Linke will "rote Inseln im schwarzen Sachsen"

Parteivorstand beschließt Strategie für Landtagswahl

Dresden.

Fünfeinhalb Monate vor der Landtagswahl hat der Vorstand der sächsischen Linken am Freitagabend eine "Wahlstrategie" beschlossen. Als Ziel werden "mindestens 20 Prozent" ausgegeben. Die Linke könne nicht um jeden Wähler kämpfen, aber um das Drittel, das sich eine Stimme für sie vorstellen könne. 2014 hatte die Partei 18,9 Prozent erhalten, ihr bisher bestes Ergebnis waren die 23,6 Prozent 2004.

Zudem will die Partei nicht nur das vor fünf Jahren von Juliane Nagel eroberte Direktmandat im Leipziger Süden verteidigen, sondern auch weitere Wahlkreise hinzugewinnen. "Wir wollen die sächsische Landkarte mit roten Inseln im schwarzen Sachsen überziehen", heißt es wörtlich. Dazu hatte der Vorstand bereits vor fünf Wochen eine zentrale Unterstützung für Kandidaten in "strategischen Wahlkreisen" versprochen. Dafür infrage kommen die Gebiete, in denen der CDU-Gewinner 2014 maximal fünf Prozentpunkte vor dem Linke-Bewerber lag oder der Rückstand beim Zweitstimmenergebnis höchstens zehn Prozentpunkte betrug.

Die CDU wird im Papier als "Hauptgegner" bezeichnet, die AfD als "Feind". Einer "Konstellationsdebatte vor der Wahl" werde sich die Linke bewusst verweigern - anders als die SPD, die in Ermangelung eigener Erfolge mit dem "schwarz-blauen Gespenst" drohe. Die Hand zur Sozialdemokratie für ein "progressives Veränderungsprojekt in Sachsen" bleibe aber ausgestreckt.

Die Grünen wiederum seien "vor allem Mitbewerberin, nicht Gegnerin", ihr "Flirt mit der CDU" mache sie für Wähler unkalkulierbar. "Die Führungsrolle im linken Lager" wollen die Genossen behalten, im gesamten sächsischen Parteienspektrum bleibe "mindestens der zweite Platz" das Ziel. Diesen besetzt die Linke im Landtag - hinter der CDU - seit 20 Jahren. In Umfragen lag zuletzt aber auch die AfD vor ihr. tz

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