Seine Lippen sind versiegelt: Im Dschungelcamp auf RTL hat Gil Ofarim mit dieser Geste am vergangenen Freitag an Tag 8 noch einmal klargemacht, dass er zum Leipziger „Davidstern-Skandal“ angeblich nichts sagen darf. Mehr zur Show „ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ gibt es auf RTL+ oder
Seine Lippen sind versiegelt: Im Dschungelcamp auf RTL hat Gil Ofarim mit dieser Geste am vergangenen Freitag an Tag 8 noch einmal klargemacht, dass er zum Leipziger „Davidstern-Skandal“ angeblich nichts sagen darf. Mehr zur Show „ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ gibt es auf RTL+ oder Bild: RTL/dpa
Sachsen
Nach Leipziger „Davidstern-Skandal“ jetzt im Dschungelcamp: Lügt Gil Ofarim schon wieder?

Viele hatten darauf gehofft, dass sich Gil Ofarim im Dschungelcamp zu seinem Leipziger Davidstern-Skandal bekennt. Doch Fehlanzeige. Stattdessen meldet sich jetzt der Anwalt des damals zu Unrecht beschuldigten Leipziger Hotelmitarbeiters zu Wort.

Leipzig.

Seit seinem Einzug ins Dschungelcamp wird der jüdische Sänger Gil Ofarim von anderen Kandidaten mit dem Leipziger „Davidstern-Skandal“ konfrontiert. Doch der 43-Jährige blockt alle Nachfragen ab. Statt sich öffentlich noch einmal dafür zu entschuldigen und sich zu seinem Fehler zu bekennen, erklärte er gleich zu Beginn: „Ich kann nicht drüber reden, weil ich nicht drüber reden darf. Ich habe eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben müssen.“

Später legte der Musiker nach. „Ich werde von allen Seiten verurteilt und beschimpft. Aber ich darf nichts sagen, was möglich ist, in diesem deutschen Justizsystem. Ich kann verstehen, wenn jeder sauer und wütend darüber ist.“ Als RTL daraufhin bei Ofarims Anwalt Alexander Stevens noch einmal nachhakte, sagte dieser: „Ich kann Ihnen bestätigen, dass mein Mandant einer Verschwiegenheitsverpflichtung unterliegt.“

Leipziger Anwalt: Gibt keine Verschwiegenheitspflicht

Doch nun schaltet sich der Anwalt des Leipziger Hotelmitarbeiters ein. In einer Stellungnahme stellt er klar: Einen Schweigedeal hat es nie gegeben. Tatsächlich hat der Musiker aber eine Unterlassungserklärung unterschrieben. „Darin verpflichtet sich Gil Ofarim gegenüber unserem Mandanten, bestimmte Handlungen und Aussagen strafbewehrt zu unterlassen“, erklärt Rechtanwalt Daniel Baumgärtner. „Die Handlungen und Aussagen betreffen die dem Strafverfahren vor dem Landgericht Leipzig zugrunde gelegenen Vorwürfe.“

Sein Mandant habe in der Verhandlung die von Gil Ofraim vor dem Landgericht Leipzig geäußerte Entschuldigung akzeptiert, so Baumgärtner weiter. „Neben dem Geständnis und der Entschuldigung sowie der vereinbarten Unterlassungserklärung wurden damit sämtliche Zweifel an dem Sachverhalt beseitigt. Eine darüberhinausgehende Verschwiegenheitsverpflichtung ist nicht bekannt.“

In dieser Mitteilung stellt Daniel Baumgärtner, Rechtsanwalt des im Jahr 2021 von Gil Ofraim beschuldigten Leipziger Hotelmitarbeiters klar, dass es nur eine Unterlassungserklärung gibt.
In dieser Mitteilung stellt Daniel Baumgärtner, Rechtsanwalt des im Jahr 2021 von Gil Ofraim beschuldigten Leipziger Hotelmitarbeiters klar, dass es nur eine Unterlassungserklärung gibt. Bild: Screenshot/www.baumgaertner-friedrich.com

