Offiziell: Harter Lockdown in Sachsen ab Montag - Schulen, Kitas und Läden dicht

Die nächtliche Ausgangssperre wird an den Inzidenzwert gekoppelt.

Dresden.

Nach einer mehr als dreistündigen Kabinettssitzung hat Sachsens Landesregierung einen vierwöchigen Lockdown beschlossen. Ab Montag machen Schulen und Kitas dicht. Zudem werden Geschäfte, Läden und Angebote - mit Ausnahmen -  geschlossen, wie Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Freitagabend in Dresden ankündigte. Für Privatpersonen, nicht aber für Handwerksbetriebe, werden auch Baumärkte geschlossen. Geöffnet bleiben unter anderem Lebensmittelgeschäfte, darunter auch Bäckereien und Fleischereien, Restaurants dürfen einen Liefer- und Abholservice anbieten.

Zum Lockdown gehören auch Kontaktbeschränkungen, was bedeutet, das sich ab Montag nur noch zwei Haushalte mit maximal fünf Personen treffen dürfen. Tagsüber gilt eine Ausgangsbeschränkung, bei der sich die Menschen in Sachsen nur noch in einem Radius von 15 Kilometern, ausgehend von ihren Wohnungen, bewegen sollen. Laut Köpping gilt dies für Einkäufe, notwendige Wege und Freizeitaktivitäten. Spielplätze bleiben - anders als im Frühjahr - geöffnet.

Ab einer Inzidenz von 200 in fünf aufeinanderfolgenden Tagen soll es zwischen 22 und 6 Uhr früh zu einer Ausgangssperre kommen. Derzeit liege die Zahl der Neuinfektionen landesweit bei 313 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. "Wir brauchen Ruhe", sagte Köpping. Ziel sei, dass der Inzidenzwert wieder auf unter 50 sinke, um den Gesundheitsämtern die Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen. Köpping bat die Bevölkerung, nicht "die Lücken" zu suchen und auf Reisen und Besuche zu verzichten. "Fahren Sie nicht in andere Bundesländer, handeln sie selbstverantwortlich und solidarisch", appellierte Köpping an die Sachsen.

Als Ausnahmen für die nächtliche Ausgangssperre gelten unter anderem die Versorgung von Menschen in Not sowie von Tieren, der spätabendliche Gang mit dem Hund bleibt demnach erlaubt. Demonstrationen sollen laut Köpping ab einer Inzidenz von 300 für maximal zehn Teilnehmer erlaubt sein. Für Hochzeiten und Beerdigungen sind ab Montag maximal zehn Teilnehmer erlaubt. Die Zehn-Personen-Ausnahme bleibt für Weihnachten, vom 23. Dezember, 12 Uhr, bis zum 27. Dezember, 12 Uhr, bestehen. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Für Silvester gilt sie nicht.

Kultusminister Christian Piwarz (CDU) erklärte, dass der Präsenzunterricht bis zum 8. Januar an allen Schularten ausgesetzt wird. Eine verlängerte Ferienzeit sei damit nicht angebrochen, man verlängere die Ferien lediglich um den 21. und 22. Dezember, so Piwarz. Die kommende Woche sowie die erste Januarwoche bezeichnete er als "häusliche Lernzeit". "Die Schulen werden den Schülern zu Hause Aufgaben und Lernmaterialien mitgeben, die Schüler werden das zu Hause durcharbeiten, lösen und auch mit ihren Lehrern in einer Feedbackschleife die Ergebnisse durchgehen", sagte der Kultusminister. Man habe ein großes Interesse daran, Schulen im Januar wieder in den Präsenzunterricht zu überführen. Piwarz zufolge hängt dies von der Entwicklung der Coronazahlen ab. Vorrang bei der Rückkehr in die Schulen ab dem 10. Januar haben die Abschlussklassen.   

Laut Piwarz wird sowohl im Kita- als auch im Grund- und Förderschulbereich eine Notbetreuung angeboten. Allerdings gilt auch hier, dass die Zahl der Kinder in der Notbetreuung so gering wie möglich gehalten werden soll, weshalb die Liste der infrage kommenden Branchen und Berufe so klein wie möglich gehalten werden soll. Zu dieser Liste wurden laut Piwarz nun auch Steuer-, Unternehmensberater und Rechtsanwälte sowie Mitarbeiter, die mit dem Aufbau der Impfzentren beschäftigt sind, hinzugefügt. 

Der Kultusminister wies darauf hin, dass der Bund im Infektionsschutzgesetz einen Verdienstausfall-Ausgleich festgeschrieben habe, der gezahlt werde, wenn Schulen und Kitas schließen müssten. (tz/dha)

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1212 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 8
    6
    kopfschuettler1
    12.12.2020

    @BuBo

    Du solltest nicht so viel schlechtes Zeug rauchen!

  • 12
    14
    Echo1
    12.12.2020

    @paral das geht doch nur um die Gesundheit. Und da nehmen es viele gern in Kauf. Sie freuen sich ihrer Gesundheit und gehen in empfohlene Selbstisolation, um nicht krank zu werden.

