Die Linken warnen vor einer Privatisierung von Wohnungen (Archivbild).
Die Linken warnen vor einer Privatisierung von Wohnungen (Archivbild). Bild: Sebastian Kahnert/dpa
Sachsen
Linke warnen vor Privatisierung von Wohnungen

Die Linken fordern einen Fonds, damit Städte Wohnungen zurückkaufen können. Bei Privatisierungen sehen sie die Mieter als Leidtragende.

Dresden.

Die Linken warnen vor einer weiteren Privatisierung kommunaler Wohnungen und schlagen einen anderen Weg vor. Demnach sollte es Städten und Gemeinden oder deren Unternehmen möglich sein, über einen "Rekommunialisierungs- und Stützungsfonds" Wohnungsbestände zurückzukaufen. Der Fond könnte Wohnungsunternehmen auch im Krisenfall helfen, erklärte die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel. Wegen der Finanznot und der Altschulden aus der Zeit nach 1990 stünden viele kommunale, aber auch genossenschaftliche Anbieter unter großem finanziellem Druck.

Linke: Leidtragende der Privatisierung sind Mieter

Nagel verwies auf die Insolvenz von Wohnungsgesellschaften und den Verkauf kommunaler Wohnungen etwa in Hainichen, Crimmitschau, Klingenthal und Königswartha. "Die Leidtragenden jeder Privatisierung sind auch auf lange Sicht die Mieterinnen und Mieter. Die privaten Neueigentümer wollen vor allem Geld abschöpfen", so Nagel. Sanierung und Instandhaltung würden verschleppt, Vermieter seien oft nicht erreichbar. Stets droht die Kappung der Wärme- und Wasserversorgung.

Linke fordern Erlass der Altschulden kommunaler Unternehmen

"Der anhaltende Ausverkauf öffentlicher Immobilien ist ein Fehler und muss dringend gestoppt werden. Es ist an der Zeit, Rückkäufe durch Kommunen zu unterstützen, auf Bundesebene zum Beispiel durch einen Altschuldenerlass für kommunale Wohnungsunternehmen", betonte Caren Lay, die für Mieten- und Wohnungspolitik zuständige Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag. Wo nötig, müssten große Immobilienkonzerne mit mehr als 3.000 Wohnungen enteignet werden. 

"Obwohl der Verkauf von Wohnungen oder Unternehmensanteilen kurzfristige Entspannung verspricht, ist er der falsche Weg. Die Kommunen verlieren so wichtige Steuerungsmöglichkeiten, zulasten der Miethaushalte", argumentierte Nagel. Das zeigten aktuelle Beispiele deutlich. Wohnraum gehöre in öffentliche oder gemeinwohlorientierte Hand. 

Grüne: Regierung darf nicht die Augen vor dem Problem verschließen

Die Grünen warfen der Regierung vor, keine Strategie zum Schutz von Mietern zu haben. Sie dürfe nicht die Augen davor verschließen, welche Folgen der Verkauf kommunaler Wohnungen für die Bewohner haben könne, betonte der Abgeordnete Thomas Löser. "Leider hebt die Staatsregierung hier nur die Hände und weist jede Verantwortung von sich. Dabei kann sie Kommunen zum Beispiel unterstützen, bei Ausständen gegenüber kommunalen Versorgern zügig eine Zwangsverwaltung einzusetzen, um die durchgehende Versorgung der Mieterinnen sicherzustellen." (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
22:53 Uhr
3 min.
Viertelfinal-Traum wackelt: SC Freiburg verliert in Genk
Kampf um eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel: Genks Heymans hat im Duell mit Beste vom SC Freiburg die Nase vorn.
Ein Dämpfer für die Breisgauer: Trotz Chancen und eines Pfostentreffers hat Freiburg auswärts weiter Probleme. Im Rückspiel soll dennoch ein historischer Schritt gelingen.
Maximilian Wendl, dpa
12.03.2026
17 min.
Das Geheimnis der verschwundenen Dörfer im böhmischen Erzgebirge
Auf dieser Hochfläche am Erzgebirgskamm lebten einmal 1000 Menschen. Von dem Dorf Hirschenstand steht heute nur noch eine Handvoll Häuser.
Nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945/46 hörten im tschechischen Teil des Erzgebirges Dutzende Dörfer auf zu existieren. Unser Autor machte sich auf die Suche.
Oliver Hach
19.02.2026
2 min.
Rund eine Milliarde Euro Altschulden bei Wohnungsunternehmen
Die sächsische Wohnungswirtschaft ist noch immer mir Altschulden in Höhe von reichlich einer Milliarde Euro belastet (Archvibild).
Die Wohnungsunternehmen in Ostdeutschland haben eine riesige Altlast zu tragen - Schulden aus DDR-Zeiten. Schon lange fordern die Linken Abhilfe. Denn die Schuldenlast verhindert Investitionen.
13.02.2026
2 min.
Linke: Geflüchtete in leerstehenden Wohnungen unterbringen
Offiziellen Zahlen zufolge sind in kommunalen Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen viele Plätze frei. (Symbolbild)
Viele leere Wohnungen in sächsischen Städten, aber kein Platz für Migranten? Die Linken wollen das nicht hinnehmen und verlangen mehr Unterbringung außerhalb von Wohnheimen.
12.03.2026
2 min.
Busstreik am Freitag im Erzgebirge trifft Schülerverkehr: So reagieren die Schulen
Verdi plant am Freitag einen Warnstreik im Busverkehr im Erzgebirge.
Die Gewerkschaft Verdi ruft am Freitag im Erzgebirge zum Streik im Busverkehr auf. Davon betroffen ist auch der Schülerverkehr. Wie Schulen in der Region darauf reagieren.
unseren Redakteuren
22:55 Uhr
3 min.
Verletzungsschock überschattet Mainzer Remis in Tschechien
Der FSV Mainz 05 um William Bøving (r) lieferte sich ein umkämpftes Duell mit Sigma Olmütz.
Das Achtelfinal-Hinspiel von Mainz 05 in der Conference League im tschechischen Olmütz endet ohne Tore. Dafür aber droht dem Fußball-Bundesligisten ein langer Ausfall eines Winter-Zugangs.
Christian Johner, dpa
Mehr Artikel