Neandertaler-Forscher Pääbo erhält Wissenschaftspreis

Hamburg/Leipzig (dpa/sn) - Für seine revolutionären Einblicke in die Ursprünge der Menschheit hat der Leipziger Neandertaler-Forscher Svante Pääbo (63) den mit 750 000 Euro dotierten Europäischen Wissenschaftspreis der Hamburger Körber-Stiftung erhalten. «Svante Pääbo ist ein außerordentlicher Wissenschaftler, dessen Arbeit die Evolutionsgeschichte und die Paläogenetik, die er selbst mit begründet hat, einen großen Schritt voranbringt», sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag bei der Preisverleihung im Großen Festsaal des Hamburger Rathauses.

Der Mediziner und Biologe vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat mit seinen Arbeiten das bisherige Verständnis der Evolutionsgeschichte des modernen Menschen revolutioniert. So gelang es ihm und seinen Arbeitsgruppen unter anderem, mit Hilfe neuartiger molekularbiologischer Methoden das Genom des Neandertalers zu entschlüsseln und nachzuweisen, dass sehr viele heutige Menschen noch dessen DNA im Erbgut tragen. Außerdem entdeckte Pääbo in West-Sibirien eine bisher unbekannte Urmenschen-Gruppe.

Pääbo studierte in Schweden Ägyptologie und Medizin, als Doktorand wies er nach, dass DNA in altägyptischen Mumien überdauern kann. Nach Stationen im kalifornischen Berkeley und in München ging er 1997 an das neu gegründete Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

Der Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft zeichnet seit 1985 jedes Jahr Durchbrüche in den Natur- oder Lebenswissenschaften in Europa aus. Nach der Auszeichnung mit dem Körber-Preis erhielten bereits sechs Preisträger den Nobelpreis. Mit den Mitteln des Körber-Preises will Pääbo Methoden erarbeiten, um noch ältere und noch stärker zersetzte DNA-Fragmente zu entschlüsseln.

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