LKA prüft Anzeige gegen Minister

Sachsens Umweltminister hat erneut Stress wegen der Wölfe. Es geht um seine jüngste Abschusserlaubnis. Ist sie rechtens?

Dresden.

Das Landeskriminalamt Sachsen prüft eine bei der Behörde eingegangene Anzeige gegen Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) und einige seiner Mitarbeiter. Das bestätigte LKA-Sprecher Tom Bernhardt auf Anfrage. Die Anzeige habe eine Privatperson erstattet. Ob sie in ein Strafverfahren mündet, sei derzeit noch völlig offen. Darüber werde die zuständige Staatsanwaltschaft Görlitz entscheiden. Den Ministeriumsmitarbeitern werde vorgeworfen, mit der am vergangenen Freitag erteilten Abschussgenehmigung für einen "Problemwolf" des Rosenthaler Rudels gegen geltendes Recht verstoßen zu haben.

Im Ministerium regiert man gelassen. "Wir gehen davon aus, dass die Erlaubnis auf rechtlich sauberer Grundlage erteilt wurde, und haben daher ein reines Gewissen", sagte Sprecher Frank Meyer. Man werde sich kooperativ gegenüber den Ermittlungsbehörden zeigen und alle Unterlagen zur Verfügung stellen.

Die Erlaubnis hatte in dieser Woche auch den sächsischen Landesverband des Naturschutzbundes (Nabu) auf den Plan gerufen. Er prüfe derzeit mit weiteren Naturschutzorganisationen eine Klage. Die Abschusserlaubnis sei "fachlich unbegründet sowie rechtlich nicht haltbar", so der Nabu mit. Das erste Tier zu töten, das sich scheinbar bedrohlich einer Weide nähere, sei sinnlos. Für andere Wölfe im Rudel bringe das keinen Lerneffekt. Außerdem sei nicht sicher, ob damit tatsächlich ein Wolf getroffen werde, der Schafe gerissen habe.

Das Rosenthaler Rudel sorgt seit Wochen für Unruhe. Zuletzt hatte es vor knapp zwei Wochen in Laske eine Herde mit etwa 200 Schafen attackiert, obwohl die Weide gesichert war. 15 Tiere fielen den Raubtieren zum Opfer. Es war bereits der zweite Angriff auf diese Herde. Einen weiteren gab es im Nachbarort.

Unterdessen wurde in dieser Woche ein Wolf mit nur drei Pfoten in der Dresdner Heide überfahren. Er war durch dieses Unterscheidungsmerkmal zuvor schon mehrfach in dem nahe Dresden gelegenen Wald gesichtet worden. Beim LKA läuft derzeit ein halbes Dutzend Verfahren zum Thema Wolf, darunter auch illegale Tötungen.

In Brandenburg ist, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde, bei einer Jagd in einem Forstrevier bei Bad Belzig eine Wölfin von einem Jäger aus Dänemark erschossen worden. Der Jagdleiter zeigte ihn bei der Polizei an.

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