"Man muss dem Volk aufs Maul schauen"

Sachsens CDU-Fraktionschef Frank Kupfer über Applaus von der AfD, den Umgang mit Pegida und Kommunismus bei der Linken

Dresden.

Frank Kupfer, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag, sieht im 19-Punkte-Positionspapier von Pegida eine Gesprächsgrundlage. Tino Moritz sprach mit ihm.

Freie Presse: Haben CDU und SPD schon genug voneinander - oder warum ist das Regierungslager bei den Landtagsdebatten zuletzt so gespalten aufgetreten?

Frank Kupfer: Mir ist das auch aufgefallen. Ich weiß aber weder, warum die AfD öfter mit uns geklatscht hat, noch, warum die SPD nicht applaudiert hat, wenn ein CDU-Mann geredet hat. Die SPD kommt aus der Opposition, vielleicht liegt es daran. In jedem Fall ist es nicht gut und gibt kein geschlossenes Bild nach außen ab. Wir hatten aber noch vor Weihnachten ein klärendes Gespräch. Ich gehe davon aus, dass es nicht wieder vorkommt.

Also stecken keine grundverschiedenen Ansichten dahinter - etwa in der Haltung zu Pegida?

Natürlich haben wir bei einigen Themen mehr oder weniger unterschiedliche Ansichten, auch beim Umgang mit Pegida. Das ist doch ganz normal in solch einer Koalition. Aber wir sind aufeinander angewiesen, wir regieren für fünf Jahre das Land. Da müssen wir zurückstecken - und auch die SPD.

Was halten Sie vom 19-Punkte-Papier von Pegida?

Das Positionspapier ist eine Gesprächsgrundlage. Einige Punkte davon könnte ich sofort unterschreiben. Auf den Demonstrationen wird aber auch anderes gefordert. Menschenfeindliche und rassistische Äußerungen sind nicht zu tolerieren. Pegida und die meisten Menschen, die da auf die Straße gehen, darf man nicht gleichsetzen. Ob ihre Ängste berechtigt sind, will ich gar nicht beurteilen. Aber: Diese Leute suchen die Antworten auf ihre Fragen nicht mehr in der etablierten Politik, das bereitet mir Sorge. Wir müssen mit diesen Bürgern reden, sie ernst nehmen und dürfen sie keinesfalls kriminalisieren oder als Mob bezeichnen.

Auf einem der Transparente stand beispielsweise"Mehr Geld für unsere Kinder statt für Asylschwindler". Wie finden Sie das?

Der Zusammenhang ist Quatsch. Die Forderung unterstellt, dass wir für unsere Kinder nicht genug Geld bereitstellen. Das bestreite ich.

Am Wort "Asylschwindler" stoßen Sie sich nicht?

Natürlich ist das eine provozierende Formulierung, die ich ablehne. Aber als gewählter Politiker muss man, wie Martin Luther sagte, dem Volk auch mal aufs Maul schauen. Fakt ist, dass es Antragsteller gibt, die keinen Asylanspruch haben. Wer seinen Pass wegschmeißt, weil er aus einem sicheren Herkunftsland kommt, ist letztendlich ein Betrüger.

Worte können das gesellschaftliche Klima vergiften.

Bei diesem Thema ist jedes klare Wort eine Gratwanderung. Aber wir brauchen wieder mehr Transparenz und Konsequenz in der Politik. Das ist ja das Problem, das viele Menschen haben. Sie fühlen sich an Zeiten erinnert, als man nicht seine Meinung sagen durfte, weil es politisch nicht korrekt war und damals nicht ins System passte. Schauen Sie sich mal die Wahlbeteiligung an: Die Hälfte geht nicht mehr hin, weil sie sich nicht mehr wiederfindet. Man kann nicht alles beschönigen. Es gibt Wahrheiten, die muss man auch mal aussprechen. Und dazu gehört auch die, dass es Menschen gibt, die nicht berechtigt sind, nach Deutschland zu kommen.

