Neonazi-Tat: Justizbeamter angeklagt

Der Mann soll sich an Attacken in Leipzig beteiligt haben.

Dresden/Leipzig.

An den Ausschreitungen von mehr als 200 Neonazis und rechtsextremen Hooligans in Leipzig-Connewitz im Januar 2016 soll auch ein sächsischer Justizbeamter beteiligt gewesen sein. Wie der "Tagesspiegel" und das Leipziger Stadtmagazin "Kreuzer" berichten, muss er sich wegen besonders schweren Landfriedensbruchs vor Gericht verantworten.

Das Justizministerium bestätigte den Bericht: Man habe erst Ende 2018 von der Anklage gegen den Beamten erfahren, weil er gegenüber der Polizei falsche Angaben zu seinem Beruf gemacht habe. Auch habe der Beamte nicht seinen Dienstherrn über die Ermittlungen gegen ihn informiert. Anfang 2019 sei der Mann schließlich vom Dienst suspendiert worden.

Die Linken-Landtagsabgeordnete Juliane Nagel forderte vom Ministerium Aufklärung. Es müsse transparent gemacht werden, "wie es möglich ist, dass ein angeklagter rechter Gewalttäter weiter im Dienst der Justiz stehen kann". Auch solle geklärt werden, ob noch "mehrere solcher ,Bomben' platzen werden. Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Valentin Lippmann, bezweifelte gegenüber "Kreuzer" und "Tagesspiegel", dass das Ministerium erst im Dezember 2016 von der mutmaßlichen Verstrickung des Beamten erfuhr. Dies sei "kaum vorstellbar". Das Justizministerium müsse darlegen, ob der Beamte dienstlich Kontakt zu Rechtsextremen in Haft hatte. (kok)

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1Kommentare
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  • 4
    5
    Distelblüte
    11.09.2019

    "Man habe erst Ende 2018 von der Anklage gegen den Beamten erfahren, weil er gegenüber der Polizei falsche Angaben zu seinem Beruf gemacht habe."
    Wird so etwas nicht überprüft? Es geht immerhin um eine Gewalttat.



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