Landesbischöfin: Demokratie im Osten muss sich entwickeln

Magdeburg/Erfurt (dpa) - Die Landesbischöfin von Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, sieht bei den Ostdeutschen Nachholbedarf in Sachen Demokratie. «Es machen sich viele zu wenig klar, dass die Demokratie hier erst 30 Jahre alt ist und nicht 70», sagte Junkermann der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg.

«Viele kommen mit einen Vorwurf an die Ostdeutschen, wie rechts sie seien. Aber dieses Einüben von Demokratie, man könnte den derzeitigen Stand vergleichen mit der Bundesrepublik Mitte der 1960er Jahre. Wie rechts war die Bundesrepublik damals?» Sie erinnere sich noch an ihre Jugendzeit im baden-württembergischen Hohenlohe. 1971 habe die NPD dort 18 Prozent erreicht. «Das kann man doch gut vergleichen.»

Demokratie lebe davon, dass die Bürgerinnen und Bürger sich engagierten, sagte Junkermann. Die Landesbischöfin stammt aus Baden-Württemberg und steht seit 2009 an der Spitze der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. In diesem Jahr scheidet sie aus dem Amt.

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4Kommentare
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  • 2
    3
    Interessierte
    07.01.2019

    Von dieser Frau kam gestern im MDR-Info ein Interview , da klang das alles noch bißchen anders - um 10.16
    https://www.mdr.de/mediathek/radio/mdr-aktuell/mdr-aktuell-radio-zum-nachhoeren-100.html#

    Diese 29 Beiträge sollte man auch mal lesen , besonders den von Kedus
    https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/landesbischoefin-junkermann-wechsel-uni-leipzig-100.html

    Und :
    Demokratie ist die schwierigste aller Gesellschaftsformen, aber die beste, die wir kennen. Deshalb lohnt sich das Engagement.
    https://www.mdr.de/nachrichten/politik/regional/landesbischoefin-junkermann-zu-ostdeutschland-demokratie-und-einheit-100.html

    Und der Sebastian Hesse :
    https://www.weltseher.de/autoren/sebastian_hesse/
    https://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/dokumentarfotografie-auf-der-suche-nach-dem-glauben/20599320.html

  • 2
    6
    Interessierte
    06.01.2019

    Was diese Landesbischöfin hier darlegt , das klingt ja ganz gut , sie hat sehr viel Verständnis für die Ostdeutschen , welche Nachholbedarf bzgl. Anpassung haben …

    Aber was ist denn eigentlich ´Demokratie` ?
    Wie ich diesen demokratischen , sozialen Staat kennengelernt habe , besteht in diesem neben der Meinungsfreiheit/ Pressefreiheit/ Reisefreiheit und dem ständigen Streit - auch eine ganz Menge Diktatur , weil man uns hier ´mitnehmen` will und ´umerziehen` will , was aber nicht so richtig klappt mit den selbstbewußten und intelligenten Ostdeutschen …

    Und wenn die Menschen in der Bundesrepublik in den 60-ern Rechts waren , dann haben die das doch immer noch im Blut , das hat man doch nicht ´bereinigt`.....
    Da könnte man denken , die Rechten sind mit / neben den vielen Arbeitgebern auch mit in den Osten gekommen – und haben labile Ostdeutsche mitgenommen …

    „ Demokratie lebe davon, dass die Bürgerinnen und Bürger sich engagierten …
    ( das ist also `Demokratie` ….

    Deshalb haben sich die Wessis so sehr engagiert , vor allem im eigenen Interesse , als sie in den Osten gekommen sind und sich hier breit gemacht hatten und nachdem die gesamten Existenzen tot gemacht wurden und man sich durch die Treuhand bereichert hatte , den Ostdeutschen "Hilfe zur Selbsthilfe" angeboten hatten , damit die wieder auf die Beine kommen , was bis heute noch nicht ganz gelungen ist und zwischenzeitlich eine ganze Generation nun in die Armutsrente geht , ganz im Gegenteil zu den Leuten , welche sich ´hier im Osten` eine lukrative Existenz aufgebaut hatten , weil sie ´dort im Westen` arbeitslos waren ( sonst wären sie nicht hierher gekommen )

  • 5
    3
    Malleo
    06.01.2019

    Dieses Statement ist einfach nur anmaßend.
    Gern erinnere ich die Bischöfin an basisdemokratische Bewegungen in Mitteldeutschland 1989.
    Die wünsche ich mir heute für dieses Land bei Entscheidungen von epochaler Bedeutung.
    Im Gegenteil, man hat in Berlin die Hose voll, den Souverän direkt entscheiden zu lassen.

  • 7
    1
    06.01.2019

    Demokratie hat die Potenzen, überall entwicklungsfähig zu sein, im öffentlichen Raum immer, aber zuallerst in der evangelischen und katholischen Kirche.



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