Mordverdächtiger Vater war nur unter Auflagen frei

Dresden (dpa/sn) - Der Mann, der vor einer Woche in Dresden seine beiden Kinder getötet haben soll, war nach einer Drogenkurierfahrt von Polen nach Deutschland im Januar nur unter Auflagen auf freiem Fuß. Das Amtsgericht Bautzen hatte damals einen Haftbefehl erlassen, aber gleich außer Vollzug gesetzt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Görlitz am Donnerstag sagte. Über den Vorfall hatten mehrere Medien berichtet. Gegen den 55-Jährigen wird seitdem wegen der Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge ermittelt. Der Franzose ist seit vergangenem Freitag wegen zweifachen Mordes in Untersuchungshaft. Er wird beschuldigt, seine zweijährige Tochter und seinen fünfjährigen Sohn getötet zu haben.

Am 7. Januar hatten Polizisten bei einer Kontrolle in Königsbrück (Landkreis Bautzen) rund 900 Gramm Crystal in seinem Auto gefunden, als er damit aus Polen kam. «Die Menge ist schon recht hoch», sagte der Behördensprecher. Da der Mann aber seinen sozialen Mittelpunkt mit Familie in Dresden hatte, sei einer Fluchtgefahr mit Meldeauflagen begegnet worden. «Mit Wissen von heute hätten man vielleicht anders entschieden.»

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