Mohring wertet CDU-Ergebnis in Sachsen als Rückenwind

Grüne und AfD in Thüringen sehen sich nach den Wahlen in ihrem Kurs bestätigt. Sie gelten als die großen Gewinner in Sachsen und Brandenburg. Doch auch die CDU spürt aus Sachsen Auftrieb. Mohring lobte die «beeindruckende Aufholjagd» von Michael Kretschmer.

Erfurt (dpa/th) - Thüringens CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring wertet das Abschneiden seiner Partei in Sachsen als positives Signal für seinen Wahlkampf in Thüringen. «Das Wahlergebnis aus Sachsen ist Rückenwind für die CDU in Thüringen», sagte Mohring am Sonntag nach den ersten Prognosen. Demnach wurde die CDU in Sachsen trotz massiver Verluste erneut stärkste Kraft. Mohring gratulierte dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer zu einer «beeindruckenden Aufholjagd und einem klaren Regierungsauftrag». In Thüringen wird - als drittem ostdeutschen Land in diesem Jahr - am 27. Oktober der Landtag neu gewählt.

Mohrings Partei ist im Thüringer Landtag aktuell zwar die stärkste Kraft, musste nach der vergangenen Wahl 2014 aber in die Opposition gehen. Nach den jüngsten Umfragen könnte die CDU ihre Rolle als stärkste Kraft im Parlament verlieren. Zuletzt kamen die Christdemokraten in einer Insa-Umfrage in Thüringen auf nur noch 24 Prozent.

Seit fünf Jahren regiert in Thüringen ein Bündnis aus Linke, SPD und Grüne unter Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) - mit nur einer Stimme Mehrheit im Parlament.

Linke-Chefin Susanne Hennig-Wellsow bezeichnete die Ergebnisse in Sachsen und in Brandenburg als «bestürzend». Ihrer Ansicht nach zeigten die Wahlen aber auch, dass die Menschen auf Stabilität setzten und daher ihre Stimmen eher den Amtsinhabern gegeben hätten. «Ich glaube, dass auch wir damit rechnen können, dass der Amtsinhaber in den nächsten Wochen noch zulegt», sagte Hennig-Wellsow.

Thüringens SPD-Landeschef und -Spitzenkadidat Wolfgang Tiefensee sieht das Abschneiden seiner Partei als Ansporn für den eigenen Wahlkampf. Es gebe nichts zu beschönigen: «Die Ergebnisse können uns nicht zufriedenstellen», sagte Tiefensee. Er gratuliere Dietmar Woidke dazu, dass es der SPD trotz Stimmverlusten gelungen sei, in Brandenburg stärkste Kraft zu werden.

«Das Ergebnis für die Sozialdemokratie in Sachsen ist für uns bitter», sagte Tiefensee. Es sei am Ende im Zweikampf von CDU und AfD nicht gelungen, mit den eigenen Themen durchzudringen.

Die Thüringer Landesverbände von Grünen und die AfD sehen sich in ihrem Kurs durch die Wahlen in den beiden Ost-Ländern bestätigt. «Das sind die historisch besten Ergebnisse, die wir im Osten je gehabt haben», sagte die Thüringer Grünen-Spitzenkandidatin Anja Siegesmund nach den ersten Prognosen. Es handele sich um «tolle Wahlerfolge». «Für uns in Thüringen ist es Rückenwind - auch was unsere Strategie angeht, auf Klimaschutz, Zusammenhalt und eine starke Demokratie zu setzen», sagte Siegesmund. Die Thüringer Grünen wollen sich als Gegenpol zur AfD verstehen, machte sie klar.

AfD-Landessprecher Stefan Möller wertete vor allem die Ergebnisse in Sachsen als Votum für eine «bürgerliche Koalition», wie er sagte. Er hoffe, dass die AfD nach diesen Wahlen nicht mehr ausgegrenzt werde, sagte Möller. Thüringens AfD-Partei- und -Fraktionschef Björn Höcke forderte Neuwahlen auf Bundesebene. Das Abschneiden von CDU und SPD delegitimierten seiner Meinung nach die große Koalition auf Bundesebene, wie Höcke nach den ersten Prognosen mitteilte. Die «Merkel-Ära», so Höcke weiter, müsse «so schnell wie möglich durch vorgezogene Neuwahlen zum Bundestag beendet werden.» Die AfD legte in Brandenburg und Sachsen nach ersten Prognosen massiv zu. Allerdings wurde sie nach den Hochrechnungen in keinem der beiden Länder stärkste Kraft.

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