LKA: «Neue Qualität» wohl linksextremer Straftaten

Kräne brennen, eine 34-Jährige wird angegriffen, Unbekannte verüben Anschläge auf Justizgebäude und auf ein Landesamt. Leipzig gilt als «Hotspot» der linksextremen Szene in Deutschland. Doch Täter werden kaum ermittelt.

Leipzig (dpa/sn) - In Leipzig häufen sich nach Angaben der Sicherheitsbehörden politisch motivierte Anschläge, die Linksextremisten zuzuschreiben sein könnten. «Wir beobachten in letzter Zeit eine neue Qualität der Angriffe», sagte LKA-Sprecher Tom Bernhardt der Deutschen Presse-Agentur. Das LKA prüfe derzeit die Authentizität von Bekennerschreiben der jüngsten Anschläge, welche auf linksextremistische Straftäter hinweisen. «Leipzig ist einer der Hotspots der linksextremen Szene in Deutschland», so Bernhardt.

Bei einem Brandanschlag auf Baukräne am 3. Oktober dieses Jahres sei von den Tätern in Kauf genommen worden, dass Menschen zu Schaden kämen, so Bernhardt. Zwei vermummte Täter überfielen Anfang November die 34-jährige Mitarbeiterin einer Immobilienfirma. Sie wurde verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Obwohl 100 000 Euro Belohnung für Hinweise zu den Fällen ausgelobt sind, wurden bislang keine Täter ermittelt. Taten aus dem linken Spektrum seien häufig «sehr klandestin und geplant», so der LKA-Sprecher. Von einer linken «Zelle» in Leipzig könne man aber nicht sprechen. Dafür sei die Szene zu stark vernetzt. Die Täter seien nicht allein im alternativen Stadtteil Connewitz zu verorten.

Zuletzt hatten in der Nacht zum Samstag Unbekannte im Gebäude der Außenstelle des Landesamtes für Steuern und Finanzen in Leipzig einen Brand gelegt. Ein Büroraum zum Innenhof war vollständig ausgebrannt.

Am ersten Adventssonntag hatte ein Unbekannter einen Gegenstand an der Fassade des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig in Brand gesetzt. Dabei wurde die Fassade beschädigt. Es war nicht der erste Anschlag auf ein Justizgebäude in Leipzig: In der vergangenen Silvesternacht hatten Unbekannte an mehreren Stellen am Gebäude des Bundesgerichtshofes Feuer gelegt.

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