Löwensavanne im Zoo Leipzig wird nach Ausbruch umgebaut

Ende September gelang es zwei Tieren, den Wassergraben der Löwenanlage zu überwinden und auszubüxen. Damit das nicht wieder passiert, wird kräftig investiert.

Leipzig.

Nach dem Löwen-Ausbruch im Zoo Leipzig am 29. September ist in dieser Woche hinter aufgestellten Bauzäunen mit dem Umbau der Raubkatzenanlage begonnen worden. Der Wassergraben werde auf mindestens acht Meter verbreitert, erläuterte Zoodirektor Jörg Junhold am Mittwoch. Eine neue vertikale Barriere aus bis zu 1,50 Meter hohen Stahlstäben, eine Sumpfzone und ein Stromdraht sollen zusätzlich für Sicherheit sorgen. Der Umbau der 1100 Quadratmeter großen Löwensavanne kostet rund 80.000 Euro. Der Freundes- und Förderverein des Zoos will die Finanzierung stemmen. Bis Weihnachten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und die Savanne wieder "in Betrieb" gehen. Sie war geschaffen worden, um eine zeitgemäße Löwenhaltung und -zucht zu ermöglichen.

Die Verantwortlichen im Zoo gehen davon aus, dass die jungen Etosha-Löwen Majo und Motshegetsi den Wassergraben übersprungen hatten. Der Graben entlang der Freianlage war bis dahin zwischen 6,60 Meter und 7,90 Meter breit. Er ist die Hauptsicherheitseinrichtung an der Anlage. Niemand hatte sich vorstellen können, dass die Löwen den Graben überwinden würden. Beobachtet hat den Ausbruch niemand.

Löwe Majo, der Überlebende der Aktion, konnte kurz darauf wieder eingefangen und ins Gehege zurückgedrängt werden. Der Vorfall bedeutete zunächst einen Rückschlag für die Löwenhaltung in Leipzig. Der Zoo hatte beide Tiere erst im August aus Basel bekommen und wollte mit ihnen eine neue Zuchtgruppe aufbauen.

In den vergangenen Wochen wurde Majo zunächst hinter den Kulissen versorgt - geschützt vor den Blicken des Publikums. Sein Bruder Motshegetsi musste dagegen unmittelbar nach dem Ausbruch erschossen werden. Die bei ihm eingesetzten Narkosepfeile hatten nicht gewirkt: Der Löwe durchbrach vielmehr die Absperrung und wurde mit einem Schuss getötet. Die Löwenanlage blieb danach zunächst geschlossen. Der morgendliche Ausbruch der beiden Etosha-Löwen noch vor Öffnung der Einrichtung hatte anschließend eine bundesweite Debatte entfacht, wie sicher Zoos und Tierparks in Deutschland sind.

Seit einigen Tagen können Besucher den Löwen Majo wieder in Augenschein nehmen: in seiner einsehbaren Höhle. Nach dem Ausbruch sei das Tier zwei Wochen lang ziemlich verstört gewesen, sagte Zoochef Junhold. "Majo braucht dringend Gesellschaft." Voraussichtlich noch im November soll deshalb eine zweieinhalb Jahre alte Löwin aus einem französischen Zoo nach Leipzig umziehen. "Ziel ist es - je nach Fortschritt der Eingewöhnung -, die Löwin schnellstmöglich mit Majo zusammenzubringen. Es gehe darum, den jungen Löwen nicht länger als notwendig allein halten zu müssen, sagte der Zoodirektor.

Junhold hält weiter an den Plänen fest, ein neues Rudel aufzubauen. Ob eine Löwenzucht schon mit Majo und der neuen Löwin begonnen werden kann, werde später entschieden. Der Löwe sei das Wappentier Leipzigs und gehöre zum Zoo einfach dazu, sagte Junhold. In dem 138 Jahre alten Zoo seien schon mehr als 2300 Löwen geboren worden. Es solle "wissenschaftlich fundiert und mit Augenmaß" weiter gezüchtet werden. (mit dpa)

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