Kritik an Zugausfällen auf der Strecke Dresden-Hof

Die Mitteldeutsche Regiobahn verweist auf Sturm und Baustellen. Der Verkehrsverbund beklagt Personalmangel.

Chemnitz.

Auf der Bahnstrecke Dresden-Hof sind allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2018 245 Züge operativ, also unplanmäßig, ausgefallen. Die meisten davon im Januar und im Mai. Das geht aus den Antworten des Verkehrsministeriums in Dresden auf eine Landtagsanfrage der Grünen hervor. "Statistisch gesehen, fällt jeden Tag mehr als ein Zug aus. Das ist eine Zumutung für alle Reisenden", sagte Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag. Die neuen Züge scheinen nach den Worten von Meier nach den Reparaturen durch den Hersteller Alstom etwas zuverlässiger zu funktionieren. So kam der Regionalexpress im Mai zu 91 Prozent pünktlich an, bei der Regionalbahn waren es 97 Prozent. Aber, so die Grünen-Politikerin: "Dass sich die Pünktlichkeit auf der Strecke seit 2016 deutlich verbessert hat, kann nur ein schwacher Trost sein."

Neben den unvorhergesehenen Zugstreichungen gab es den Angaben zufolge im April und Mai zwischen Dresden und Hof zugleich weitere 989 planmäßige Zugausfälle wegen Baustellen.

Der Streckenbetreiber, die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB), erklärte dazu am Mittwoch auf Anfrage: "Die Zugausfälle bis Mai dieses Jahres sind zu 93 Prozent auf Fremdverschulden - Störungen an der Infrastruktur, Personen im Gleisbereich - zurückzuführen. Sieben Prozent sind unser Verschulden, dabei kam es überwiegend durch Fahrzeugstörungen zu Ausfällen." Die sehr hohen Ausfallzahlen im Januar begründet die MRB mit dem Sturmtief "Friederike", im Mai mit einer Sperrung des Hauptbahnhofs Dresden wegen einer Bombenentschärfung. Für die nächsten Monaten habe die DB Netz AG insgesamt 21 weitere Baumaßnahmen geplant, die zu erneuten Ausfällen führen könnten.

Das Verkehrsministerium indes verwies mit Hinweis auf den zuständigen Verkehrsverbund Mittelsachsen insbesondere auf die Ursachen ungeplanter Zugausfälle. Hier trage die MRB zu 46 Prozent die Verantwortung. "Ein Ausfallschwerpunkt ist dabei fehlendes Personal infolge von Krankmeldungen", heißt es in der Antwort auf die Landtagsanfrage. In Beratungen zwischen Verkehrsverbund und Streckenbetreiber würden diese Ausfälle "mit dem Ziel thematisiert, überdurchschnittlichen Krankenstand zu analysieren und Maßnahmen zu prüfen, wie dieser mit betriebsinternen Maßnahmen reduziert werden kann".

Die MRB ihrerseits erklärte, alle Positionen der Lokführer seien auf der Strecke besetzt. Zu personalbedingten Ausfällen komme es lediglich in der Ferienzeit bei gleichzeitig erhöhtem Krankenstand.

Bewertung des Artikels: Ø 1 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...