Nach Baggerbesetzung: Kohlegegner in Untersuchungshaft

Leipzig (dpa/sn) - Nach der Besetzung eines Baggers im Braunkohletagebau Vereinigtes Schleenhain sitzt ein Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte, wird ihm Hausfriedensbruch vorgeworfen. Zunächst hatte ein Haftrichter Haftbefehle gegen zwei Männer erlassen, die keine Angaben zu ihrer Identität machen wollten. Nachdem einer der beiden seine Identität preisgab, sei der Haftbefehl gegen den 19-Jährigen außer Vollzug gesetzt worden, so der Sprecher.

Die Tatverdächtigen gehören zu einer Gruppe von insgesamt zehn Personen, die am Dienstag von der Polizei vorläufig festgenommen worden waren. Acht der Kohlegegner sind laut Staatsanwaltschaft nach der Feststellung ihrer Identitäten und zum Teil wegen ihres jugendlichen Alters wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Am Dienstagmorgen hatten mehrere Personen im Tagebau Vereinigtes Schleenhain nahe Leipzig einen Bagger besetzt. Damit protestierten sie für einen sofortigen Kohleausstieg und eine damit verbundene Energiewende. Außerdem fordern sie den Erhalt des nahe gelegenen, 700 Jahre alte Dorfes Pödelwitz im Landkreis Leipzig, das für den Kohleabbau abgerissen werden soll. Dort findet derzeit ein Klimacamp von Kritikern des Braunkohleabbaus statt. Mehr als 100 Workshops waren geplant.

Eine Regierungskommission hat einen kompletten Ausstieg Deutschlands aus der klimaschädlichen Kohleverstromung bis 2038 vorgeschlagen. Im Osten sind davon das Mitteldeutsche Revier, zu dem Schleenhain gehört, und die Lausitz betroffen. Es gibt immer wieder auch Forderungen nach einem früheren Ausstieg sowie nach dem Erhalt der noch von Tagebauen bedrohten Dörfer.

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