Die AfD verteidigt die Pegida-Proteste. Gehen Sie mit ihr anders um als mit den anderen Oppositionsparteien?

Ich glaube nicht, dass eine komplette Ausgrenzung der AfD für die Union langfristig sinnvoll ist. Zumal wenn sie, wie in Sachsen, im Parlament vertreten ist. Letztendlich ist sie für mich eine normale demokratische Oppositionspartei. Beim Umgang mit den Linken hätte ich schon viel eher Erklärungsbedarf.

Es hieß ja, die Koalition wolle Oppositionsanträge nicht mehr generell ablehnen - außer wenn sie von den Linken kommen?

Wir können ja die SPD fragen, ob sie sich vorstellen kann, einem AfD-Antrag zuzustimmen. Ernsthaft: Wer in der Politik ist, muss konsensfähig sein und um Mehrheiten ringen. Zu meinen persönlichen Erfahrungen, nicht nur der vergangenen 25 Jahre, gehört nun einmal, dass CDU und Linke grundsätzlich unterschiedliche Auffassungen haben.

Warum nennen Sie die Linke eigentlich noch Kommunisten?

Das muss man ja wohl noch sagen dürfen. Viele bei den Linken waren früher überzeugte Kommunisten, warum sollen sie jetzt keine mehr sein? Nur weil sie dreimal ihren Parteinamen gewechselt haben?

Sachsens Grünen-Chef Volkmar Zschocke nennt so etwas die Dämonisierung der Linken. Er findet, dass auch die Blockparteien ihre Rolle aufarbeiten müssen. Warum sind Sie 1982 in die DDR-CDU eingetreten?

Weil ich mit 20 Jahren so naiv war zu glauben, dass ich dieses System von innen heraus reformieren kann. Aber irgendwann habe ich mitbekommen, dass das nicht geht. Und kurz vor der Resignation kam dann die Friedliche Revolution, an der ich mich aktiv beteiligt habe. Im Übrigen kann ich Herrn Zschocke auch Verharmlosung vorwerfen.

Aber dass selbst die Linke nicht die DDR wiederhaben will, nehmen Sie ihr schon ab, oder?

Auch das glaube ich ihnen nicht. Die Partei ist insgesamt sehr ideologisch ausgerichtet. Die Linke hat ein Ziel - und das hat wenig mit Demokratie zu tun.

Gehen Sie wirklich davon aus, dass man Thüringen nach fünf Jahren Rot-Rot-Grün nicht mehr wiedererkennen wird?

Diese Befürchtung habe ich tatsächlich. Ich habe das DDR-System hautnah erlebt. Es war aufgebaut auf Angst und Lügen. So wurde immer behauptet, wir würden zu den zehn stärksten Industrienationen gehören. Sogar der Wetterbericht wurde geschönt und gesagt, es seien minus 15 statt minus 20 Grad, weil Kohle zum Heizen fehlte. Auch diese zu all dem grausamen Unrecht vergleichsweise harmlosen Täuschungen der Menschen vergesse ich nicht.

Zur Person

Der 52-jährige Frank Kupfer ist seit vier Monaten CDU-Fraktionschef im Landtag. Davor war der gebürtige Torgauer sechs Jahre Umweltminister. Parteichef Stanislaw Tillich hatte den damaligen Fraktionsvize sofort nach seinem Amtsantritt als Ministerpräsident im Juni 2008 ins Kabinett geholt. Zu DDR-Zeiten arbeitete Kupfer zunächst als Fernmeldetechniker, bevor er ab 1986 als stellvertretender Kreisgeschäftsführer der CDU Oschatz tätig war. Seit 20 Jahren sitzt Kupfer im Landtag. Zwischen 1999 und 2001 war er Generalsekretär der sächsischen CDU.

