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Laute „Arbeitsgeräusche“ und Angst: Wohnungsbordell in Leipzig sorgt für Zoff

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Im März zog das horizontale Gewerbe in ein Wohnhaus im Leipziger Westen. Im Haus gibt es Unmut und mittlerweile wurden Anwälte eingeschaltet.

Leipzig.

Sündiges Treiben sorgt im Leipziger Ortsteil Plagwitz für Ärger.

Ausgerechnet in einem Wohnhaus in der Nonnenstraße ist es mit der Ruhe vorbei, seit dort im Erdgeschoss ein Wohnungsbordell eingezogen ist. Seit März gehen Damen dort dem ältesten Gewerbe der Welt nach, was bei den restlichen Bewohnern teils für Angst sorgt! Über den Fall berichtete die Leipziger Volkszeitung (LVZ).

Ein Nachbar, der anonym bleiben möchte, schildert der LVZ: „Schon mehrmals war die Polizei wegen Ruhestörung und lautem Streit vor Ort.“ Auch seien nach 22 Uhr laute, dem Gewerbe entsprechende „Arbeitsgeräusche“ zu hören. Und einige der Fremden, denen man im Treppenhaus begegne, wirkten einschüchternd: „muskelbepackt und tätowiert bis unter den Hals. Manchmal rücken ganze Männer-Clans an“.

Bewohnerin: Straße durch das Bordell nicht sicherer geworden

Auch im angrenzenden Haus bekomme man das mit, wie eine Bewohnerin schildert: „Hier wohnen viele kleine Kinder, die können mit solchen Eindrücken nicht umgehen, zudem ist die Straße – vorsichtig gesagt – durch das Bordell nicht sicherer geworden.“

Bewohner wandten sich an den Stadtbezirksbeirat. Das bezeichnet Grünen-Stadträtin Kristian Wey gegenüber der Zeitung als „richtig und wichtig“. So könnten gezielt unangekündigte Kontrollen stattfinden.

Da die Nonnenstraße als Mischgebiet gilt und nicht zum Sperrbezirk zählt, ist dort auch der Betrieb einer Prostitutionsstätte „nach dem Sächsischen Prostituiertenschutzgesetz grundsätzlich möglich“, heißt es seitens des Leipziger Ordnungsamtes. Nach Prüfung sei die Erlaubnis dafür durch die Stadt erteilt worden.

Mieter und Hausverwaltung schalten Anwälte ein

Derweil gibt es juristischen Knatsch zwischen der Hausverwaltung und dem Bordellbetreiber. Die gewerbliche Nutzung der Immobilie sei laut Mietverträgen nicht erlaubt. Während eine Bordellmitarbeiterin gegenüber der LVZ betont, dass man das Objekt von vornherein als erotisches Gewerbe beim Vermieter deklariert habe und der Mietvertrag entsprechend angepasst worden sei, sieht die zuständige Hausverwaltung das anders – und geht offenbar gegen den Mieter vor.

Mahnungen zur Nutzungsunterlassung seien zugestellt worden. Sowohl Hausverwaltung als auch Bordellbetreiber hätten inzwischen Anwälte eingeschaltet.

In der Nonnenstraße dürfte so schnell wohl kein himmlischer Friede einkehren… (phy)

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