Oberberghauptmann: Darum ereilt das Erzgebirge nicht das Schicksal der Waldschlößchenbrücke

Sachsens Oberbergmann sieht die Region gewappnet für den Titel.

Freiberg (dpa/sn) - Der Bergbau im Erzgebirge kann nach Überzeugung des sächsischen Oberberghauptmanns vom Welterbetitel für die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří profitieren. «Wir versuchen tatsächlich, das auch positiv darzustellen, dass das Welterbe keine Beschränkung ist, sondern auch dazu dient, nachhaltigen Bergbau mit Blick auf kulturelle und soziale Aspekte durchzuführen», sagte Bernhard Cramer im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Zehn Jahre nach der Aberkennung des Titels für das Dresdner Elbtal wegen des Baus der Waldschlösschenbrücke sieht Cramer die Montanregion gewappnet gegen solch einen Vorgang. Als Lehre hätten alle beteiligten Seiten eine Strategie zum Umgang mit möglichen Konflikten entwickelt. Denn laut Cramer gibt es viele zum Welterbe gehörige Objekte, die im Bereich von interessanten Lagerstätten liegen. «Das heißt, wir versuchen im Vorfeld, die Sachen früh zu erkennen und gemeinsam darüber nachzudenken und Lösungen zu erarbeiten, wie man einen echten Konflikt vermeidet», sagte der Oberberghauptmann.

Wer mit einem neuen Bergwerk in Sachsen beginnen wolle und im Oberbergamt erste Anträge stelle, müssen sich immer damit auseinandersetzen, dass es ein Land sei mit sehr hohen rechtlichen Hürden und Genehmigungshürden, sehr langen Genehmigungszeiten und eben auch sehr viel Beschränkungen, sagte Cramer. «Da wäre das Welterbe eine weitere.»

«Allerdings sind die Ansprüche, die an unsere Rohstoffe gestellt werden, auch mit Blick darauf, wo kommt es denn her und wie wird es gewonnen, immer weiter gestiegen, auch bei uns als Verbraucher», sagte der 54-Jährige. Daher kann nach seiner Überzeugung Bergbau in der Welterberegion auch ein Qualitätsmerkmal sein. Es gebe Firmen, die gegenüber ihren Investoren damit werben würden, dass sie unter den striktesten und höchsten Umweltstandards Rohstoffe gewinnen, sagte Cramer. «Für den Bergbau werbe ich inzwischen damit, bei uns ist auch neuer Bergbau und Welterbe möglich», betonte er.

Die Unesco hatte die Bergbauregion Erzgebirge/Krušnohoří am Samstag als Weltkulturerbe anerkannt. Das historische Bergbaugebiet in Sachsen und im tschechischen Böhmen besteht aus 22 Teilen, davon 17 auf deutscher Seite.

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1Kommentare
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  • 1
    0
    Freigeist14
    09.07.2019

    Falsche Überschrift : Wenn ,dann kann nur vom Schicksal der Elbaue die Rede sein .Es wäre mir neu ,daß die Waldschlößchenbrücke einen Welterbe-Titel verlor .



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