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24Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    gelöschter Nutzer
    04.01.2015

    Sachsens CDU-Fraktionschef Frank Kupfer meint "Man muss dem Volk aufs Maul schauen". Die Nachricht hört ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Denn wie sagt er weiter: "Die Leute suchen die Antworten auf ihre Fragen nicht mehr in der etablierten Politik, und das bereitet mir Sorge." Wer ist die etablierte Politik? Die CDU/CSU und die SPD, notfalls noch die Grünen? Ein wenig kurzsichtig gedacht, Herr Kupfer. Und überheblich obendrein. Hochmut kommt vor dem Fall!

    Ein Beispiel gefällig, warum das Volk seine Antworten nicht mehr in der etablierten Politik sucht? Ich wähle ausnahmsweise ein Beispiel, das mit Pegida und Ausländerpolitik nichts zu tun hat....: Vor wenigen Jahren wurde man gesteinigt, wenn man den Vorschlag brachte, Griechenland aus der Eurozone zu entlassen. Wer das äußerte lief Spießruten. Jetzt sagt unsere alternativlose Kanzlerin, "...die Bundesregierung halte ein Ausscheiden Athens aus dem Euroraum sogar für nahezu unausweichlich," Jetzt, nachdem man Milliarden deutsche Euros in das Land gestopft hat (die in Deutschland sicher fehlen), will man Griechenland entlassen. Hallo?
    Und da soll das Volk Antworten bei den sogenannten etablierten Parteien suchen? Die haben doch gar keine Antworten, die machen Politik für sich selbst.
    Der wahre Grund ist freilich ein anderer: In Griechenland zeichnet sich zur kommenden Parlamentswahl ein Sieg der Linken ab (sicher waren die auch alle in der SED und bei der Stasi). Und die Linken sind keine etablierten Politiker (genauso wie die AfD). Man kommt ja in den Medien nicht einmal umhin, die AfD ohne den Zusatz eurokritisch oder rechtskonservativ zu erwähnen oder die Linken permanent als Altkommunisten, Ex-SED oder sonstwas zu bezeichnen. Bei der CDU/CSU und der SPD kommt man ohne Zusätze aus, oder man gibt sich den Zusatz etabliert.
    Offenbar spielt der Verlust von mehreren Milliarden nach Griechenland verschwendeter Euro nicht halb so eine große Rolle wie die Gefahr, dass Europa von den griechischen Linken zu Fall gebracht wird - genauso, wie der Verlust an innerer Sicherheit und der Zerfall Deutschlands mit den Thüringer Linken beginnt.

    Der Dresdener Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt meint dazu: „... merkt man, wie gigantisch die Kluft zwischen vielen auf der Straße und unserem politischen System wirklich ist. Es ist eine Spaltung zwischen “Die da oben”, die regieren, und “Wir hier unten”, um die man sich nicht kümmert. Das ist bedrückend.” Und Herr Kupfer wundert sich, "dass die Leute die Antworten auf ihre Fragen nicht mehr in der etablierten Politik suchen". Und weiter " das bereitet ihm Sorgen"! Ganz ehrlich, MICH WUNDERT DAS NICHT!

    Wenn ich mir überlege, dass der Online-Wahl-O-mat mir zur Bundes- und zur Landtagswahl anhand meiner Antworten die NPD vorschlägt (was ich freilich nicht getan habe, weil mir das dann doch widerstrebt) – dann zeigt mir das, wie weit die ETABLIERTE Politik von der Gesellschaft entrückt ist, nämlich genauso wie es der Dresdener Politikwissenschaftler Werner J. Patzelt weiter oben ausdrückt!

