Neue Wahlumfragen sehen CDU deutlich vor der AfD

Wahlen 2019 Entscheidend für die Koalitionsfrage wird das Abschneiden der kleinen Parteien sein. Geringe Änderungen können große Folgen haben.

Dresden/Mainz.

Eine Woche vor der Entscheidung zeichnet sich in Sachsen eine der spannendsten Landtagswahlen seit 1990 ab. Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer, das von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen ermittelt wurde, liegt die CDU mit Ministerpräsident Michael Kretschmer bei 31 Prozent. Das sind zwar deutlich weniger als zur Landtagswahl vor fünf Jahren, als die Union noch unter Stanislaw Tillich mit 39,4 Prozent so schlecht wie nie zuvor in Sachsen abgeschnitten hatte. In den Meinungsumfragen erreichte sie aber zuvor letztmals im Juni 2018 mehr als 30 Prozent.

Mit einem ihrer besten Landtagswahlergebnisse überhaupt kann dagegen die AfD rechnen. Sie steht laut ZDF-Politbarometer bei 25 Prozent. 2014 hatte sie 9,7 Prozent erhalten. Auf Platz drei rangiert die Linke mit 14 Prozent (2014: 18,9 Prozent), gefolgt von den Grünen mit 10 (2014: 5,7 Prozent) und der SPD mit 9 Prozent (2014: 12,4 Prozent).

Bei fünf Prozent sieht die Forschungsgruppe Wahlen die FDP, die nach ihrer fünfjährigen Beteiligung an der schwarz-gelben Landesregierung 2014 mit 3,8 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war.

Die Freien Wähler stehen bei drei Prozent und würden so erneut den Einzug in den Landtag verpassen. Das Ergebnis basiert auf der telefonischen Befragung von 1068 Sachsen von Montag bis Donnerstag.

Ähnliche Zustimmungswerte hatte Infratest Dimap von Montag bis Mittwoch bei 1002 Befragten für die ARD ermittelt. Danach erhielten die CDU 30 Prozent, die AfD 24, die Linke 16, die Grünen elf, die SPD sieben, die FDP fünf und die Freien Wähler vier Prozent.

Dass die CDU damit ihren Abstand zur AfD, der in den vorherigen Umfragen maximal drei Prozentpunkte betragen hatte, auf sechs Punkte ausbauen konnte, wird von Meinungsforschern vor allem mit dem Kretschmer-Faktor begründet. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sprach auch der Leipziger Politikwissenschaftler Hendrik Träger von einem "Amtsinhaberbonus".

Juniorpartner SPD ist hingegen vor allem in der ARD-Umfrage deutlich unter Druck. Dass das ZDF die Partei besser bewertet, wurde von sächsischen Sozialdemokraten mit Erleichterung aufgenommen.

Sowohl 2009 als auch 2014 unterschied sich das Wahlergebnis noch geringfügig von den jeweils gut eine Woche zuvor veröffentlichten Umfragen von ARD und ZDF. Dieses Mal könnten schon minimale Abweichungen entscheidend für die Regierungsbildung sein.

Dass es für die Neuauflage einer CDU/SPD-Koalition reicht, gilt als unwahrscheinlich. Vor allem vom Einzug der kleineren Parteien dürfte abhängen, ob "Kenia" - also Schwarz/Rot/Grün - die einzige realistische Option sein wird.

In Brandenburg, wo wie in Sachsen am 1. September gewählt wird, scheint die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke zu profitieren. Sie liegt beim ZDF mit 21 Prozent vorn, gefolgt von AfD (20 Prozent), CDU (18 Prozent), Grüne, Linke (je 14 Prozent) und der FDP (5 Prozent).

Zum Vergleich aller aktuellen Umfragen und dem Koalitionsrechner.

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2Kommentare
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  • 8
    6
    Lesemuffel
    25.08.2019

    Diese bestellte Umfrage ist umgekehrt proportional zum Wahlergebnis am 1.9. 19 abends. ????

  • 8
    7
    thombo01
    25.08.2019

    Alsoich sehe die AfD DEUTLICH vor der CDU. Mal sehen wer recht hat ;-))



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