Neonazi-Randale: Urteil gegen angehenden Juristen erwartet

Leipzig (dpa/sn) - Heute (ab 9.00 Uhr) könnte ein Urteil im Fall eines Leipziger Rechtsreferendars fallen, der sich im Januar 2016 an Krawallen von Neonazis und Hooligans im Leipziger Stadtteil Connewitz beteiligt haben soll. Vom Amtsgericht Leipzig war der 27-Jährige vor etwa einem Jahr wegen Landfriedensbruchs zu einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Der angehende Jurist, der gegenwärtig seine Ausbildung am Landgericht Chemnitz absolviert, legte Berufung ein (Az.: 10 Ns 617 Js 43983/16). Damit beschäftigt sich nun das Landgericht in Leipzig. Würde er zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt, hätte er keine Zukunft im Staatsdienst. Ein Ausschluss aus dem öffentlichen Dienst sei auch wegen Zweifeln an der Verfassungstreue möglich, sagte ein Gerichtssprecher.

Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft im österreichischen Wels gegen den angehenden Juristen wegen des «Verdachts der nationalsozialistischen Wiederbetätigung», wie eine Sprecherin mitteilte. Dafür könnten ihm zwischen einem und zehn Jahre Haft drohen.

Auf Facebook waren Fotos vom entblößten Oberkörper des 27-Jährigen aufgetaucht - darauf sollen Tätowierungen von Hakenkreuzen zu sehen sein. Laut Staatsanwaltschaft entstanden die Fotos bei einer Kampfsportveranstaltung am 1. Juni 2019 im oberösterreichischen Gmunden.

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