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    1
    gelöschter Nutzer
    04.01.2015

    Werter fp2012 rerum naturalium,

    das haben Sie sehr schön geschrieben. Nur, was hat das mit der Partei Die Linke zu tun, bzw. mit der Aussage Linke = kommunistisch? War das die Beweisführung?
    Ich schrieb: Parolen bildungsferner Dorfstammtische. Damit meine ich gruppengesteuerte Aussagen, die unreflektiert und ohne den Gegenstand der Aussage zu untersuchen/zu hinterfragen in die Welt posaunt werden. Aussagen, die von der Stammtischpopulation empirisch als wahr befunden werden, weil es eben alle so sagen, weil es doch gar nicht anders sein kann und die Oma hat es eh schon immer gewusst.
    Ich unterstellte Ihnen nie Bildungsferne, den Schuh haben Sie sich selbst angezogen.
    Nun leiten Sie im Weiteren ab (wovon nur?), dass ich von der kommunistischen Zukunft unseres schönen Landes träume. Ziemlich unwissenschaftlich und, ich muss leider sagen, sehr parolisch.
    Ich sag's mal so: Parolen bleiben Parolen, auch wenn Akademiker damit hausieren gehen.

    zurück zum Artikel:
    Ich schätze Kupfers Aussage, dass er 'mit 20 Jahren so naiv war zu glauben, dieses System' von innen heraus zu reformieren, als einen netten Versuch, die Wende als Blockflöte hinzubekommen. Soll er doch sagen, dass er ein Amt wollte, auch in der DDR.

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    fp2012
    04.01.2015

    @saftpresse:
    Sie sehen es mir hoffentlich nach, dass ich auf Ihren von Vorurteilen und Unterstellungen nur so triefenden Beitrag nicht eingehe.

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    gelöschter Nutzer
    04.01.2015

    @fp2012: Leider gibt so ein Hochschulabschluss eben keine Garantie auf ein lebenslanges gutes Bildungsniveau. Man muß sich schon darum bemühen den Fortschritt der Wissenschaften autark zu begleiten. Wenn sie den Lehren und Thesen gerade im Bereich der Gesellschafts- und Politikwissenschaft nachhängen die vor 30 Jahren, also in Zeiten des kalten Krieges geprägt wurden, fehlt ihnen eine breites Spektrum an politischen Entwicklungen die die Welt maßgeblich in den letzten 20 Jahren verändert haben. Um Zusammenhänge zu erfassen reicht die tägliche Lektüre der Bildzeitung leider nicht aus. Wenn sie sich bemühen würden hätten sie längst feststellen müssen, dass die soziale Marktwirtschaft als Ideal der kapitalistischen Gesellschaftsform längst gescheitert ist. Sie wurde der neoliberal geprägten Finanz- und Wirtschaftspolitik unterworfen. Die Folgen sind hinlänglich bekannt, inklusive der daraus resultierenden Krisen der Zeit.
    Das Ideal vom Kommunismus wird ebenso wenig praktikabel sein. Man kann aber ein Gesellschaftmodel entwickeln welches auf Basis des demokratischen Sozialismus Interessen aller gesellschaftlichen Gruppen einbindet. Der chilenische Ansatz des Sozialismus unter Allende ist eine gute Basis für konstruktive Denkansätze.
    Leider läßt ihr Weltbild derartige Denkansätze nicht zu. Insofern hat ihnen ihr Studium nicht geholfen. Ein guter Absolvent hätte etwas für sein Leben mitgenommen und zwar eine unbeschränkte Denkweise frei von Dogmen und Paradigmen. Es gibt kein fertiges Denkmodell für DEN Sozialismus. Es gibt aber genügend Gründe das bestehende Unrechtssystem in Frage zu stellen.

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    PeKa
    04.01.2015

    "Aber die soziale Marktwirtschaft (wenn man diese denn als Gesellschaftsordnung bezeichnen will) ist da am nächsten dran." Richtig, werter fp2012, aber dazu muss es auch wirklich soziale Marktwirtschaft sein.

