Nach Baggerbesetzung: Kohlegegner aus U-Haft entlassen

Leipzig (dpa/sn) - Nach der Besetzung eines Baggers im Tagebau Vereinigtes Schleenhain ist ein Tatverdächtiger aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, hatte der 20-Jährige seine Personalien über seine Verteidigerin preisgegeben. Dadurch konnte der Mann Wochen nach seiner Festnahme identifiziert werden - die Gefahr, dass er sich einem Verfahren entziehe, bestehe nicht länger, so die Sprecherin. Ihm wird Hausfriedensbruch vorgeworfen.

Der 20-Jährige war Anfang August festgenommen worden. Er gehörte zu einer Gruppe von insgesamt zehn Personen, die in dem Tagebau nahe Leipzig einen Bagger besetzt hatten. Neun weitere Kohlegegner kamen laut Polizei nach der Feststellung ihrer Identitäten und zum Teil wegen ihres jugendlichen Alters wieder frei.

Mit der Baggerbesetzung protestierten sie für einen sofortigen Kohleausstieg und eine damit verbundene Energiewende. Außerdem fordern sie den Erhalt des nahe gelegenen 700 Jahre alten Dorfes Pödelwitz im Landkreis Leipzig, das für den Kohleabbau abgerissen werden soll. Parallel zur Aktion fand ein Klimacamp von Kritikern des Braunkohleabbaus statt.

Eine Regierungskommission hat einen kompletten Ausstieg Deutschlands aus der klimaschädlichen Kohleverstromung bis 2038 vorgeschlagen. Im Osten sind davon das Mitteldeutsche Revier, zu dem Schleenhain gehört, und die Lausitz betroffen. Es gibt immer wieder auch Forderungen nach einem früheren Ausstieg sowie nach dem Erhalt der noch von Tagebauen bedrohten Dörfer.

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