Mountainbiker will wichtiges Filmprojekt ins Erzgebirge holen

Mit seinem Vater schaffte er es, dass der Stoneman nach Sachsen und nicht nach Bayern oder Baden-Württemberg kam. Jetzt will Philipp Heinrich aus Oberwiesenthal der Region eine spektakuläre Bühne bereiten.

Chemnitz/Oberwiesenthal.

Sein erstes Mountainbike hatte einen grauen Rahmen mit neongrünen Sprenkeln, es war der typische Style kurz nach der Wende. 1993 eröffnete dann sein Vater den ersten MTB-Verleih Sachsens in der Sportbaude Waldeck am Fichtelberg. "Da haben wir damals gewohnt", erzählt Philipp Heinrich. Heute führt der 39-Jährige zusammen mit zwei Mitgesellschaftern ein 16-Mann-Unternehmen in Leipzig, das touristische Dienstleistungen anbietet und in dem sich fast alles um seinen Lieblingssport dreht.

Sachsen soll zu einer der führenden Rad- und Mountainbike-Destinationen in Deutschland werden. Das ist ein Ziel der Tourismusstrategie des Freistaats, die Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) Anfang des Jahres präsentierte. Schon 1992 wurde der erste MTB-Marathon in Seiffen veranstaltet, 2013 eröffnete Deutschlands erster Single-Trailpark auf dem Rabenberg - immer mehr Menschen zieht es zum Mountainbiking ins Erzgebirge. Auch Philipp Heinrich und sein Vater Lutz Heinrich haben dazu einen Meilenstein gesetzt: Sie holten vor einigen Jahren den Stoneman nach Sachsen, ein internationales Bike-Erlebniskonzept, entwickelt vom Schweizer Roland Stauder.

In jedem Land kann es nur einen Stoneman geben - und das Erzgebirge setzte sich in Deutschland gegen Chiemgau und Schwarzwald durch. 4100 offizielle Finisher, die ein Starterpaket erwarben, absolvierten vergangenes Jahr den 162 Kilometer langen Stoneman Miriquidi über die höchsten Erzgebirgsgipfel in Sachsen und Böhmen.

Jetzt schickt sich Philipp Heinrich mit seiner Firma absolut GPS an, ein weiteres Mal der Konkurrenz ein Schnippchen zu schlagen: Tobias Woggon, ein in der Szene bekannter MTB-Botschafter und Erlebnisautor, soll seine nächste Roadshow nicht im Vinschgau oder in Graubünden drehen, sondern im Erzgebirge. Woggon reist seit Jahren mit dem Mountainbike durch die Welt und filmt an den spektakulärsten Orten - von Kanada und den Lofoten über Alaska bis Patagonien. Aus dem Material produziert er die MTB-Erlebnisshow "The Spirit of Traveling. Mit dem Mountainbike um die Welt." Von 2020 bis 2022 soll nun das Erzgebirge - auf deutscher und tschechischer Seite - die Destination für die Multimediashow sein, die in 120 Kinos in Deutschland, Österreich und der Schweiz gezeigt wird. 50.000 Besucher werden erwartet, dazu gibt es einen Bildband. "In der Szene höre ich immer wieder davon, mit wie viel Begeisterung das Biken im Erzgebirge entwickelt wird", sagte Woggon der Firma absolut GPS. Der "True Erz-Spirit" sei wirklich ansteckend.

Das Projekt wird von Sportlegenden wie Jens Weißflog und Richard Freitag ebenso unterstützt wie vom Tourismusverband Erzgebirge. "Die Chance, das Erzgebirge auf einer so großen Bühne als Mountainbike-Spot zu präsentieren, bekommen wir einmal und nie wieder", sagt Philipp Heinrich. Doch es fehlt noch Geld in der Kasse. Deshalb hat seine Firma ein Crowdfunding gestartet.

Philipp Heinrich selbst ist mit Leib und Seele Erzgebirger. Nach nunmehr 15 Jahren in Leipzig zieht es ihn mit Frau und drei Kindern zurück nach Oberwiesenthal. "Ab Herbst bauen wir ein Haus."

In einer Crowdfunding-Kampagne werden bis 12. August T-Shirts, Caps und Sweater sowie Fahrtrainings und Komparsenrollen bei "The Spirit of Traveling" angeboten. 17.500 Euro sind notwendig, um die Multimedia-Show ins Erzgebirge zu holen. www.erz.bike

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