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    fp2012
    04.01.2015

    @Rasumichin:
    Nun, will ich mich als Bildungsferner hierzu äußern. Wie heutzutage die universitäre Ausbildung ausschaut, kann ich leider nicht detailliert beurteilen, hierzu ist mein Studium zu lange her (20 Jahre). Zur damaligen Zeit war das entsprechende Angebot, sich "universitär" zu bilden, vorbildlich. Man musste es halt nutzen :-)

    Ich habe mich denke ich in der Welt genug "abgearbeitet", um mich als Subjekt zu entfalten. Die Vernunft gebrauche ich auch ab und zu einmal.
    Und diese hat mich auch zu der Einsicht geführt, dass die ganzen sozialistischen und kommunistischen Theorien zwar wunderbar klingen, aber in der Praxis nicht funktionieren (können). Den Beweis hat die Vergangenheit mehr als erbracht.
    Die Theorien haben nämlich einen Krebsschaden. Sie lassen das Individuum Mensch und seine Fähigkeit, selbstständig zu denken, außen vor. Das Ziel ist, alles der Gemeinschaft unterzuordnen. Und genau das wird nie funktionieren. Und das ist auch gut so.

    Nun werden Sie argumentieren, ich habe diese Theorien nicht verstanden. Das ist Ihnen unbenommen. Aber meine Sicht der Dinge deckt sich mit den praktischen Erfahrungen, können also so falsch nicht sein.
    So, und nun träumen Sie weiter von der kommunistischen Zukunft. Welche unserem schönen Land hoffentlich weiterhin erspart bleibt.
    Die perfekte Gesellschaftsordnung gibt es aus meiner Sicht nicht. Aber die soziale Marktwirtschaft (wenn man diese denn als Gesellschaftsordnung bezeichnen will) ist da am nächsten dran.

  • 2
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    aussaugerges
    04.01.2015

    Uhrsache:Deutschland liefert,Panzer und Raketen.(Milliaden€)
    Wirkung :Brauch aber nur Fluchtlinge abfertigen.(Nur paar Millionen€)
    Das rechnet sich sehr gut für die BOSSE!

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    PeKa
    03.01.2015

    Besser wäre es, dem Volk auf die Fäuste zu schauen als aufs Maul.

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    gelöschter Nutzer
    03.01.2015

    @fp2012
    Leider sind naturwissenschaftliche Studiengänge heutzutage (Stichwort Bologna) nicht mehr dazu angelegt, den allseitig humanistisch gebildeten Bürger im Sinne der Aufklärung zu entwickeln, vielmehr beschäftigen sie sich mit der effizienten Produktion wirtschaftskompatibler Humanressourcen. Deshalb könnten, ich betone könnten, auch Akademiker zu bildungsfernen Schichten gehören, wie zum Beispiel diese Runde von akademischen Wirtschafts-Quatschköppen, die Sloterdijk genervt verlässt. Sehr lustig. :)
    https://www.youtube.com/watch?v=qOvDs6jx0v0

    Dazu passend das humboldtsche Bildungsideal Auszüge (Quelle Wiki, kann jeder nachlesen):

    Ein autonomes Individuum soll ein Individuum sein, das Selbstbestimmung und Mündigkeit durch seinen Vernunftgebrauch erlangt.

    Das Bemühen soll darauf zielen, sich möglichst umfassend an der Welt abzuarbeiten und sich dadurch als Subjekt zu entfalten. Zum Weltbürger werden heißt, sich mit den großen Menschheitsfragen auseinanderzusetzen: sich um Frieden, Gerechtigkeit, um den Austausch der Kulturen, andere Geschlechterverhältnisse oder eine andere Beziehung zur Natur zu bemühen.

    Die universitäre Bildung soll keine berufsbezogene, sondern eine von wirtschaftlichen Interessen unabhängige Ausbildung sein. -> Frage an fp2012: Hand aufs Herz, ist das noch so, oder ist es aufgeweicht?

