganz konkrete politische Player.
    Laut einem Tweet des Kulturbüro Sachsen sind dies:
    Auf dem #Heidefriedhof in #Dresden liegen Kränze von Deutschnationalen Burschenschaften, Jens Maier (afd), Junge Alternative, Freie Wähler, CDU-Landtagsfraktion, einer ohne Absender mit Aufschrift „Bombenterror“ u zwei Euro-Paletten der AfD-Stadtfraktion. #dd1302
    Nachzulesen und zu sehen hier: https://twitter.com/KBSachsen/status/1227898077945745408

    Landtagspräsident, CDU und Freie Wähler Seite an Seite mit der afd, Deutschnationalen Ewiggestrigen und anderen. Nice.