Kupfer: Köpping redet Land schlecht

Fraktionschef kritisiert Aussagen zur Kreisreform

Dresden.

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Frank Kupfer, hat Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) scharf für ihre Einlassungen zur Kreisreform kritisiert. Köpping hatte der "Freien Presse" am Mittwoch gesagt, die Reform im Jahr 2008 habe die Politik "entmenschlicht". Der Kontakt zwischen Politik und Bürgern sei durch die Neugliederung Sachsens verloren gegangen.

"Die pauschale Kritik von Petra Köpping ist unberechtigt", sagte Kupfer. "Es gehört nicht zur Aufgabe einer sächsischen Ministerin, ständig Land und Leute schlecht zu reden." Seine Fraktion und er erwarteten von einer Ministerin, "dass sie sich von der Oppositionsrolle endlich verabschiedet und sich auf ihren Aufgabenbereich im Kabinett konzentriert". Kupfer erinnerte an die Rolle der Sozialdemokraten bei der Kreisreform: "Frau Köpping vergisst, dass ihre SPD damals bei der Reform nur noch fünf Landkreise haben wollte. Durch den Widerstand der CDU konnte dies verhindert werden."

Bei der Reform vor zehn Jahren waren die ehemals 22 zu zehn neuen Landkreisen fusioniert worden. Köpping war damals selbst Landrätin gewesen, dann aber bei der Wahl gegen einen ihrer CDU-Amtskollegen gescheitert. Dem Landtag gehört sie erst seit 2009 an. (kok)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
4Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 3
    0
    Tauchsieder
    02.08.2018

    Die Landtagswahl lässt grüßen. Man positioniert sich, jetzt wird kein Unterschied mehr zwischen Freund und Feind gemacht. Dies ist ein sehr anschauliches Beispiel wie man mit der Wahrheit umgeht, manche vertragen sie nicht. Gerade er hat doch als Minister unter Tillichs Regie einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet und diese Kreisgebietsreform vehement verteidigt. Das ausgerechnet Kretschmer ihn übernommen hat ist schon sehr erstaunlich.

  • 5
    0
    tbaukhage
    02.08.2018

    Damals warnten Politik- und Wirtschaftswissenschaftler vor der Kreisreform. Heute stellen Politik- und Wirtschaftswissenschaftler fest, dass genau die vorhergesagten Negativfolgen eingetreten sind: lange Wege für den Bürger, Politik entfernt sich von den Menschen - Menschen entfernen sich von der Politik, Einspareffekte praktisch nicht vorhanden, Erstarken populistischer Strömungen usw.
    Aber Herr Kupfer ist natürlich viel schlauer als die Realität. Logisch, Sachsen ist Eigentum der CDU - und schließlich hat die Partei ja immer Recht! Traurig, sowas...

  • 7
    0
    aussaugerges
    02.08.2018

    Die Frau Köpping hat wenigstens die Kraft Kritik zu äußern.

  • 11
    1
    Freigeist14
    01.08.2018

    Drehen wir den Spieß um : Höfling Kupfer redet alles ,aber auch alles in Sachsen schön.



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...