    @MoritzvonMax

    Es hat viel mit Politik zu tun, aber auch, zugegebenermaßen, mit einem ästhetischen Urteil. :)

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    gelöschter Nutzer
    03.01.2015

    @fp2012: Ja gut, schwarz weiß ist bei ihren Einlassungen allerdings nicht all zu weit hergeholt. Das Frau Wagenknecht ihr Konservatives Weltbild stört haben sie zumindest deutlich gemacht. Dabei sollten sie sich mit ihren Abhandlungen zur westliche Ökonomie und den sozialen Folgen einmal ernsthaft beschäftigen. Sie ist eine fundierte Kennerin der ökonomischen und sozialen Zusammenhänge die besonders in der Krise des Kapitalismus zu Tage treten.

  • 3
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    fp2012
    03.01.2015

    @saftpresse:
    Aus welcher meiner Äußerungen entnehmen Sie, dass ich Pegida anbete? Lesen Sie mal weiter unten meinen Beitrag bezüglich Pegida.
    Merken Sie was?
    Es ist leider nicht alles so schön schwarz-weiß, wie es sich mancher wünscht.

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    2
    GrafZ
    03.01.2015

    Eigentlicher Aufhänger ist ja einerseits die Kritik, die sächsische/deutsche Politik hätte die Wähler demobilisiert, was den Zulauf zu Pegida begünstigt hätte (ob das so stimmt?). Andererseits steht der Vorwurf im Raum, die ostdeutsche CDU habe sich zu wenig mit ihrer eigenen Geschichte beschäftigt. Herr Kupfer kann da nur mit einem antikommunistischen Ressentiment und einer inhaltslosen Anbiederei an die Pegidademonstranten, die ja nur das wiederholen, was Teile der Union schon seit längerer Zeit forcieren, antworten. Sorry, aber da erwarte ich von einem Mann in seiner Position etwas mehr.

    Schade, dass sich die Diskussion hier sofort um Pegida, Asylbewerber, "Wessis" und die Linke dreht. Wer hatte denn in Sachen seit über zwanzig Jahren Regierungsverantwortung? Dass Ihr lieber auf das Volk – wer weiß schon, was das so denkt – oder bedeutungslose Politikerinnen schimpft, ist sehr bedauerlich.

  • 3
    2
    MoritzvonMax
    03.01.2015

    @Rasumichin: Wenn jemand frau Wagenknecht gut findet, so hat das wohl meistens sehr wenig mit Politik zu tun!

  • 0
    5
    gelöschter Nutzer
    03.01.2015

    @fp2012: Die kommunistische Plattform ist ein Think Tank innerhalb der Partei die Linke. Antifaschismus und Antirassismus sind Grundprämissen der Plattform. Das ist sicher das was ihnen ins Auge sticht.
    Nun, wer Pegida anbetet macht an dieser Stelle logischer Weise dicht. Die Angst vor Fremden und Islamisierung hat leider schon manische Züge bei so manchen erreicht.
    Da kommt wohl auf die Krankenkassen eine Welle neuer Psychotherapiekosten zu.
    Obwohl ich eher dafür plädiere daraus eine IGEL Leistung zu machen. Bei so viel Hass und Dummheit sind die Mittel begrenzt.

  • 1
    1
    fp2012
    03.01.2015

    @Rasumichin:
    Wusste gar nicht, dass ein naturwissenschaftlicher Universitätsabschluss zu den bildungsfernen Dingen zählt...
    Aber egal.
    Wenn ich mir Ihre Ausführungen so zu Gemüte führe, gebe ich Ihnen recht. Das Volk ist in der Regel blöd.

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    gelöschter Nutzer
    03.01.2015

    Ich finde Frau Wagenknecht gut. Ein Lichtblick unter den Politikern.
    Die Linke kommunistisch/trotzkistisch?? Das sind Parolen bildungsferner Dorfstammtische. Die Linke ist längst in der Mitte angekommen und besetzt Positionen, die in den 60ern die SPD inne hatte.
    Dem Volk aufs Maul schauen? Das Volk ist in der Regel blöd.

