Lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes gefordert

Görlitz (dpa/sn) - Im Prozess zum gewaltsamen Tod eines 69-Jährigen Mannes am Landgericht Görlitz haben sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes gefordert. Sie sahen es in ihren Plädoyers am Mittwoch als erwiesen an, dass der angeklagte 28-Jährige am 5. Februar seinen Nachbarn im Plattenbau in Weißwasser aus Habgier tötete. Oberstaatsanwalt Sebastian Matthieu sprach von Heimtücke, weil das Opfer auf dem Sofa geschlafen habe und sich nicht wehren konnte. In seinem Schlusswort zeigte der Angeklagte Reue: «Es tut mir so leid.»

Der aus Dresden stammende Arbeitslose hatte zum Prozessauftakt gestanden, eine Absicht aber bestritten. «Ich kann noch immer nicht fassen, was mich da geritten hat», sagte er. Laut Oberstaatsanwalt Matthieu ist das Motiv klar, aber nicht, warum der Mann dafür sterben musste. Nach Einschätzung von Verteidiger Kai Rosenstengel handelte sein Mandant planvoll. «Er war Herr seiner Sinne.» Auch ein Gutachter hatte zuvor die Schuldfähigkeit trotz des Einflusses von Drogen und Antidepressiva bestätigt.

Der Angeklagte hatte dem Rentner, mit dem er sich häufig getroffen und Kaffee getrunken hatte, mit zwei Messern mindestens 13 Mal mit zwei Messern in Hals und Brustkorb gestochen. Das stark betrunkene Opfer war verblutet, der Beschuldigte ist in Untersuchungshaft. Das Urteil soll am Donnerstag verkündet werden.

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