Niederschläge bringen Entspannung in Sachen Waldbrandgefahr

Leipzig/Graupa (dpa/sn) - Bei der Waldbrandgefahr in Sachsen zeichnet sich Entspannung ab. Tief «Theodor» bringt bis Sonntag von Westen Kaltluft und viel Niederschlag. Die Temperaturen gehen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Leipzig auf für die Jahreszeit normale Werte von 15 bis 17 Grad zurück. «Es wird deutlich kühler», sagte ein Meteorologe am Freitag. Angesichts von Regen, Gewitter und Schauern erwarten die Fachleute bereits am Samstag nur noch eine geringe Waldbrandgefahr. Aktuell gilt in weiten Teilen des Landkreises Nordsachsen die höchste Waldbrandwarnstufe 5 und im südlichen Teil sowie den nördlichen Regionen der Landkreise Meißen, Bautzen und Görlitz die 4.

Die Wälder in Nordsachsen dürfen bei Stufe 5 nicht betreten werden, auch im Nationalpark Sächsische Schweiz ist der Wald nachts gesperrt und Wege dürfen nicht verlassen werden. In dem geschützten Gebiet hatte es im vergangenen Jahr 19 Waldbrände gegeben, vor allem wegen weggeworfener Zigaretten und Lagerfeuer.

Mit Ausnahme einer kleinen Region im Landkreis Görlitz weist die Übersichtskarte des Staatsbetriebes Sachsenforst für Samstag nur noch eine sehr geringe Waldbrandgefahr aus. Vor allem in Vogtland und Erzgebirge können Gewitter mit Starkregen und Mengen von 15 bis 25 Liter pro Stunde verbunden sein, sagte der Meteorologe. Auch in den übrigen Regionen regne es in der Nacht mitunter kräftig - und bis Sonntag immer weniger.

«Es wird unbeständig und zehn Grad kälter», sagte der Meteorologe. Die Temperaturen liegen dann nur noch zwischen 15 und 17 Grad. Ob das die Waldbrandgefahr länger mildert, bleibe abzuwarten, sagte eine Sachsenforst-Sprecherin. Die bis Montag reichende Prognose geht davon aus, dass sie sich in einigen Regionen langsam wieder verschärft: im Landkreis Nordsachsen sowie dem Landkreis Bautzen, der Stadt Dresden sowie Teilen der Landkreise Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Laut Sachsenforst wurden bis Freitag mit 18 Waldbränden auf gut 4,5 Hektar bereits doppelt so viele erfasst wie ein Jahr zuvor. Im Trockenjahr 2018 stehen insgesamt 200 Waldbrände zu Buche, und 240 Hektar. 14 davon wurden gelegt. «Die häufigste Ursache ist Fahrlässigkeit», sagte die Sprecherin. Erst am Donnerstag brannte in Tharandt (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) ein 3000 Quadratmeter großes Waldstück - die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

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