    Das Volk ist dumm,
    das macht der Kohl,
    er bläht nur unterm Schurze;
    den Kopf hingegen läßt er hohl.
    So herrscht im Reich,
    Ich sag: "Zum Wohl"!
    - politisches Gefurze.

    (Walther von der Vogelweide)

  • 1
    3
    Interessierte
    03.01.2015

    Aber als gewählter Politiker muss man, wie Martin Luther sagte, dem Volk auch mal aufs Maul schauen ...

    Damit ist ja gemeint , dass wir einen geringen oder üblen Wortschatz hätten , was aber nicht an dem ist !!!
    Das kann man aber von den westlichen Politikern sagen , welche neuerdings übelst artikulieren und die Leute neuerdings übelst attackieren ; oder auch wenn ich an die Ausdrücke des Herrn Kohl denke ; ich wußte bis jetzt noch gar nicht , das hinter dem schönen Schauspiel-Schein der wahre Charakter durch kommt …..
    So etwas kenne ich aus DDR-Zeiten nicht …

    Zitat :
    Sie fühlen sich an Zeiten erinnert, als man nicht seine Meinung sagen durfte, weil es politisch nicht korrekt war und damals nicht ins System passte.
    ( ich habe damals auch meine Meinung gesagt
    ( das ist doch heute das Gleiche , nicht grundlos sind doch ´fast` alle Politiker gegen Pegida und gegen den AfD und gegen die Linke und gegen Putin ….

    Genau , kaum einer ging wählen ....
    Finde ich auch , dass die AfD normal ist ...
    Das finde ich aber gut , dass er ´damals schon´ in der CDU war ...
    Über den letzten Abschnitt muß ich lächeln ......... ;-)))

    Der Mann war mit bisher schon immer sehr angenehm aufgefallen , der tut etwas und ich glaube , das ist ein ehrlicher Kumpel ! ( so sagt man das im Osten ( als Hinweis für die Wessis ;-)

    >
    Da kann man das mal lesen :
    http://www.pinselpark.org/literatur/l/luther/poem/manmusnicht.html
    .
    http://www.luther2017.de/22617/wem-hat-luther-aufs-maul-geschaut%E2%80%9C-luthers-einfluss-auf-die-sprache?contid=719

  • 3
    3
    fp2012
    03.01.2015

    @saftpresse:
    Die Linke nicht kommunistisch? Ah ja. Wenn ich mir da die Bande um Frau Wagenknecht ansehe, wie würden sie diese nicht unerheblich Einfluß habende Gruppierung innerhalb der Linken ansehen?
    Die Thüringer haben wahrscheinlich dahingehend Glück, dass Sie wirtschaftlich excellent dastehen und die Kommunisten hoffentlich nur 5 Jahre Zeit haben. Zum anderen ist Herr Ramelow der einzige Sehende unter den Blinden. Ich hoffe, er wird den Schaden in Grenzen halten.

  • 5
    4
    GrafZ
    03.01.2015

    Was für ein Demagoge: Erst den Wahltagstermin bewusst in die Ferien verlegen, dann einen unpolitischen Grüßonkel-Wahlkampf führen, um nun zu beklagen, dass nur 50% der Wahlberechtigten wählen war. Der Plan der CDU ist doch aufgegangen: Die Linke und Grünen dämonisieren, die SPD als Halsband führen und nötigenfalls, wie hier, mit der AfD drohen. Für Sachsen reicht das.

    @Hübnererich: Welcher Abgeordnete der Linkspartei in Sachsen ist Trotzkist? Und in Sachen Toiletgate gab es - wie damals bei Hohmann und Möllemann - intern deutlichen Druck auf die vier Abgeordneten. Antisemitismus ist weder auf die Linke noch die Rechte beschränkt.