    Ob das der richtige Weg ist? Zweifel sind angebracht. Die Kinder, die früher von allem
    abgehalten worden. Mit, mach dich nicht schmutzig. Bleib zu Hause, draußen regnet es. Die wurden am schnellsten krank. Wir dürfen unser Immunsystem nicht vernachlässigen, müssen es trainieren. Und keine Angst zulassen.

  • 20
    18
    paral
    12.12.2020

    Ich habe den Eindruck, das einige freudig erregt sind, das sie endlich drin bleiben müssen, nicht reisen und eingeschränkt einkaufen gehen sollen. Noch freudiger fällt die Reaktion darauf aus, daß die Hinterfrager und Zweifler das auch müssen. Partei und Regierung, sie leben hoch! Brave Bürger!

  • 24
    1
    Suppenfrosch
    12.12.2020

    @Fresto

    Da kann ich nur zustimmen. Lokal wurden ja auch schon in den vergangenen Wochen Schulen geschlossen, so auch bei uns. Lernsax: vollkommen überlastet, Videokonferenzen nur über externe Anbieter wie Zoom möglich.

    Da reden alle seit 1/2 Jahr von einer 2. Welle. Im Frühjahr wurde es offensichtlich, dass Lernsax komplett überlastet ist.

    Und jetzt? Jetzt haben wir die 2. Welle und Lernsax mit seinen unterirdischen Serverkapazitäten versagt schon wenn nur ein Bruchteil der Schüler die Plattform nutzen muss. Unfassbar.

  • 11
    8
    H1D2M18
    11.12.2020

    Zitat aus obrigen Text
    Tagsüber gilt eine Ausgangsbeschränkung, bei der sich die Menschen in Sachsen nur noch in einem Radius von 15 Kilometern, ausgehend von ihren Wohnungen, bewegen sollen. Laut Köpping gilt dies für Einkäufe, notwendige Wege und ........
    "Fahren Sie nicht in andere Bundesländer, handeln sie selbstverantwortlich und solidarisch"......................


    Was machen nun die vielen Pendler die hier in Sachsen wohnen aber in anderen Bundesländern arbeiten ?

  • 20
    7
    Fresto
    11.12.2020

    Die Diskussion um "Präsenzunterricht" zeigt deutlich die Rückständigkeit Deutschlands, was die digitale Welt betrifft. Außer großen Tönen ist da in den letzten 10 Jahren nichts passiert. In anderen Ländern, wo z.B. Familien weit abgelegen wohnen, ist Präsenzunterricht schon längst durch Online-Unterricht ersetzt. Der Lehrer hält seine Stunde am PC, die Schüler folgen ihm am PC. In jeder Firma, die halbwegs fortschrittlich aufgestellt ist, werden Konferenzen und Besprechungen seit März online geführt, nur unser tolles Bildungssystem ist dazu nicht in der Lage.
    "Häusliche Lernzeit" hat nichts mit Unterricht zu tun, die Schüler bekommen via mail oder whats app Hausaufgaben, das ist alles. Den notwendigen Unterricht dazu, Hilfestellung bei Problemen und Anleitungen überlässt man den oft überforderten Eltern, Online-Unterricht ist ein Fremdwort. Armes Deutschland.

  • 16
    33
    pagu50
    11.12.2020

    Wieder eingesperrt, wie zu DDR Zeiten. Einfach geil

  • 1
    15
    haiko74
    11.12.2020

    Warum

  • 16
    22
    KTreppil
    11.12.2020

    Gratulation, nun spielt Sachsen mal wieder die Vorreiterrolle. Wie bei der Maskenpflicht im April. Die ja scheinbar doch nicht so viel zu bringen scheint, schaut man auf die Zahlen. Bedrohliche Zahlen, das will ich weder verharmlosen noch in Abrede stellen. Weitere Maßnahmen waren nötig. Dennoch erkenne ich in diesem Lockdown inkl Ausgangssperre viel zu viel Aktionismus und Machtdemonstration.
    Was wird nun eigentlich zu Silvester, Böllervebot durch die Hintertür...? Ja, nun schreibt mich gleich nieder, ich sehe es ein, in dunklen Zeiten hat man halt in den dunklen Himmel zu schauen. Auf die eine gebeutelte Branche kommt es nun auch nicht mehr an.

  • 23
    19
    BuboBubo
    11.12.2020

    Am besten: Viele verschiedene Freundinnen mit vielen kleinen Hunden in vielen verschiedenen Bundesländern anschaffen. Dann reisen, reisen, reisen (mit allem, was nachts so dazugehört) und die Freude, es dem Regime mal so richtig gezeigt zu haben, so lange auskosten, bis der Stress einen leider umbringt, weil die Klinik gerade keine Akutfälle mehr aufnehmen kann. Vorher das Ego für die Nachwelt noch vorteilhaft bei Instagram abspeichern. Perfekt.

  • 25
    47
    UwesZeitung
    11.12.2020

    Falsch. Du brauchst Freundinnen in verschiedenen Orten. Dann hast du freie Fahrt.

  • 23
    60
    noersch
    11.12.2020

    Ich schaffe mir so fort kleinen Hund an.