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Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat am Freitag bei einem Rundgang durch die Elektro-Montage des VW-Werkes Emden mit Mitarbeitenden gesprochen. Emden (8000 Beschäftigte) wurde wie Zwickau auf die Produktion von E-Modellen umgestellt. Allerdings ist wegen der schwachen Nachfrage nach E-Autos die Auslastung auch dort gering.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat am Freitag bei einem Rundgang durch die Elektro-Montage des VW-Werkes Emden mit Mitarbeitenden gesprochen. Emden (8000 Beschäftigte) wurde wie Zwickau auf die Produktion von E-Modellen umgestellt. Allerdings ist wegen der schwachen Nachfrage nach E-Autos die Auslastung auch dort gering. Bild: Sina Schuldt/dpa
Sachsen

Krisengipfel am Montag: Wie schlimm steht es tatsächlich um VW, Mercedes & Co.?

Die deutschen Autobauer schreiben derzeit derart schlechte Zahlen, dass der Bundeswirtschaftsminister für diesen Montag einen Krisengipfel einberufen hat. Gibt es jetzt ein Rettungspaket, um Massenentlassungen zu verhindern?

Chemnitz.

Die deutschen Autobauer schlittern immer tiefer in die Krise. Die bundesweiten Zulassungszahlen für Neuwagen sind laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im August im Vergleich zum Vormonat regelrecht eingebrochen. Die größten Einbußen mussten demnach Smart (-77,9 Prozent) Mini (-44,6) und Audi (-36,6) hinnehmen, gefolgt von Ford (-28,0), VW (-23,3), BMW (-23,0), Porsche (-18,0). Opel (-17,1) und Mercedes (-15,5 Prozent).

E-Autos bleiben ein Ladenhüter

Düster sind auch die Verkaufszahlen für reine Elektrofahrzeuge in Deutschland. Laut KBA wurden bundesweit in den ersten acht Monaten diesen Jahres nur noch 241.911 rein elektrisch betriebene Pkw neu zugelassen. Das ist ein Minus von 32,0 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dieser Trend lässt in den Chefetagen der deutschen Automobilkonzerne die Alarmglocken schrillen, weil sie in den vergangenen Jahren Milliarden Euro in die Umstellung ihrer Werke auf die E-Auto-Produktion investiert haben.

Bericht: VW-Werke in Zwickau, Emden und Osnabrück auf Einsparliste weit oben

VW hat in der Kernmarke VW Pkw mit hohen Kosten zu kämpfen. Der Autobauer hat die seit Jahrzehnten geltende Beschäftigungssicherung mit den Gewerkschaften in Deutschland aufgekündigt, Werksschließungen und betriebsbedingte Entlassungen stehen zur Debatte. 30.000 Stellen, berichtete das „Manager Magazin“, könnten bei Europas größtem Autobauer gestrichen werden. Bei den Kürzungen sollen Werke wie Zwickau, Emden oder Osnabrück nach Informationen der „Bild“-Zeitung mit ganz oben auf der Liste stehen.

VW bestätigt Zahl von 30.000 Stellenstreichungen nicht

„Klar ist: Volkswagen muss an seinen deutschen Standorten seine Kosten reduzieren“, erklärte eine Volkswagen-Sprecherin dazu. Nur so könne die Marke ausreichend Geld für Zukunftsinvestitionen verdienen. „Wie wir gemeinsam mit der Arbeitnehmervertretung dieses Ziel erreichen, ist Teil der anstehenden Gespräche.“ Die Zahl von 30.000 Stellen bestätigte die Sprecherin aber nicht.

Habeck stellt Hilfe in Aussicht

Unterdessen hat Wirtschaftsminister Robert Habeck (Gründe) am Freitag Volkswagen dazu aufgerufen, von Werksschließungen abzusehen. „Die Standorte sollten erhalten bleiben“, sagte Habeck bei einem Besuch des VW-Werks in Emden. Zugleich stellte Habeck neue Fördermaßnahmen für Elektroautos in Aussicht. So plane die Bundesregierung neue steuerliche Anreize für E-Autos als Dienstwagen. Darüber hinaus werde man schauen, ob noch etwas gehe. Für Montag hat Habeck zu einem Krisengipfel eingeladen. Neben dem Branchenverband VDA und der Gewerkschaft IG Metall werden auch Vertreter der größten Automobilhersteller und -zulieferer daran teilnehmen.

Die Nachfrage nach Elektroautos lahmt weiter in Deutschland. Deshalb dringt das das Bundesland Saarbrücken nun auf die Wiedereinführung der Kaufprämie.
Die Nachfrage nach Elektroautos lahmt weiter in Deutschland. Deshalb dringt das das Bundesland Saarbrücken nun auf die Wiedereinführung der Kaufprämie. Bild: Hendrik Schmidt/dpa

Saarland will Kaufprämie für E-Autos zurück

Zugleich will das Saarland eine Bundesratsinitiative zur Wiedereinführung einer Kaufprämie für Elektroautos starten. „Uns geht es darum, dass wir die arbeitende Mitte in Deutschland, die Normalverdiener, in die Lage versetzen, sich ein entsprechendes Fahrzeug zu kaufen“, sagte der saarländische Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) am Freitag. Es seien Impulse nötig, um die Nachfrage nach E-Fahrzeugen zu erhöhen und somit die Produktion der deutschen Automobilindustrie zu steigern. Nur so könnten Autos am Ende zu günstigeren Preisen in den Markt gebracht und Arbeitsplätze gesichert werden. Im Dezember 2023 war die staatliche Kaufprämie für Elektroautos beendet worden.

Das Saarland wird den Antrag auf Wiedereinführung am 27. September im Bundesrat einbringen. Niedersachsen habe sich dem Antrag bereits angeschlossen. Er setze zudem auf eine breite Zustimmung aus den anderen Ländern, sagte Barke.

Zudem müsse die Ladeinfrastruktur erheblich ausgebaut werden, sagte Barke. „Autos kaufen ist das eine, laden muss man sie auch.“ Dazu gehöre auch letztlich der beschleunigte Ausbau der erneuerbaren Energien und Stromnetze. Um all das voranzubringen, seien letzten Endes „mehr als nur einen Autogipfel und entsprechende Prämien“ erforderlich. Nötig sei ein Sondervermögen, das die Transformation in Deutschland möglich mache.

Paradox: VW hat bei Neuzulassungen bundesweit insgesamt sogar zugelegt

Betriebsrat und IG Metall haben unterdessen schon angekündigt, dass sie gegen Werksschließungen und Entlassungen bei VW erbitterten Widerstand leisten werden. Denn zur Wahrheit gehört auch: In den ersten acht Monaten sind nach den KBA-Zahlen zumindest bundesweit insgesamt sogar 4,6 Prozent mehr Pkw der Marke VW zugelassen worden als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, bei BMW waren es plus 0,3 Prozent und bei Opel plus 8,3 Prozent. Mercedes hat indes ein Minus von 10,8 Prozent zu verkraften. Audi (-17,8), Ford (-16,7) und Mini (-34,9 Prozent) trifft es sogar noch härter.

Mercedes-Benz senkt Ergebnisprognose

Mercedes Benz hat seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr bereits gesenkt. Grund dafür sei eine weitere Verschlechterung des konjunkturellen Umfeldes, besonders in China. Deshalb dürfte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) voraussichtlich deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen, teilte das Unternehmen am späten Donnerstagabend mit. (juerg/dpa)

Die aktuellen Zahlen zu den bundesweiten Neuzulassungen finden Sie hier.

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