Linke rangeln um Plätze im Bundestag

In Glauchau entscheidet Sachsens Linke über ihre Kandidatenliste für Berlin. Scheitern könnten dabei auch prominente Vertreter.

Dresden.

Wirklich sicher kann sich nur Katja Kipping sein: Die Bundesvorsitzende ist als Nummer 1 gesetzt, wenn Sachsens Linke am Samstag in Glauchau ab Nachmittag ihre Landesliste für die Bundestagswahl aufstellt. Die Platzierung entscheidet, wer die besten Aussichten darauf hat, nach dem 24. September in Berlin sitzen zu dürfen.

Das Schlimmste, was Kipping in eigener Sache droht, ist ein mäßiges Ergebnis. Die anderen sieben Linken aus Sachsen - die alle erneut antreten - müssen hingegen um ihr Mandat bangen. Das liegt auch an Genossen, die neu in den Bundestag drängen, aber fast mehr noch an der Ungewissheit, ob es noch einmal für acht Plätze reicht. 2013 genügten dafür sachsenweit 20 Prozent (bei bundesweit 8,6 Prozent), was freilich auch am Scheitern von FDP und AfD an der Fünf-Prozent-Hürde lag.

"Wie die Reihenfolge ist, kann ich nur vermuten", sagte Landeschef Rico Gebhardt am Mittwoch, um gleich noch hinterherzuschicken, dass ihm selbst eine Prognose schwerfalle - da es "dieses Mal etwas spannender ist als sonst". Immerhin wisse er "mittlerweile", wer gegen wen antreten wolle. Um Platz 2, so verrät Gebhardt freimütig, werden der frühere Landtagsfraktionschef André Hahn und Parteivize Axel Troost ringen. Für Platz 3 interessiert sich demnach ein Trio: Susanna Karawanskij, Parteivize Caren Lay und Fraktionsvize Sabine Zimmermann. Platz 4 dürfte Gebhardt zufolge zur Auseinandersetzung zwischen dem Verlierer um Platz 2, dem Juristen Jörn Wunderlich und dem Chemnitzer Michael Leutert werden.

Dazu kommen Ambitionen vor allem der Leipziger Linken, wieder mit einem eigenen Abgeordneten im Bundestag vertreten zu sein. Selbst Barbara Höll, die als Direktkandidatin knapp unterlag, möchte auf die Liste - anders übrigens als die Landtagsabgeordneten Klaus Tischendorf und Falk Neubert, die im Dienste der Partei lediglich als Linke-Direktkandidaten in Erzgebirge und Mittelsachsen antreten.

Gebhardt selbst will in Glauchau auf jegliche Parteinahme verzichten. Aber auch ohne Empfehlung des 53-Jährigen, der am Dienstag mit eher mäßigen 70 Prozent als Landtagsfraktionschef bestätigt worden war, wird es für die 200 Vertreter schwer, alle Bedürfnisse zu befriedigen. Gebhardt zufolge hat Bundestagsfraktionschefin Sahra Wagenknecht - die als Gast in Glauchau dabei ist - im Vorfeld um Rückhalt für Arbeitsmarktpolitikerin Zimmermann gebeten, so wie Fraktionschef Dietmar Bartsch Wert auf den Haushaltsexperten Leutert legt. Kipping wiederum wünsche sich vor allem die beiden Parteivize Troost und Lay an ihre Seite. Ob das aber hilft?

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