  • 7
    4
    Hübnererich
    03.01.2015

    Ach Saftpresse, sie scheinen mir ein ideologischer Wirrkopf zu sein, ausgestattet mit dem Wissen von 4 Jahren Staatsbürgerkundeunterricht an einer POS. Ihr Wörterkonstrukt " demokratische Linke" könnte man locker mit als Unwort des Jahres einreichen. Schon ein Blick auf die Strukturen der Linkspartei mit offiziellen trotzkistischen und kommunistischen Abteilungen verweist in die Gruselkammer gescheiteter weltanschaulicher Feldversuche am Menschen. Ihre zweifellos richtige Erkenntnis, dass rechte Gesinnung auch einen Rassismus erzeugt, möchte ich mit einen Hinweis auf das jüngste Ranking des Simon-Wiesenthal-Zentrums von antisemitischem Vorfällen ergänzen. Auf einen bemerkenswerten Platz 4 kamen 4 Bundestagsabgeordnete ein. Raten sie mal welcher Partei diese angehörten.

  • 8
    8
    gelöschter Nutzer
    03.01.2015

    Kupfer kommt mit seinen ideologischen Scheuklappen daher geritten. Es wirkt primitiv und weltfremd wenn der Thüringen kurz vor der Schwelle zu Kommunismus verortet. Er selbst sieht offenbar keine Notwendigkeit seine und die Vergangenheit seiner Partei im DDR System kritisch aufzuarbeiten. Er gibt hier eine schlechte Figur ab, wenn er sich damit heraus redet er habe sich eben mal geirrt. Hat er nicht selbst mit getäuscht und Unrecht mit getragen? Das träfe dann wohl nur auf alle anderen "Verirrten" zu?
    Wo Kupfer zu verorten ist, zeigt sich in seiner Gesprächsbereitschaft mit dem rechten Lager der Bevölkerung. Das demokratische Linke Lager grenzt er aus obwohl er sich nicht zu schade war mit den Kommunisten in der DDR zusammenzuarbeiten. Dabei ist die Linke tatsächlich eine reformierte Partei die sich vom Unrecht in der DDR distanziert hat, was man von der Ost CDU nicht sagen kann. Die typische Wendehals Methode eines DDR CDU lers.
    Wenn Kupfer nicht fähig ist selbstkritisch zu sein wird man von ihm auch keine sachliche Politik erwarten können. Das ihm die Nähe zur AfD und Pegida wichtiger erscheint als Gesprächsbereitschaft mit den demokratischen Linken spricht Bände. Immerhin macht er selbst darauf aufmerksam, daß er um die rechte und rassistische Gesinnung der Pegida Demonstranten weiß. Er grenzt linke Meinungen komplett aus und findet nichts dabei Rechte und Rassisten zum Gespräch zu laden? Da fragt sich schon wer die Demokratie gefährdet.
    Die CDU will den braunen Sumpf in Sachsen allem Anschien nach salonfähig machen. Das haben die bürgerlichen in Sachsen auch vor 1933 schon einmal geschafft. Sachsen mir graut vor dir und deiner CDU.

  • 4
    3
    fp2012
    03.01.2015

    Hmmm. Ist schon seltsam. Wird die Pegida von der Politik ignoriert und ausgegrenzt, ist das Mist. Geht sie aber einen Schritt auf Pegida zu, isses noch größerer Mist.
    Was denn nun?

  • 3
    2
    Soundnichtanders
    03.01.2015

    Jetzt kommt das Anbiedern. Keine Überzeugung, aber inhaltslose Phrasen dreschen.

  • 7
    3
    Freigeist14
    03.01.2015

    Dem Volke aufs Maul schauen will Herr Kupfer und bedient sich dann selber vulgär am Stammtisch.Und er hat den"Mut"auch mal Wahrheiten auszusprechen,deren vermeindliche Tabuisierung Pegida beklagt.Diese Anbierderung und seine hanebüchenen "Befürchtungen"über Die Linke zeigt einmal mehr,wie die Strategen der sächsischen CDU (nicht richtig)ticken.



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