Mutmaßliche IS-Unterstützerin bestreitet Vorwürfe

Dresden (dpa/sn) - Eine unter dem Verdacht der Unterstützung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stehende 37-Jährige hat zum Prozessauftakt in Dresden alle Vorwürfe bestritten. Sie sei weder Angehörige des IS noch in ihrer Heimat streng gläubig gewesen, verlas ihre Verteidigerin am Dienstag im Oberlandesgericht eine Erklärung. Die Generalstaatsanwaltschaft hält die Syrerin für eine IS-Sympathisantin. Die Frau, die Ende 2015 nach Deutschland kam, habe einen Mann und einen Jugendlichen anwerben wollen. Letzterem habe sie einen Kontaktmann in Marokko genannt und ihn zur Überweisung von 4000 Euro aufgefordert, sagte ein Vertreter der Anklage.

Die Beschuldigte wurde nach eigenen Angaben bei einem Luftangriff 2012 verletzt und ihr Mann 2015 vom Assad-Regime getötet. Sie ist als Flüchtling anerkannt, lebte zuletzt in Dresden und befindet sich seit Oktober 2018 in Untersuchungshaft. Die Frau, die an einer Krücke laufend vor Gericht erschien, ist wegen des Werbens von Mitgliedern oder Unterstützern einer ausländischen terroristischen Vereinigung angeklagt.

Ihre religiöse Einstellung werde mit dem IS vermengt, kritisierte sie über ihre Verteidigerin. Mit dem laut Anklage angeworbenen Mann, einem Dolmetscher in der Klinik, habe sie sich über das Assad-Regime unterhalten, das für ihre Verletzung verantwortlich sei. Den Jugendlichen habe sie von einer Radikalisierung abhalten wollen.

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