Neues Wolfsmanagement für Sachsen

Ein Landesamt soll künftig zentraler Ansprechpartner für Tierhalter und Behörden sein. Im Landtag gibt es daran aber Kritik.

Dresden.

Der Wolf lässt dem Freistaat keine Ruhe: Nachdem die Landesregierung gemeinsam mit Niedersachsen und Brandenburg eine Bundesratsinitiative gestartet hat, um den Abschuss von verhaltensauffälligen Wölfen zu erleichtern, will die schwarz-rote Koalition in Sachsen selbst handeln. Die Landesregierung soll eine sächsische Wolfsverordnung ausarbeiten. So sieht es ein Antrag der CDU- und der SPD-Fraktion vor, den der Landtag am Mittwoch mit den Stimmen der Koalition verabschiedete.

Eine Wolfsverordnung ist kein neuer Schritt, um den Umgang mit dem Wolf auf eine neue Grundlage zu stellen. Das Land Brandenburg ist Anfang des Jahres diesen Weg gegangen, um beispielsweise Einzelfallentscheidungen zu vereinheitlichen und zu vereinfachen. Ähnlich wie im benachbarten Bundesland soll nun ebenso Sachsen die Aufgaben des Wolfsmanagements bei einer Landesbehörde bündeln. Das hatte der Sächsische Rechnungshof auch schon gefordert.

In Sachsen ist nach den Vorstellungen der Koalition das Landesamt für Umwelt, Geologie und Landwirtschaft der richtige Ansprechpartner. Künftig soll das Landesamt einheitliche Regelungen zum sofortigen Abschuss von Wölfen erstellen und Begutachtungen von gerissenen Nutztieren vornehmen. Ebenso soll die Behörde klären, wie mit Wolfshybriden und schwer verletzten Wölfen umgegangen wird. Die Koalition will insgesamt bestehende Verfahren straffen und Doppelzuständigkeiten vermeiden.

Man positioniere sich klar, sagte Georg-Ludwig von Breitenbuch (CDU) mit Blick auf den Antrag: "Wir sind fürs Rotkäppchen." Aus der Opposition gab es Kritik: Es drohten künftig Kompetenzen vor Ort durch die Zentralisierung beim Landesamt verloren zu gehen, sagte Kathrin Kagelmann (Linke). Der Fraktionschef der Grünen, Wolfram Günther, bemängelte, dass vor allem die CDU mit dem Antrag den "massenhaften Abschuss" des Wolfes vorantreibe. Die AfD führte fachliche Mängel auf. Der Abgeordnete Gunter Wild (Blaue Partei) indes sprach von einem oberflächlichen Antrag.

Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) begrüßte den Antrag der Koalitionsfraktionen ausdrücklich. Eine Wolfsverordnung könne die Menschen in der Region unterstützen: "Die Ängste und Sorgen müssen wir sehr ernst nehmen."

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