Verfahren endete mit Geständnis

Rückblick: Im Jahr 2021 hatte der jüdische Musiker Gil Ofarim ein Video in den sozialen Medien hochgeladen, das auch international als „Davidstern-Affäre“ für enormes Aufsehen sorgte. Darin beschuldigte er einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels, sich ihm gegenüber antisemitisch verhalten zu haben. So behauptete Ofarim, dass der Mitarbeiter ihn aufgefordert habe, seine Kette mit Davidstern abzunehmen, sonst dürfe er nicht einchecken. Der Hotelmitarbeiter bestritt diese Vorwürfe vehement und zeigte Ofarim wegen Verleumdung an.

Das Video ging viral, vor dem Hotel gab es Proteste. Wer Vorurteile gegenüber Sachsen hegte, fühlte sich damals bestätigt. Der betroffene Hotelmitarbeiter wurde zunächst suspendiert und bekam Morddrohungen. Im November 2023 begann dann der Prozess vor dem Landgericht Leipzig. Er endete mit einem überraschenden Geständnis: Ofarim räumte ein, gelogen zu haben: „Die Vorwürfe treffen zu. Ich möchte mich entschuldigen. Es tut mir leid. Ich habe das Video gelöscht.“

Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage von 10.000 Euro eingestellt, ohne dass es zu einem Schuldspruch kam. Nach dem Prozess zog sich Ofarim weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Im vergangenen Jahr kehrte er auf die Bühne zurück.

Gil Ofarim irritiert mit neuen Aussagen

Doch statt jetzt öffentlich im Dschungelcamp reinen Tisch zu machen, irritiert der Musiker mit Aussagen, die den Eindruck erwecken könnten, dass das damals vielleicht doch alles ganz anders war. So erklärte er am Dschungeltelefon: „Ich habe damals diese drei Zeilen verlesen und habe die Schuld auf mich genommen. Es ging nur so. Meine Kinder bedeuten mir alles und ich hätte sie sehr wahrscheinlich … Ich darf darüber nicht reden, tut mir leid.“

In einem Streitgespräch mit Dschungelcamperin Nicole erklärte er: „Die Klausel schützt das ganze Ding, mich und übrigens auch den Mann aus dem Hotel, der auch nicht will, dass ich darüber rede. Ich kann es nicht. Ich würde gerne darüber reden wollen. Mehr kann ich nicht machen, Nicole.“ Und als Dschungelcamperin Ariel ihn als „kranken Lügner“ beschimpfte, konterte Ofarim: „Du hast keine Ahnung, du warst nicht dabei.“

„Lügen, nichts als Lügen hier“ – So reagiert das Netz

Viele Dschungelcamp-Fans sind erzürnt. So schreibt ein User auf der Plattform X: „Das mit der angeblichen Verschwiegenheitserklärung ist wohl wieder nur die nächste Lüge von Gil.“ Ein anderer kommentiert: „Vielleicht sollte RTL mal richtigstellen, dass Gil Ofarim keine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben hat, beim damaligen Prozess gab es jedenfalls keine. Lügen, nichts als Lügen hier.“ Einer weiterer ist überzeugt: „Gil Ofarim schiebt sich seine Wahrheit neu zurecht und lügt weiter, wie gedruckt. Es ist regelrecht unerträglich!“ Eine andere Nutzerin richtet sich hingegen direkt an RTL: „Das ist doch nicht euer Ernst, RTL? Das arme Opfer Gil tut jetzt so, als ob alles ganz anders war. Er hat diese Sätze vor Gericht gesagt, weil es nicht anders ging? Das ist ein Schlag ins Gesicht für den Hotelmitarbeiter.“ (juerg)

Erschienen am: 02.02.2026 | 16:30 Uhr
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Jürgen Becker
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